IHK zu Dortmund zu Ausbildungsabbrüchen: Gute Berufsorientierung ist das A und O

Gute Berufs­ori­en­tie­rung ist wichtig bei der Suiche nach einem Aus­bil­dungs­platz: Jugend­liche beim Azubi-Spee4d-Dating in Unna. (Foto: IHK Dort­mund)

Den bun­des­weiten Trend, nach dem jeder vierte Aus­zu­bil­dende seine Aus­bil­dung abbricht, kann die Indu­strie-und Han­dels­kammer (IHK) zu Dort­mund für ihren Bezirk nicht bestä­tigen. „Durch diese pau­schalen Zahlen wird ein schiefes Bild gezeichnet“, erklärt der stell­ver­tre­tende IHK-Haupt­ge­schäfts­führer Wulf-Chri­stian Ehrich.

Wichtig ist, sich die Ver­trags­auf­lö­sungen in Ver­bin­dung mit dem jewei­ligen Zeit­punkt und den Umständen anzu­schauen.“ Häufig würden Azubis einen neuen Aus­bil­dungs­ver­trag in einem anderen Unter­nehmen oder einem anderen Beruf schließen. „Das ist aber dann ein Wechsel und eben kein Aus­bil­dungs­ab­bruch.“ Rechne man eine solche Anschluss­aus­bil­dung raus, sei die tat­säch­liche Ver­trags­lö­sungs­quote nied­riger.

In der IHK-Region lag die Abbruch­quote im Jahr 2017 bei ins­ge­samt sieben Pro­zent. „Manche Jugend­liche halten sich ver­schie­dene Optionen offen und ent­scheiden sich erst kurz­fri­stig für oder gegen den einen oder anderen Aus­bil­dungs­platz“, erklärt Michael Ifland, Geschäfts­führer des IHK-Bereichs Beruf­liche Bil­dung. So haben 16 Pro­zent der Ver­trags­lö­sungen im Jahr 2017 vor Beginn der Aus­bil­dung statt­ge­funden, 18 Pro­zent in der Pro­be­zeit. „Ein Grund ist sicher­lich auch die gute Kon­junktur und der Mangel an qua­li­fi­zierten Bewer­bern. Dadurch haben Jugend­liche heute viel mehr Aus­wahl auf dem Aus­bil­dungs­markt und können es sich mehr als noch vor ein paar Jahren lei­sten, den Aus­bil­dungs­platz zu wech­seln“, sagt der Geschäfts­führer.

IHK-Projekt „Ausbildungsbotschafter“

Gemessen an den ein­ge­tra­genen Aus­bil­dungs­ver­hält­nissen gab es 2017 im IHK-Bezirk in den Berei­chen Gastro­nomie, Lager und Trans­port sowie Ein­zel­handel über­durch­schnitt­liche Auf­lö­sungen. Dabei sind die Gründe viel­fältig. Sie rei­chen vom besagten Berufs­wechsel über gesund­heit­liche Gründe, Kün­di­gung durch den Aus­bil­dungs­be­trieb bis hin zu Insol­venzen oder Geschäfts­auf­gaben. „Sicher­lich haben Jugend­liche aber auch häufig von ihrem gewählten Aus­bil­dungs­beruf ein Bild, das sich nach Aus­bil­dungs­be­ginn nicht bewahr­heitet“, erklärt Ifland. „Umso wich­tiger ist eine gute Berufs­ori­en­tie­rung. Des­halb appel­lieren wir an die Schulen, sämt­liche Mög­lich­keiten aus­zu­schöpfen.“

Bei dem IHK-Pro­jekt „Aus­bil­dungs­bot­schafter“ zum Bei­spiel, das mit finan­zi­eller Unter­stüt­zung des Landes Nord­rhein-West­falen und des Euro­päi­schen Sozi­al­fonds rea­li­siert wird, besu­chen Aus­zu­bil­dende Schulen, um auf Augen­höhe über ihren eigenen Aus­bil­dungs­beruf zu berichten. Außerdem sollten die Schüler mög­lichst viele Gele­gen­heiten nutzen, um Ein­blicke in die Berufs­welt zu erhalten, zum Bei­spiel wäh­rend eines Prak­ti­kums.

Dar­über hinaus stehen die Aus­bil­dungs­be­rater sowohl Unter­nehmen als auch Aus­zu­bil­denden bei Pro­blemen zur Seite. „Manchmal hilft es, sich sofort an uns zu wenden, wenn sich Schwie­rig­keiten anbahnen“, sagt Ifland. Bevor es zur Auf­lö­sung eines Aus­bil­dungs­ver­trags komme, sollten schließ­lich alle anderen Mög­lich­keiten aus­ge­schöpft werden.

Der stellv. IHK-Haupt­ge­schäfts­führer Ehrich betont: „Ganz gleich, wie hoch die Zahl der Abbrüche ist, jede Ver­trags­auf­lö­sung ist für alle Betei­ligen uner­freu­lich. Des­halb möchten wir die Jugend­li­chen, aber auch die Unter­nehmen dazu ani­mieren, die Berufs­ori­en­tie­rungs­an­ge­bote wahr­zu­nehmen.“

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