Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit bis 2020“: Initiative übertrifft Zwischenziel

Landrat Michael Makiolla (l.), Claudia Hermsen (Agentur für Arbeit Hamm) und Martin Wiggermann (Trägerversammlung Jobcenter Unna) stellten heuite die Zwischenbilanz der Initiative "Jufgendarbeitslkosigkeit im Kreis Unna bis 2020 hakbieren" vor. (Foto: Peter Gräber)

Landrat Michael Makiolla (l.), Claudia Hermsen (Agentur für Arbeit Hamm) und Martin Wig­ger­mann (Trä­ger­ver­samm­lung Job­center Unna) stellten heute die Zwi­schen­bi­lanz der Initia­tive „Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Kreis Unna bis 2020 hal­bieren“ vor. (Foto: Peter Gräber)

Der Kreis Unna, die Agentur für Arbeit sowie die übrigen Akteure der Initia­tive „Hal­bie­rung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Kreis Unna bis 2020“ sind auf einem guten Weg, ihr selbst­ge­stecktes Ziel zu errei­chen. Das ist das posi­tive Zwi­schen­er­gebnis eines Tref­fens der gleich­na­migen Ver­treter der gleich­na­migen Initia­tive heute (4.12.) im Bau­haus am Haus Opher­dicke.

Wie Landrat Michael Makiolla, im Anschluss an das Treffen noch einmal erläu­terte, hätten sich die Akteure im ver­gan­genen Jahr ganz bewusst dem Thema Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Kreis Unna gewidmet. „Wir wollten ein­fach die größt­mög­liche Wir­kung erzielen und der Arbeits­lo­sig­keit sozu­sagen den Nach­wuchs ent­ziehen.“ Der heute vor­ge­legte Zwi­schen­be­richt zeige, dass die Initia­tive auf­grund der gemein­samen Anstren­gungen aller Betei­ligten nicht nur „im Plan liegt“, son­dern „das erste selbst­ge­steckte Teil­ziel sogar über­erfüllt“ habe. „Auf­grund dieser guten Per­spek­tive sind wir zuver­sicht­lich, bis 2020 die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit im Kreis hal­bieren zu könne“, erklärt Michael Makiolla.

Claudia Hermsen, die Geschäfts­füh­rerin der Agentur für Arbeit Hamm, unter­mau­erte diese Pro­gnose mit realen Zahlen. Ziel der Initia­tive ist es, die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit auf Basis der Durch­schnitts­werte 2013 bis 2020 im Kreis Unna und jeder Kom­mune um 50 Pro­zent zu senken. Lag die Arbeits­lo­sen­quote im Bereich der Jugend­li­chen in 2013 noch bei 8 Pro­zent (1.728 Jugend­liche) war das Zwi­schen­ziel der Initia­tive für 2015 eine Quote von 7 Pro­zent (1.473). Tat­säch­lich wurde in diesem Jahr ein deut­lich bes­serer Jah­res­durch­schnitts­wert (berei­nigt um monat­liche Schwan­kungen) von 6,3 Pro­zent (1.346 Per­sonen) erreicht. „Das ist ein wirk­lich gutes Ergebnis“, so Claudia Hermsen. „Diese sehr posi­tive Ent­wick­lung zeigt auch, dass der Schul­ter­schluss aller Betei­ligten funk­tio­niert.“ Des­halb glauben die Betei­ligten auch daran, dass das nächste Etap­pen­ziel der Initia­tive, die durch­schnitt­liche Arbeits­lo­sen­quote auf 6,2 Pro­zent (1.260 Per­sonen) weiter senken zu können, in 2016 erreicht wird.

120 neue Jahreskurse mit Praktika zur Berufsvorbereitung

Das Ziel sei ambi­tio­niert, räumt Landrat Makiolla ein. „Denn wir haben natür­lich auch Glück gehabt bis­lang, dass die gün­stige Kon­junk­tur­lage unser Vor­haben begün­stigt hat.“ Außerdem sei die aktu­elle Flücht­lings­si­tua­tion bis­lang in dieser Zwi­schen­bi­lanz noch völlig unbe­rück­sich­tigt geblieben. „Momentan weiß ja noch nie­mand, wie sich die Situa­tion ent­wickeln wird. Es gibt da noch keine Zahlen oder Ten­denzen. Da müssen wir ein­fach abwarten“, meint Makiolla. „Was wir aber mit Sicher­heit wissen, ist, dass sich die Situa­tion ver­schärfen und ein Pro­blem auf uns zukommen wird.“

Die Sitzung der Vertreter der Initiative im Bauhaus am Haus Opherdicke. (Foto: Sengül Ersan - Kreis Unna)

Die Sit­zung der Ver­treter der Initia­tive im Bau­haus am Haus Opher­dicke. (Foto: Sengül Ersan – Kreis Unna)

Martin Wig­ger­mann, der Vor­sit­zende der Trä­ger­ver­samm­lung Job­center Unna, zeigte sich beson­ders erfreut dar­über, dass es der Initia­tive auch gelungen sei, die Arbeits­lo­sig­keit unter den benach­tei­ligten Jugend­li­chen (aus dem Rechts­kreis SGB II) zu senken, „Vor einem Jahr hatten wir hier noch 759 arbeits­lose Per­sonen, jetzt sind es 698. Das ist ein wirk­lich her­vor­ra­gendes Ergebnis“, so Martin Wig­ger­mann. Aller­dings habe sich auch gezeigt, dass die Zahl der Jugend­li­chen ohne Berufs­ab­schluss (600 Per­sonen) und sogar ohne Schul­ab­schluss (179 Per­sonen) gestiegen ist. „Und das ist eine Ent­wick­lung, die uns nicht zufrie­den­stellen kann“, betont Wig­ger­mann. Darum habe sich die Initia­tive ver­ab­redet, für diesen Per­so­nen­kreis noch stär­kere Akzente zu setzen im kom­menden Jahr. Landrat Michael Makiolla eist in diesem Zusam­men­hang darauf hin, dass bis zum Jahr 2017 ins­ge­samt 120 neue Plätze mit Jah­res­kursen zur Berufs­vor­be­rei­tung an den drei Berufs­kol­legs im Kreis Unna für diese benach­tei­ligten Jugend­li­chen geschaffen werden sollen.

Die Kurse sollen gemeinsam mit den Kam­mern ange­boten werden und Prak­tika zum Berufs­ein­stieg anbieten. „Selbst­ver­ständ­lich benö­tigen wir auch noch mehr Aus­bil­dungs­plätze für diese benach­tei­ligten Jugend­li­chen“, räumt Claudia Hermsen ein. Aus diesem Grund habe die Initia­tive ver­ab­redet, zusätz­lich vier Aus­bil­dungs­ak­qui­si­teure ein­zu­setzen, die nicht nur Aus­bil­dungs­plätze ein­werben, son­dern junge Men­schen auch in der Aus­bil­dung begleiten sollen.

Hin­ter­grund: Neben den Ver­tre­tern des Kreises und der Kom­munen, unter ihnen auch Holzwickedes Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel, der Agentur für Arbeit Hamm, der Trä­ger­ver­samm­lung des Job­cen­ters Unna, nahmen heute Ver­treter fol­gender Insti­tu­tionen an dem Treffen in Opher­dicke teil: Bezirks­re­gie­rung Arns­berg, Ein­zel­han­dels­ver­band West­falen-Mün­ster­land e.V., Unter­neh­mens­ver­band West­falen-Mitte, Indu­strie- und Han­dels­kammer Dort­mund, Kreis­hand­wer­ker­schaft Dort­mund und Lünen, Kreis­hand­wer­ker­schaft Hellweg-Lippe, Hand­werks­kammer Dort­mund.

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