Gesunde Eiche gefällt: Gemeinde von Grundeigentümer ausgetrickst?

An dieser Stelle auf dem Eckgrundstücks Münchener Allee/Düsseldorfer Weg stand die Eiche, die einer Garage weichen musste. Statt der Garage wurde der Garten verschönert. (Foto: privat)

An die­ser Stel­le auf dem Eck­grund­stücks Mün­che­ner Allee/Düsseldorfer Weg stand die Eiche, die einer Gara­ge wei­chen muss­te. Statt der Gara­ge leg­te der Eigen­tü­mer aber nur einen Zier­gar­ten an. (Foto: pri­vat)

Hat der Eigen­tü­mer eines Grund­stückes an der Mün­che­ner Allee/Düsseldorfer Weg die Gemein­de Holzwicke­de vor­sätz­lich getäuscht, um eine Fäll­ge­neh­mi­gung für eine statt­li­che, streng geschütz­te Eiche auf sei­nem Grund­stück zu erhal­ten?

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hat­te der Eigen­tü­mer des Grund­stückes den Fäll­an­trag gestellt, über den im Umwelt­aus­schuss bera­ten wur­de. Da es sich bei dem Baum um eine kern­ge­sun­de deut­sche Eiche mit einem Stamm­um­fang von zwei Metern han­del­te, hät­te sein Antrag nor­ma­ler­wei­se kei­ne Chan­ce auf Geneh­mi­gung gehabt. Denn die Baum­schutz­sat­zung schützt sol­che Bäu­me streng. Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen wer­den nur sel­ten erteilt. Im kon­kre­ten Fall argu­men­tier­te der Antrag­stel­ler jedoch damit, dass auf sei­nem Grund­stück der Bau einer Gara­ge beab­sich­tigt sei. Der Baum ste­he der geplan­ten Gara­ge bzw. der Zufahrt im Wege und müs­se des­halb besei­tigt wer­den. Die Mit­glie­der des Umwelt­aus­schus­ses stimm­ten schließ­lich unter die­ser Vor­aus­set­zung der Ent­fer­nung der Eiche zu. Gleich­zei­tig ver­pflich­te­ten sie den Antrag­stel­ler dazu, zwei Ersatz­bäu­me als Aus­gleich zu pflan­zen.

Für die Zufahrt sei­ner Gara­ge erwarb der Grund­ei­gen­tü­mer außer­dem einen weni­ge Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stücks­strei­fen von der Gemein­de Holzwicke­de.

Statt Garage wurde ein Ziergarten angelegt

Luftbild

Auf die­sem Luft­bild ist der Baum auf dem Eck­grund­stück Mün­che­ner Allee/Düsseldorfer Weg noch zu erken­nen. (Foto: googlemaps.de.)

Nach nun­mehr einem Jahr ist die Gara­ge aller­dings noch immer nicht gebaut. Und ob sie über­haupt jemals gebaut wird, muss bezwei­felt wer­den. Denn kaum war der Baum weni­ge Tage nach der Ent­schei­dung im Umwelt­aus­schuss gefällt, ließ der Eigen­tü­mer sei­nen Gar­ten auf­wen­dig mit Zier­ra­sen, Stein­beet, Gabio­nen und Git­ter­zaun her­rich­ten. Kaum anzu­neh­men, dass die­se Gar­ten­bau­maß­nah­me durch eine Gara­ge oder Zufahrt wie­der zunich­te gemacht wer­den soll.

Offen­bar däm­mert inzwi­schen auch eini­gen Poli­ti­kern, dass sie vom Antrag­stel­ler aus­ge­trickst wur­den und die Fäll­ge­neh­mi­gung für die Eiche zu vor­schnell erteilt wur­de. Auf Nach­fra­ge von FDP-Spre­cher Fritz Bern­hardt im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss am Diens­tag die­ser Woche zeig­te sich die Ver­wal­tung aller­dings noch opti­mi­stisch, dass die Gara­ge auf dem Grund­stück Mün­che­ner Allee/Düsseldorfer Weg gebaut wird.

Konsequenzen drohen wohl keine

Davon gehe ich immer noch aus“, erklär­te Fach­be­reichs­lei­ter Jens-Uwe Schmied­gen auch gegen­über dem Emscher­blog. „Schließ­lich wur­de die Erlaub­nis zum Fäl­len des Bau­mes nur unter der Vor­aus­set­zung erteilt, dass dort eine Gara­ge gebaut wird.“ Unter der glei­chen Vor­aus­set­zung habe die Gemein­de auch ihren Grund­stücks­strei­fen  an den Antrag­stel­ler ver­kauft.

Doch wel­che Kon­se­quen­zen hät­te es, wenn die Gara­ge nie gebaut wird und die Eiche  unter fal­schen Vor­aus­set­zun­gen gefällt wor­den ist? Da woll­te sich Jens-Uwe-Schmied­gen nicht so genau fest­le­gen.  „Das müss­ten wir dann mal juri­stisch prü­fen las­sen.“ Immer­hin will die Gemein­de aber zumin­dest genau dar­auf ach­ten, ob wenig­stens die bei­den Ersatz­bäu­me noch gepflanzt wer­den, wozu sich der Antrag­stel­ler vor einem Jahr ver­pflich­tet hat.

Print Friendly, PDF & Email
visage

Dipl.-Journalist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.