Holzwickede als erste Kommune im Kreis aus der Haushaltssicherung entlassen

Haushalt

Freu­de über das Ende der Haus­halts­si­che­rung, v.l.: Andre­as Hein­rich (FB Finan­zen), Rudi Grüm­me (Käm­me­rer), Dr. Tho­mas Wilk (Kreis­di­rek­tor und -käm­me­rer), Petra Bes­sel­mann (Unte­re Auf­sichts­be­hör­de) und Chri­sti­an Grimm (FB Finan­zen). (Foto: Peter Grä­ber)

Ein wich­ti­ger Tag für die Gemein­de Holzwicke­de: Als erste und bis­lang ein­zi­ge Kom­mu­ne im Kreis Unna ist die Gemein­de Holzwicke­de aus der Haus­halts­si­che­rung ent­las­sen wor­den.

Kreis­di­rek­tor und Käm­me­rer Dr. Tho­mas Wilk und sei­ne Kol­le­gin Petra Bes­sel­mann kamen heu­te (6. März) Mor­gen eigens ins Holzwicke­der Rat­haus, um der Gemein­de­spit­ze mit­zu­tei­len, dass das Anzei­ge­ver­fah­ren für die am 11. Dezem­ber vom Gemein­de­rat beschlos­se­ne Haus­halts­pla­nung posi­tiv been­det ist. Eigent­lich nur ein for­ma­ler Akt, doch für die Gemein­de Holzwicke­de eine ech­te Zäsur. Seit 2010 war die Gemein­de in der Haus­halts­si­che­rung, weil sie ihr Haus­halt wie­der­holt ein Defi­zit auf­wies. Die damit ver­bun­de­ne Ziel­vor­ga­be, den Haus­halt bis spä­te­stens 2014  wie­der in Ein­nah­men und Aus­ga­ben aus­zu­glei­chen, wur­de mit eini­ger Anstren­gung ein­ge­hal­ten. Und das, wie Dr. Tho­mas Wilk heu­te lob­te, obwohl der Gesetz­ge­ber zwi­schen­zeit­lich die Frist zum Aus­gleich auf zehn Jah­re ver­län­gert hat­te. „Doch die Gemein­de Holzwicke­de hat kei­nen Gebrauch gemacht von die­ser Ver­län­ge­rung und ist bei ihrer alten Ziel­vor­ga­be geblie­ben.“ Dier Stadt Kamen bei­spiels­wei­se nutzt die Frist bis 2022 voll aus.

Sparwille und Steuereinnahmen verantwortlich

Da der Holzwicke­der Haus­halt nun in der Pla­nung wie im Ergeb­nis wie­der aus­ge­gli­chen gestal­tet ist, ent­fällt die Siche­rungs­pflicht. „Es war unser Ziel eher wie­der hand­lungs­fä­hig zu wer­den“, sagt Holzwicke­des Käm­me­rer Rudi Grüm­me.  „Das ist uns auch geglückt.“ Ver­ant­wort­lich dafür ist aller­dings nicht allein der Spar­wil­le von Poli­tik und Ver­wal­tung auf der Aus­ga­ben­sei­te, räumt Grüm­me ein, der bei einem Kran­ken­stand von fast 50 Pro­zent im Rat­haus zur­zeit die Ver­wal­tung lei­tet. Auf der Ein­nah­men­sei­te habe vor allem die posi­ti­ve Ent­wick­lung der loka­len Wirt­schaft dazu bei­ge­tra­gen, die zu üppig flie­ßen­der Gewer­be- und Ein­kom­men­steu­er geführt habe. Wei­te­rer Vor­teil: Die rund 12,5 Mil­lio­nen Euro Gewer­be­steu­er­ein­nah­men sind rela­tiv breit über die Bran­chen gestreut. „Es gibt auch Kom­mu­nen im Kreis, die auf ein­zel­ne gro­ße Steu­er­zah­ler ange­wie­sen sind“, weiß Dr. Wilk. Fal­len die aus irgend­wel­chen Grün­den aus, hat das dra­ma­ti­sche Fol­gen für die­se Kom­mu­nen.

Als Fol­ge der guten Ent­wick­lung fiel in den Jah­ren der Haus­halts­si­che­rung jeder ein­zel­ne Jah­res­ab­schluss deut­lich bes­ser aus, als er geplant war. Trotz­dem mach­te sich die Haus­halts­si­che­rung bemerk­bar: Die Aus­gleichs­rück­la­ge wur­de nahe­zu voll­stän­dig ver­braucht. Es wur­de kaum noch inve­stiert und das Eigen­ka­pi­tal der Gemein­de spür­bar auf­ge­zehrt. Mit dem Bau der neu­en Feu­er- und Ret­tungs­wa­che Süd für rund 3,5 Mil­lio­nen Euro wird jetzt erst­mals wie­der nen­nens­wert kom­mu­na­les Eigen­ka­pi­tal geschaf­fen.

Unwägbarkeiten erfordern weiter Sparkurs

Aus­drück­lich lob­te Holzwicke­des Käm­me­rer heu­te die gute und ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit mit der Auf­sichts­be­hör­de im Kreis­haus. „Das ist wich­tig und längst nicht selbst­ver­ständ­lich. Wir sind aus­ge­spro­chen dank­bar für die Hin­wei­se, die wir bekom­men haben.“ So konn­te etwa die ein­zi­ge Kri­tik an der aktu­el­len Haus­halts­pla­nung, dass „die eine oder ande­re Unter­la­ge noch etwas aus­sa­ge­kräf­ti­ger sein“ könn­te, früh­zei­tig in Gesprä­chen aus­ge­räumt wer­den, wie Dr. Wilk bestä­tig­te.

Es braucht auch nie­mand auf die Idee zu kom­men, dass wir jetzt das Geld mit vol­len Hän­den aus­ge­ben kön­nen“

Rudi Grüm­me, Käm­me­rer der Gemein­de Holzwicke­de

Zwar ent­fällt ab sofort die stren­ge­re Prü­fung und Kon­trol­le aller finan­zi­el­len Maß­nah­men der Gemein­de durch die Unte­re Auf­sichts­be­hör­de beim Kreis. Doch den stren­gen Spar­kurs will Käm­me­rer  Rudi Grüm­me ver­wal­tungs­in­tern wei­ter steu­ern. Die schwar­ze Null soll wei­ter im Holzwicke­der Haus­halt ste­hen, for­dert er. „Es braucht auch nie­mand auf die Idee zu kom­men, dass wir jetzt das Geld mit vol­len Hän­den aus­ge­ben kön­nen“, warnt Holzwicke­des Käm­me­rer.  Zunächst gel­te es jetzt, die Aus­gleichs­rück­la­ge auf­zu­fül­len und die Lei­stungs­fä­hig­keit der Gemein­de dau­er­haft wie­der­her­zu­stel­len. „Nie­mand weiß, wie sich die Kosten im Sozi­al­be­reich ent­wickeln wer­den,  etwa durch die Zahl der zuge­wie­se­nen Flücht­lin­ge.“  Und auch die vom Bund gera­de ange­kün­dig­te Mil­li­ar­den­hil­fe für die Kom­mu­nen in den kom­men­den Jah­ren stecke vol­ler Unwäg­bar­kei­ten.

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visage

Dipl.-Journalist

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