Geschickter Zug: Schach-Hochburg Dortmund setzt auf Organisationstalent von Gerd Kolbe

Freuen sich auf  das 47. Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund, v.l.: Gerd Kolbe , Stefan Koth (Turnierdirektor), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Uwe Samulewicz (Sparkassen-Chef) und Klaus Deventer (Dt. Schachbund). (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Freuen sich auf das 47. Spar­kassen Chess-Mee­ting in Dort­mund, v.l.: Gerd Kolbe , Stefan Koth (Tur­nier­di­rektor), Bür­ger­mei­sterin Birgit Jörder, Uwe Samu­le­wicz (Spar­kassen-Chef) und Klaus Deventer (Dt. Schach­bund). (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Im Juli ist Dort­mund wieder der Nabel der Schach­welt – zumin­dest für ein Woche: Vom 13. bis 21. Juli findet das 47. Spar­kassen Chess-Mee­ting im Orchest­er­zen­trum an der Brück­straße in Dort­munds City statt. Die stets mit Welt­klasse-Spie­lern besetzten Chess-Mee­tings in der Nach­bar­stadt gehören zu den drei wich­tig­sten Tur­nieren welt­weit. Dass beim Namen Dort­mund nicht mehr jeder nur an Fuß­ball und den BVB denkt, son­dern in der Schach­welt Dort­mund und das Spiel der Könige ebenso selbst­ver­ständ­lich in einem Atemzug genannt werden Tennis und Wim­bledon, hat die Nach­bar­stadt einem Holzwickeder und seinem Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent zu ver­danken: Gerd Kolbe.

Der 74-jäh­rige ehe­ma­lige Pres­se­spre­cher der Stadt Dort­mund ist den mei­sten Holzwicke­dern wohl vor allem als Chef­or­ga­ni­sator der Fuß­ball-Welt­mei­ster­schaft für die Stadt Dort­mund, ihr WM-Bot­schafter sowie Pres­se­spre­cher und Archivar von Borussia Dort­mund bekannt. Dass der erklärte Fuß­ballfan aber auch für den Schach-Sport brennt und ein aus­ge­wie­sener Kenner dieses Spiels ist, wissen nur wenige. „Dass war aber nicht immer so“, räumt Gerd Kolbe ein, der in diesem Jahr zum 30. Mal das Chess-Mee­ting in der Nach­bar­stadt orga­ni­siert. 

Zur „Her­zens­sache“ ist Schach für den Holzwickeder erst im Laufe der Jahre geworden. „Auch, weil ich so viele tolle Per­sön­lich­keiten rund um dieses Tur­nier ken­nen­ge­lernt habe wie Helmut Pfleger, diesen groß­ar­tigen Jour­na­li­sten und Schach-Groß­mei­ster oder Robert von Robert von Weiz­säcker, den Ehren­prä­si­denten des Deut­schen Schach­bundes.“ Aber auch Vla­dimir Kramnik, der als einer der besten Schach­spieler aller Zeiten gut 25 Jahre lang das „Aus­hän­ge­schild“ des Dort­munder Tur­niers gewesen ist und nachdem der seine Kar­riere beendet hat, in diesem Jahr erst­mals nicht mehre dabei ist, Garry Kas­parov und viele wei­tere Schach­größen hat Kolbe in seiner Zeit als Ver­an­stal­tungs­leiter des Dort­munder Schach-Mee­tings per­sön­lich kennen- und schätzen gelernt und in ihrer sport­li­chen Kar­riere begleitet.

47. Sparkassen Chess-Meeting wieder hochkarätigt besetzt

Auch das 47. Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund ist wieder hochkarätig besetzt: Dortmunds Bürgermeisterin Birgit Jörder (2.v.l.) bei der Auslosung der Paarungen am Gründonnerstag. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Auch das 47. Spar­kassen Chess-Mee­ting in Dort­mund ist wieder hoch­ka­rätig besetzt: Dort­munds Bür­ger­mei­sterin Birgit Jörder (2.v.l.) bei der Aus­lo­sung der Paa­rungen am Grün­don­nerstag. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Den Grund­stock für das Chess-Mee­ting in Dort­mund hat der ehe­ma­lige Pres­se­spre­cher der Stadt Dort­mund, Eugen Schack­mann, gelegt, der erkannt hatte, dass Schach als „intel­li­gentes Spiel für intel­li­gente Men­schen in einer intel­li­genten Stadt“ ein pro­bates Mittel ist, um das Image der Nach­bar­stadt auf­zu­bes­sern. Als Gerd Kolbe im Jahr 1973 Schack­manns Nach­folger als Pres­se­spre­cher der Nach­bar­stadt wurde, hatte das Schach-Tur­nier aller­dings noch nicht die Bedeu­tung wie heute: Im ver­gan­genen Jahr ver­folgten zwar „nur“ 2.000 Besu­cher die sie­ben­tä­gige Ver­an­stal­tung vor Ort mit. Zeit­gleich wurden die Par­tien der acht Spieler aber live ins welt­weite Netz über­tragen, wobei sich, wie die Ver­an­stalter stolz ver­melden, über 100.000 User auf der Home­page tum­melten.

2.000 Besu­cher vor Ort erscheinen viel­leicht etwas wenig“, erläu­tert Kolbe, dessen Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent nicht nur in Dort­mund noch immer hoch­ge­schätzt ist. „Doch als wir vor einigen Jahren ent­schieden haben, das Tur­nier live ins Netz zu über­tragen, haben wir den zu erwar­tenden Besu­cher­rück­gang ganz bewusst in Kauf genommen.“ Wobei sich der Schritt als richtig erwiesen habe: „Ins­ge­samt hat das Inter­esse an dem Tur­nier enorm zuge­nommen.“ Als Ver­an­stal­tungs­leiter hat Gerd Kolbe ein 20-köp­figes Orga­ni­sa­ti­ons­team zusam­men­ge­stellt, wel­ches das all­jähr­liche „Festival des Schachs“, wie Kolbe es nennt, in der Nach­bar­stadt betreut: neben dem Spar­kassen Chess-Mee­ting gehören auch noch drei offene Tur­nier für Ama­teure und Laien sowie das Helmut-Kohls-Jugend­tur­nier dazu.

Alle wei­teren Info zum Spar­kassen Chess-Mee­ting 2019 finden Sie unter diesem Link

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.