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Gemeinde will Flüchtlinge auf Haarstrang-Sportanlage unterbringen

In dem zweigeschossigen Gebäude am Kunstrasenplatz auf der Haarstrang-Sportanlage möchte die Gemeinde Flüchtlkinge unterbringen. Foto: P. Gräber)
In dem zweigeschossigen Gebäude am Kunstrasenplatz auf der Haarstrang-Sportanlage möchte die Gemeinde Flüchtlkinge unterbringen. Foto: P. Gräber)

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge setzt auch die Gemeinde Holzwickede weiter unter Druck. Erstmals will die Gemeinde nun mit einem Gebäude auf der Haarstrang-Sportanlage auch Teile von Sportstätten zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen. Das bestätigte Matthias Aufermann auf Nachfrage des Emscherblogs.

Aktuell befinden sich 125 Flüchtlinge in der Emschergemeinde, nachdem in der Vorwoche weitere elf Personen angekommen waren. Diese konnten noch untergebracht werden. „Die große Zahl der neu eintreffenden Flüchtlinge hat sich noch nicht bis zu uns ausgewirkt“, räumt der zuständige Sachgebietsleiter Matthias Aufermann ein. „Wir gehen aber davon aus, dass wir wohl in den nächsten Tagen noch weitere Flüchtlinge zugewiesen bekommen.“

Wir gehen aber davon aus, dass wir wohl in den nächsten Tagen noch weitere Flüchtlinge zugewiesen bekommen.“

Matthias Aufermann, zuständiger Sachgebietsleiter in der Verwaltung

Und dann wird es eng. Wie sind diese weiteren Menschen unterzubringen?  Zwar kann demnächst  auch das zweite Gebäude des Sozialkaufhauses an der an der Bahnhofstraße wieder für die Flüchtlinge genutzt werden, weil das kaufnett in das benachbarte Ladenlokal umzieht. Doch bis es soweit ist, wird  es noch einige Wochen, vielleicht sogar Monate dauern. „Das Sozialkaufhaus will Mitte Oktober aus dem Gebäude raus sein“, weiß Matthias Aufermann. „Wir werden prüfen, ob es vielleicht auch etwas früher geht. Aber sicher ist das noch nicht.“  Wenn das Gebäude geräumt ist, wird die Instandsetzung für den Neubezug durch die Flüchtlinge ebenfalls noch einige Zeit dauern. Danach können schließlich maximal 25 bis 30 Personen in dem ehemaligen Sozialkaufhaus untergebracht werden.

Gebäude war schon einmal Notunterkunft

Darum haben sich die Verantwortlichen im Rathaus frühzeitig nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten umgesehen. Und ihr auf das doppelgeschossige Gebäude am Kunstrasenplatz des HSC auf dem Haarstrang gefallen. Dieses Gebäude war vor 25 Jahren zu Wendezeiten schon einmal als Notunterkunft für Flüchtlinge bzw. Aussiedler genutzt worden, wie Matthias Aufermann erklärt. Im unteren Geschoss befinden sich Umkleideräume, Duschen und Sanitäranlagen, in der oberen Etage Besprechungsräume, die aktuell auch vom HSC-Gesundheitssport für einige Kurse genutzt werden. Im Prinzip müssten dort nur einige Trennwände eingezogen werden, um eine Flüchtlingsunterkunft zu schaffen.

Bereits vor vier bis fünf Wochen hat die Gemeinde deshalb Kontakt zum HSC aufgenommen und die Vereinsverantwortlichen in ihre Überlegungen eingeweiht. Ziel war es, nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, wie der sportliche Betrieb möglichst uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann. Als problematisch könnte sich erweisen, dass Kinder, Jugendliche und andere Sportler die unteren Umkleiden und Duschen nutzen, während die Sanitäranlagen und übrigen Räumlichkeiten von den Flüchtlingen mitgenutzt werden. Zudem müssten mehrere Gesundheitssportkurse ausfallen. Auch morgen (9.9.) will die Verwaltung nch einmal ein Informationsgespräch mit den Verantwortlichen des HSC führen.

Willkommenskultur leidet nicht

Im Ausschuss für Schule, Sport, Sport, Kultur und Städtepartnerschaften heute abend (8.9.) teilte Susanne Werbinsky, Sprecherin der Grünen und Leiterin des HSC-Gesundheitssports mit, dass der Umbau des Vereinsgebäudes am Haarstrang berets in der kommenden Woche beginnen soll und die Räume dann nicht mehr vom HSC-Gesundheitssport genutzt werden könnten. Auf die Willkommenskultur der Teilnehmer habe sich das allerdings nicht negativ ausgewirkt. Im Gegenteil habe sich eine Teilnehmerin spontan bereit erklärt, einen Kurs Autogenes Training in ihrer privaten Wohnung durchzuführen. Auch für die anderen Kurse, die betroffen sind, würden sich bestimmt noch Lösungen finden.

Flüchtlinge, Haarstrang-Sportanlage


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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