Gute Arbeit für über 300 Langzeitarbeitslose im Kreis: Lage bei Tafeln bleibt angespannt

Vorstand der Tafel Kreis Unna, v.li.: Patricia Westermann, Roland Lutz, Ulrike Trümper und Helge Rosenstengel. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Der Vor­stand der Tafel Kreis Unna, v.li.: Patricia Wester­mann, Roland Lutz, Ulrike Trümper und Helge Rosen­stengel. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Posi­tive Nach­richten für lang­zeit­ar­beits­lose Men­schen und den Arbeits­markt: Das Job­center Kreis Unna kann mit dem neuen Teil­ha­be­chan­cen­ge­setz mehr als 300 Men­schen, die schon sehr lange arbeitslos sind, eine Per­spek­tive auf dem Arbeits­markt eröffnen. Bei den Tafeln im Kreis Unna bleibt die Per­so­nal­si­tua­tion aller­dings nach wie vor ange­spannt, wie die Geschäfts­füh­rerin erklärt. Ulrike Trümper wider­spricht damit dem arbeits­markt­po­li­ti­schen Spre­cher der SPD-Kreis­tags­frak­tion, Martin Wig­ger­mann, der bereits wieder Ent­war­nung für die Tafeln gibt.

Jobcenter berichtet in SPD-Kreistagsfraktion

Die Zahl von mehr als 300 Lang­zeit­ar­beits­losen nannte Job­center-Geschäfts­führer Uwe Rin­gel­siep in der jüng­sten Sit­zung der SPD-Kreis­tags­frak­tion. Beson­ders erfreu­lich: Die betrof­fenen Lang­zeit­ar­beits­losen werden im Rahmen von sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tigen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nissen bei Arbeit­ge­bern in der Wirt­schaft, sozialen Ein­rich­tungen oder Kom­munen arbeiten. Die Arbeit­geber erhalten hierfür Zuschüsse vom Staat. Das Pro­jekt ist auf Nach­hal­tig­keit ange­legt: Coa­ches unter­stützen und betreuen Teil­neh­mende und Arbeit­geber wäh­rend der För­de­rung. Ins­ge­samt gehören im Kreis Unna rund 4.000 Men­schen zur Ziel­gruppe.

Rin­gel­siep lobte bei der Vor­stel­lung der Zahlen die hohe Betei­li­gung und Unter­stüt­zungs­be­reit­schaft durch die Städte und Gemeinden im Kreis Unna. „Aktuell haben wir bereits 200 Anträge vor­liegen, die wir jetzt mit Hoch­druck bear­beiten“, schil­derte er. Martin Wig­ger­mann, arbeits­markt­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD-Kreis­tags­frak­tion und 1. stell­ver­tre­tender Landrat, stellt den hohen Wir­kungs­grad des För­der­instru­ments heraus: „Es gibt viele Men­schen, die ohne Hilfen keine rea­li­sti­sche Chance auf einen regu­lären Arbeits­platz haben. Die indi­vi­du­ellen Unter­stüt­zungs- und Betreu­ungs­an­ge­bote setzen genau an dieser Stelle an.“

Auch 30 Maßnahmen für die Tafeln

Erfreut zeigt sich Wig­ger­mann zudem, dass das Job­center der Tafel im Kreis Unna seit dem 1. Januar 30 Plätze im Rahmen der För­de­rung von Arbeits­ge­le­gen­heiten zur Ver­fü­gung stellt, damit die Tafel ihren gewohnten Betrieb wie­der­auf­nehmen kann. „Wir sind sehr erleich­tert, dass die Tafel nun wieder über die gewünschte Per­so­nal­stärke ver­fügt, um die bedürf­tigen Men­schen in der Region mit Lebens­mit­teln zu ver­sorgen. Wir danken vor allem dem Job­center und der Kreis­ver­wal­tung für die schnelle und unkom­pli­zierte Hilfe.“

Mit dem Aus­laufen des Bun­des­pro­jekts „Soziale Teil­habe am Arbeits­markt“ Ende des ver­gan­genen Jahres hatte die Tafel den Betrieb in vier ihrer neun Aus­ga­be­stellen, dar­unter auch Holzwickede, ein­ge­stellt. Die aktu­elle Per­so­nal­aus­stat­tung ent­spricht nun wieder der Situa­tion wie vor der För­de­rung durch das Bun­des­pro­jekt. Einen beson­deren Dank richtet Wig­ger­mann an die zahl­rei­chen ehren­amt­li­chen Kräfte, die die Arbeit der Tafel unent­gelt­lich unter­stützen.

Problem: Ob alte oder neue Mitarbeiter ist noch offen

Aus Sicht der Tafeln im Kreis Unna ist es aller­dings noch zu früh, Ent­war­nung zu geben. „Die Ver­ant­wort­li­chen im Job­center, beim Kreis Unna und in den Kom­munen sind wirk­lich bemüht, uns zu helfen“, bestä­tigt Tafel-Geschäfts­füh­rerin. Aller­dings: Wann die Tafel wieder in aus­rei­chender Per­so­nal­stärke alle vier Aus­ga­be­stellen eröffnen kann, steht noch nicht fest.

Die Ver­ant­wort­li­chen im Job­center, beim Kreis Unna und in den Kom­munen sind wirk­lich bemüht, uns zu helfen.“

Ulrike Trümper, Geschfts­füh­rerin der Tafeln Kreis Unna e.V.

Zur­zeit haben wir nur 26 Mit­ar­beiter und keine 30. Tat­sache ist auch, dass alle diese 26 Maß­nahmen bis 31. Januar begrenzt sind, also am Monats­ende aus­laufen“, sagt Trümper. Dies sei aber üblich und auch keine Über­ra­schung, wes­halb die Geschäfts­füh­rerin die ent­spre­chenden Anträge auf Ver­län­ge­rung der Maß­nahmen bereits gestellt hat. „Unser Pro­blem ist, dass der­zeit noch nie­mand weiß, welche der alten Maß­nahmen nochmal ver­län­gert werden oder ob wir ganz neue Leute bekommen.“

Für den Tafel­be­trieb mache es natür­lich einen erheb­li­chen Unter­schied, ob ganz uner­fah­rene neue Mit­ar­beiter erst ein­ge­ar­beitet werden müssen oder das alte Per­sonal wei­ter­ar­beiten kann, erklärt die Geschäfts­füh­rerin. „Des­halb müssen wir zunächst abwarten. Erst wenn wir diese 30 Leute tat­säch­lich im Februar haben, können wir sagen, wann wir den gewohnten Betrieb wieder auf­nehmen.“

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