Gemeinde stellt städtebauliches Konzept (ISEK) vor: Politik muss nun entscheiden

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Letz­te Bür­ger­ver­an­stal­tung zum Inte­grier­ten Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept ISEK im Forum, v.l.: Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel, Dr. Vere­na Brehm, Johan­nes Bött­ger und Prof. Dr. Ursu­la Stein stell­ten das Leit­bild, die Zie­le und ver­schie­de­ne Pro­jek­te von ISEK vor. (Foto: P. Grä­ber)

Zur drit­ten und letz­ten Bür­ger­ver­an­stal­tung zum The­ma ISEK (Inte­grier­tes Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept) hat­te die Gemein­de heu­te (30.8.) ab 18 Uhr ins Forum des Schul­zen­trums ein­ge­la­den. Ide­en und Anre­gun­gen ein­brin­gen konn­ten die etwa 30 bis 50 Bür­ger heu­te nicht mehr. Dafür ist das Ver­fah­ren schon zu weit fort­ge­schrit­ten. Unter dem Titel Per­spek­ti­ve Holzwicke­de prä­sen­tier­te das Pla­ner-Trio Prof. Dr. Ursu­la Stein, Dr. Vere­na Brehm und Johan­nes Bött­ger heu­te den Ent­wurf des Stadt­ent­wick­lungs­kon­zepts, so wie es in den kom­men­den Wochen von der Poli­tik dis­ku­tiert und spä­te­stens Anfang Novem­ber beschlos­sen wer­den soll.

Ins­ge­samt sind in dem Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept genau 37 Pro­jek­te ent­hal­ten, von denen aller­dings längst nicht alle för­der­fä­hig durch den Land NRW sind. Genau betrach­tet haben nur 19 Pro­jek­te Aus­sicht auf Bezu­schus­sung durch das Land, wobei natür­lich bei jedem die­ser Pro­jek­te auch noch ein finan­zi­el­ler Eigen­an­teil in unter­schied­li­cher Höhe durch die Gemein­de Holzwicke­de auf­ge­bracht wer­den muss. Eine Arbeits­kar­te mit allen för­der­fä­hi­gen (blaue Schrift) und son­sti­gen Pro­jek­ten fin­den Sie hier.

Nach­dem in den ersten bei­den Ver­an­stal­tun­gen die Bestands­auf­nah­me und Struk­tur­da­ten sowie die Ana­ly­se und das Gemein­de­pro­fil im Mit­tel­punkt stan­den gin­gen es heu­te um das Leit­bild und Ent­wick­lungs­zie­le der Gemein­de.

Wesent­li­che Ent­wick­lungs­zie­le des ISEK sind etwa

  • den Wohn­stand­ort stär­ken
  • die Nah­ver­sor­gung ver­bes­sern
  • den Gewer­be­stand­ort stär­ken, bin­den und auf­wer­ten
  • Stra­ßen als Teil des Ortes ver­ste­hen
  • Begeg­nungs­or­te im Sied­lungs­raum gestal­ten
  • Land­wirt­schaft­li­che Flä­chen als Kul­tur­land­schaft stär­ken
  • eine öko­lo­gi­sche Gemein­de wer­den
  • einen Mobi­li­täts­mix eta­blie­ren
  • zen­tra­le Orte für Gemein­de­le­ben schaf­fen und stär­ken
  • Iden­ti­tät stif­ten­de Orte sicht­bar machen
  • Den Außen­auf­tritt der Gemein­de opti­mie­ren

In den ersten bei­den Bür­ger­ver­an­stal­tun­gen wur­den bereits ver­schie­de­ne Pro­jek­te vor­ge­stellt. Heu­te kon­zen­trier­ten sich die Pla­ner auf Pro­jek­te aus dem Bereich Eco Port und Gemein­de­mit­te, von denen eini­ge heu­te etwas näher dar­ge­stellt wur­den.

Projekte aus Eco Port und Gemeindemitte vorgestellt

Im Ent­wick­lungs­be­reich Eco Port (Eine Über­sicht fin­den Sie hier) ist eines der geplan­ten Pro­jek­te ein Pen­del­bus zwi­schen Bahn­hof und Wil­helm­stra­ße mit Hal­te­stel­len dazwi­schen am Rat­haus und der Nord­stra­ße. Wei­te­re Pro­jek­te sind eine E-Rad­sta­ti­on im Eco Port, aber auch die Unter­füh­rung (A 44) soll auf­ge­wer­tet wer­den. Zu den Pro­jek­ten mit höch­ster Prio­ri­tät, die ver­mut­lich schon 2017 real wer­den könn­ten, zählt die Ein­rich­tung eines zen­tra­len Plat­zes „Forum“.  Dabei han­delt es sich um einen Platz an der Wil­helm­stra­ße etwas ober­halb von McDonald’s, der als „Eco Tor“ mehr Auf­ent­halts­qua­li­tät in die­sen Bereich brin­gen soll, etwa mit gastro­no­mi­schen Ange­bo­ten und Ruhe­mög­lich­kei­ten. Rund 25.000 Euro Kosten ver­an­schla­gen die Pla­ner dafür.

Die mei­sten ISEK-Pro­jek­te, näm­lich 15, befin­den sich im Ent­wick­lungs­be­reich Gemein­de­mit­te und Emscher­park (Eine Über­sicht fin­den Sie hier). Das wich­tig­ste und größ­te davon, auch mit der höch­sten Prio­ri­tät ab 2017, ist der Rats­haus­neu­bau, der auch Start­aus­lö­ser für ISEK gewe­sen ist. Rund neun Mio. Euro sind für den Neu­bau ver­an­schlagt, der inzwi­schen auch als Rat- und Bür­ger­haus bezeich­net wer­den soll. Denn neben der Poli­tik und Ver­wal­tung soll der Neu­bau auch ein Bür­ger­haus unter­brin­gen.

Ein eige­nes Pro­jekt, das eben­falls Prio­ri­tät hat, ist dem Bür­ger­bü­ro gewid­met: Es soll abge­ris­sen und an sei­ner Stel­le, so die Pla­ner, eine Art Medi­en- und Infor­ma­ti­ons­zen­trum ent­ste­hen: im Kern eine moder­ne Büche­rei.

Dezente Umgestaltung Festplatz und neuer „Alleeplatz“

Rela­tiv zeit­nah rea­li­siert wer­den könn­te auch der Mehr­ge­ne­ra­tio­nen-Spiel­platz im Emscher­park. 125.000 Euro soll er kosten und nicht nur für die Jugend, son­dern auch für Senio­ren und loka­le Ver­ei­nen attrak­tiv sein und genutzt wer­den kön­nen. Für 50.000 Euro lie­ße sich, nach Ansicht der Pla­ner, auch eine Mul­tisport­an­la­ge im Emscher­park rea­li­sie­ren.

Ein wei­te­res Pro­jekt sieht die Umge­stal­tung des Fest­plat­zes vor – aller­dings recht dezent.  Die Pla­ner schla­gen vor, in einem Bereich des Fest­plat­zes die vor­han­de­nen Stell­plät­ze zu ergän­zen und den öden Fest­platz ins­ge­samt für 40.000 Euro umzu­ge­stal­ten.

Mit einem noch anzu­le­gen­den Allee­platz am Stand­ort des ehe­ma­li­gen Haus Duden­roth soll der histo­ri­sche Stand­ort Duden­roth stär­ker im Bewusst­sein der Holzwicke­der Bevöl­ke­rung ver­an­kert wer­den. Dafür könn­te ein Was­ser­spiel auf­ge­stellt wer­den auf dem Platz und die­ser so gestal­tet wer­den, dass sich die Auf­ent­halts­qua­li­tät des Emscher­parks qua­si ver­län­gert. Rund 1.500 qm soll der Allee­platz groß wer­den und 110.000 Euro kosten.

Mit Blick auf die immer älter wer­den­de Holzwicke­der Bevöl­ke­rung zielt ein wei­te­res Pro­jekt auf die Schaf­fung eines bar­rie­re­frei­en Stra­ßen­rau­mes ab. Kosten: ca. 45.000 Euro.

Anhand von Schautafeln konnten sich die Bürger, hier mit Büprgermeristerin Ulrike Drossel (2.v.r.), informieren und auch Fragen stellen. (Foto: P. Gräber)

Anhand von Schau­ta­feln konn­ten sich die Bür­ger, hier mit Bür­ger­me­ri­ste­rin Ulri­ke Dros­sel (2.v.r.), infor­mie­ren und auch Fra­gen stel­len. (Foto: P. Grä­ber)

Schließ­lich soll im näch­sten Jahr schon eine rund 50.000 Euro teu­re Image­kam­pa­gne anlau­fen, die Holzwicke­de als Quell­ge­mein­de her­aus­stellt.

Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel zeig­te sich zuver­sicht­lich, dass das ISEK-Gesamt­pa­ket mit allen Pro­jek­ten im Novem­ber vom Gemein­de­rat ver­ab­schie­det wird. Dass die Pro­jek­te dann auch rea­li­siert wer­den, heißt das aber noch lan­ge nicht. Dies wird im kon­kre­ten Ein­zel­fall davon abhän­gen, ob das Land ein Pro­jekt för­dert und die Gemein­de den Eigen­an­teil auf­brin­gen kann. Das „Königs­pro­jekt“, der Neu­bau des Rat.- und Bür­ger­hau­ses ist etwa mit rund neun Mio. Euro ver­an­schlagt, von denen das Land maxi­mal 75 Pro­zent För­de­rung in Aus­sicht gestellt hat. Der Eigen­an­teil, der auf die Gemein­de ent­fie­le, wür­de dem­nach gut zwei Mio. Euro betra­gen. Dass sich nach Auf­brin­gung einer sol­chen Sum­me wohl vor­läu­fig kei­ne gro­ßen finan­zi­el­len Sprün­ge mehr machen las­sen – dafür muss man kein Finanz­ex­per­te sein, um das zu erken­nen.

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visage

Dipl.-Journalist

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