Haushaltsentwurf 2018: Erneuter Ausgleich dank guter Steuerkraft

Diese Grafik zeigt die wichtigsten Aufwendungen der Gemeinde im nächsten Jahr. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Brach­te den Haus­halts­ent­wurf 2018 ein: Käm­me­rer Rudi Grüm­me. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

In der Sit­zung des Gemein­de­ra­tes heu­te (5. Okto­ber) hat Käm­me­rer Rudi Grüm­me den Ent­wurf der Haus­halts­sat­zung 2018 ein­ge­bracht – den vor­letz­ten sei­ner beruf­li­chen Kar­rie­re. Auch der Haus­halts­plan für 2018 kann, trotz gestie­ge­ner Umla­gen und Eck­da­ten, wie­der in Ein­nah­men und Aus­ga­ben aus­ge­gli­chen gestal­tet wer­den. Bei einem Gesamt­vo­lu­men von rd. 43,7 Mio. Euro weist die Pla­nung sogar einen gerin­gen Über­schuss von 23.170 Euro aus.

Damit fällt das Ergeb­nis nicht ganz so gut wie in den Vor­jah­ren aus, als 231.600 Euro im Jahr 2017 und sogar 756.214 Euro im Jahr 2016 erzielt wer­den konn­ten. Aller­dings han­delt es sich bei den bei­den genann­ten Über­schüs­sen um rea­le Ergeb­nis­se der Jah­res­rech­nun­gen, die in die Rück­la­gen ein­ge­flos­sen sind. Der Über­schuss von 23.170 Euro im näch­sten Jahr ist dage­gen nur ange­nom­men. Denn bei dem heu­te ein­ge­brach­ten Ent­wurf sind wich­ti­ge Eck­da­ten zunächst nur als Schät­zung ent­hal­ten, da die rea­len Zah­len, etwa aus den Mini­ste­ri­en des Lan­des noch gar nicht vor­lie­gen, wie Grüm­me beton­te. „Die Haus­halts­pla­nung kann sich also noch ver­bes­sern oder auch schlech­ter aus­fal­len.“

Planung mit mehreren Unbekannten

In dem Ent­wurf ent­hal­ten sind jedoch alle abseh­ba­ren Ein­nah­men und Aus­ga­ben ein­schließ­lich aller Kre­di­te und ihrer Til­gung. Die Kas­sen­kre­di­te belau­fen sich aktu­ell auf 7 Mio. Euro. Zu den Etap­pen­zie­len, die näch­stes Jahr ange­gan­gen wer­den sol­len, zähl­te der Käm­me­rer den Aus­bau der Bil­dungs­land­schaft (z.B. Aus­bau OGS Duden­roth- und Umbau Nord­schu­le), die Siche­rung der Infra­struk­tur/­Ka­nal- und Stra­ßen­bau (z.B. Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus Mit­te, Regen­rück­hal­tung Steh­fen- / Nator­per Stra­ße), ISEK und das Rat- und Bür­ger­haus, die Inte­gra­ti­on geflüch­te­ter Men­schen sowie die Grün­dung von Gemein­de­wer­ken.

Wir müs­sen uns eine Ober­gren­ze bei den Kosten geben, die wir not­falls auch durch Abstri­che und Ein­spa­run­gen ein­hal­ten müs­sen.“

Rudi Grüm­me, Käm­me­rer

Ins­be­son­de­re der Neu­bau des Rat- und Bür­ger­hau­ses wer­den „sehr vie­le Eigen­mit­tel bin­den“, warn­te Rudi Grüm­me. Zumal die Gemein­de als finanz­star­ke Kom­mu­ne bald nur noch mit 60-pro­zen­ti­ger För­de­rung rech­nen darf. Des­halb for­dert der Käm­me­rer die Poli­tik auf: „Wir müs­sen uns eine Ober­gren­ze bei den Kosten geben, die wir not­falls auch durch Abstri­che und Ein­spa­run­gen ein­hal­ten müs­sen.“

Diese Grafik zeigt die wichtigsten Aufwendungen der Gemeinde im nächsten Jahr. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Die­se Gra­fik zeigt die wich­tig­sten Erträ­ge der Gemein­de im näch­sten Jahr. (Gra­fik: Gemein­de Holzwicke­de)

Transferleistungen für Flüchtlinge sinken

Die gute Haus­halts­la­ge ist natür­lich der aus­ge­zeich­ne­ten Steu­er­ent­wick­lung in der Gemein­de geschul­det. So wird Holzwicke­de vor­aus­sicht­lich erst­mals 14 Mio. Euro allein an Gewer­be­steu­er ein­neh­men. Zusam­men mit dem Ein­kom­men­steu­er­an­teil (8,96 Mio. Euro), der Grund­steu­er (3,57 Mio. Euro) sowie der Umsatz­steu­er (2,72 Mio. Euro) stel­len die Steu­ern und Abga­ben den mit Abstand größ­ten Ertrags­po­sten (30,13 Mio. Euro) dar.

Diese Grafik zeigt die wichtigsten Aufwendungen der Gemeinde im nächsten Jahr. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Die­se Gra­fik zeigt die wich­tig­sten Auf­wen­dun­gen der Gemein­de im näch­sten Jahr. (Gra­fik: Gemein­de Holzwicke­de)

Bei den Auf­wen­dun­gen bil­den wie­der die all­ge­mei­ne Kreis­um­la­ge (10,8 Mio. Euro) sowie die dif­fe­ren­zier­te Keis­um­la­ge (6,37 Mio. Euro) für die Jugend­hil­fe die größ­ten Posten mit ins­ge­samt 17,1 Mio. Euro, gefolgt von den Per­so­nal­auf­wen­dun­gen (7,9 Mio. Euro) und den Auf­wen­dun­gen für Sach- und Dienst­lei­stun­gen (5,73 Mio. Euro).

Die Trans­fer­auf­wen­dun­gen für Flücht­lin­ge sind mit 967.000 Euro (Grundleistungen/Unterkunft) ver­an­schlagt und sin­ken damit erst­mals wie­der gegen­über den Vor­jah­ren.

Schulden und Eigenkapital entwickeln sich positiv

Da der Käm­me­rer schon seit 2014 jeweils Haus­hal­te mit schwar­zen Zah­len vor­le­gen konn­te, ver­lau­fen auch die Schul­den­ent­wick­lung und die Ent­wick­lung des Eigen­ka­pi­tals nach den Jah­ren in der Haus­halts­si­che­rung wie­der posi­tiv.

Lang­fri­stig muss die Gemein­de Dar­le­hen in Höhe von 31,47 Mio., Euro bedie­nen (Stand 31.12.2017).  Den Kre­dit­be­darf für näch­stes Jahr bezif­fert der Käm­me­rer auf rd. 3,13 Mio. Euro, die Til­gung soll 1,2 Mio. Euro betra­gen. Das Eigen­ka­pi­tal beträgt wie­der rd. 37,9 Mio. Euro.

Käm­me­rer Rudi Grüm­me zeig­te sich zuver­sicht­lich, dass die Poli­tik in den nun anste­hen­den Abstim­mungs­ge­sprä­chen Ver­nunft und Augen­maß beweist, so dass der im Dezem­ber zu beschlie­ßen­de Haus­halts­plan 2018 eben­falls aus­ge­gli­chen sein wird.

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visage

Dipl.-Journalist

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