Geriatriesymposium: Lange Wunschliste für optimale Versorgung älterer Menschen

Die Vertreter der Institutionen und der Kreisverwaltung bei ihrem Treffen heute zum Geriatriesymposium auf Haus Opherdicke. (Foto: Kreis Unna)

Die Ver­treter der Insti­tu­tionen und der Kreis­ver­wal­tung bei ihrem Treffen heute zum Ger­ia­trie­sym­po­sium auf Haus Opher­dicke. (Foto: Kreis Unna)

In der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung älterer Pati­enten müssen ambu­lante und sta­tio­näre Kräfte besser und enger zusam­men­ar­beiten. Dieses zen­trale Ziel for­mu­lierten Ver­treter von Kran­ken­häu­sern, nie­der­ge­las­senen Ärzten, aus der Pflege und der Kran­ken­kassen beim Ger­ia­trie­sym­po­sium 2017 auf Haus Opher­dicke.

Rund 90 Teil­nehmer aus Pflege- und The­ra­pie­ein­rich­tungen, Kran­ken­häu­sern, sozialen Ver­bänden und der Ärz­te­schaft waren der Ein­la­dung des Ger­ia­trie­ver­bundes Kreis Unna am ver­gan­genen Mitt­woch (18.10.) gefolgt und kamen damit diesem Plan schon einen kleinen Schritt näher: Sie netz­werkten über ihre beruf­li­chen Grenzen hinweg.

Der Geriatrieverbund

Der Ger­ia­trie­ver­bund steckt – wie die Fach­dis­zi­plin der Alters­me­dizin selbst – noch in den Kin­der­schuhen. Seit der Grün­dung vor drei Jahren arbeiten die kon­fes­sio­nellen Kran­ken­häuser im Kreis Unna, der LWL, das „Gesund­heits­netz“ (Zusam­men­schluss nie­der­ge­las­sener Ärzte, Zahn­ärzte, Apo­theker, Kran­ken­häuser) und der Kreis Unna im Bereich Ger­ia­trie ver­trau­ens­voll und abseits des sonst übli­chen Wett­be­werbs zusammen. Denn sie wissen: Eine wohn­ort­nahe, qua­li­tativ hoch­wer­tige Ver­sor­gung der wach­senden Zahl älterer Pati­enten kann nur gelingen, wenn alle Betei­ligten an einem Strang ziehen.

Schön, dass Sie sich für die wür­de­volle Ver­sor­gung alter Men­schen ein­setzen“, lobte Bärbel Wie­der­mann, Vor­sit­zende der Ärz­te­kammer West­falen-Lip­pe/­Ver­sor­gungs­be­zirk Dort­mund. Der Ver­bund sei vor­bild­lich, sie kenne nichts Ver­gleich­bares, erklärte Wie­der­mann wäh­rend ihrer Mode­ra­tion der Podi­ums­dis­kus­sion weiter. Lob gab es auch vom Regio­nal­di­rektor der AOK Kreis Unna. In der Sozial- und Alten­pla­nung sei der Ver­bund sehr gut unter­wegs, so Thomas Drees.

Vize-Landrat eröffnet

Vize-Landrat Martin Wig­ger­mann, der das Sym­po­sium auf Haus Opher­dicke eröffnet hatte, hob die Bedeu­tung des Ver­bundes und seiner Auf­gaben hervor: Es gehe beim Thema Alters­me­dizin um nichts Gerin­geres als die Men­schen­würde.

Für die Ver­bund­mit­glieder gilt es jetzt, mög­lichst viele wei­tere Mit­streiter auf allen Ebenen zu finden und so dem Ziel der bes­seren Zusam­men­ar­beit näher zu kommen. „Mein Traum ist, dass ein alten­ge­rechtes Kran­ken­haus bald richtig hip gefunden wird“, warb der nie­der­ge­las­sene All­ge­mein­me­di­ziner Dr. Paul Jansen aus Kamen um mehr Beach­tung für die fach­über­grei­fende Dis­zi­plin. Dann ginge sicher­lich auch der Wunsch von Dr. Harald Gün­ther, Chef­arzt der Ger­ia­trie am St. Marien Hospital Lünen, nach mehr Ansehen in Erfül­lung. „Noch ist das Fach im Medi­zin­stu­dium ein­fach unsexy.“

Umdenken für Pflegeberufe

Chri­stian Larisch, Geschäfts­führer des katho­li­schen Hospi­tal­ver­bundes Hellweg, for­derte in der Podi­ums­dis­kus­sion ein „Umdenken für Pfle­ge­be­rufe“, damit die Her­aus­for­de­rung einer immer älter (und kränker) wer­denden Gesell­schaft auch noch in 20 und 40 Jahren mit aus­rei­chend qua­li­fi­ziertem und enga­giertem Per­sonal gestemmt werden kann. „Lebens­lotsen“ für Pati­enten und Ange­hö­rige durch den Dschungel von ambu­lanten Hilfen und büro­kra­ti­schen Hürden for­derte Jochen Laible, Kran­ken­pfleger-Experte der Dia­konie Hellweg.

Das Sym­po­sium, das neben der Podi­ums­dis­kus­sion um die Zukunft der Ger­ia­trie auch aus Fach­vor­trägen bestand, soll sich mög­lichst bald als Ver­an­stal­tungs­reihe eta­blieren.

Sämt­liche Mit­glieder des Ger­ia­trie­ver­bundes Kreis Unna stellen sich und ihre ger­ia­tri­sche Arbeit in einer neuen gemein­samen Bro­schüre vor. Die Bro­schüre kann auf den Web­sites der ein­zelnen Kli­niken ein­ge­sehen oder beim Evan­ge­li­schen Kran­ken­haus Unna, Hol­bein­straße 10 in 59423 Unna, ange­for­dert werden: Telefon 02303 – 106 211, E-Mail info@ek-unna.de. | (EK Unna)

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