Freies Sägen für freie Bürger: CDU will Baumschutz abschaffen

Die CDU will  Bäume auf privaten Grundstücken nicht mehr schützen. Auch Ausgleichspflanzungen  sollen nach einer Baumfällung nicht mehr nötig sein. (Foto: Peter Gräber)

Die CDU will Bäume auf pri­vat­en Grund­stück­en nicht mehr schützen. Auch Aus­gle­ich­spflanzun­gen sollen nach ein­er Baum­fäl­lung nicht mehr nötig sein. (Foto: Peter Gräber)

In der Absicht, Bäume auf pri­vat­en Grund­stück­en zum willkür­lichen Fällen freizugeben, übertrumpfen sich die Umwelt­poli­tik­er der Gemeinde ger­ade gegen­seit­ig: Nach­dem die FDP bere­its einen Antrag zur Änderung der Baum­schutzsatzung gestellt hat, will die CDU Holzwickede die Baum­schutzsatzung gle­ich ganz abschaf­fen.

Während die Lib­eralen immer­hin noch Aus­gle­ich­pflanzun­gen für jeden gefäll­ten Baum vorse­hen, wollen die Christ­demokrat­en auch darauf ganz verzicht­en. Den weit­erge­hen­den Antrag zur ersat­zlosen Abschaf­fung der Baum­schutzsatzung hat die CDU jet­zt für den näch­sten Umweltauss­chuss (27.6.) gestellt.

Nach Ansicht der CDU ver­bi­ete die Baum­schutzsatzung bis­lang „die eigen­ver­ant­wortliche Gestal­tung des eige­nen Garten­grund­stücks; Fäll­genehmi­gun­gen gibt es wenn über­haupt nur nach lang­wieri­gen, bürokratis­chen Entschei­dungs­find­un­gen und Wartezeit­en gegen Gebühr“, begrün­det Frank Laus­mann den Antrag sein­er Frak­tion. „Wer sich über seine hoch gewach­se­nen Bäume nicht mehr freut, weil sie sein Grund­stück in eine Schat­ten­wiese ver­wan­delt haben, hat fast keine Möglichkeit, Abhil­fe zu schaf­fen. Geschützte Bäume ab einem Stam­mum­fang von 80 cm gel­ten, von weni­gen begrün­de­ten Aus­nah­me­fällen abge­se­hen, als unan­tast­bar“, so Laus­mann weit­er. Viele Bürg­er wür­den deshalb ihre Bäume fällen, bevor sie den Umfang von 80 cm erre­icht haben oder aus Furch vor den Kon­se­quen­zen gle­ich ganz auf die Pflanzung von Bäu­men verzicht­en, glaubt die CDU.

Die Bevor­mundung und bürokratis­che Gän­gelung der Bürg­er muss umge­hend been­det wer­den“, heißt es in dem Antrag weit­er. Viele Gemein­den hät­ten nie eine Baum­schutzsatzung gehabt oder diese wieder außer Kraft geset­zt, ohne ein „Rodungsparadies“ zu wer­den. „Die CDU-Frak­tion set­zt auf den eigen­ver­ant­wortlichen, umwelt­be­wussten Bürg­er, der um den ökol­o­gis­chen Wert von Bäu­men in der Gemeinde weiß und möchte deshalb die Entschei­dung über die Gestal­tung des eige­nen Gartens wieder in seine Hand zurück­geben.“

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Dipl.-Journalist

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