Flüchtlingsunterbringung: Holzwickede und Schwerte Vorbild für Zusammenarbeit

Landrat und Bürgermeister verabredeten bei der Klausur in Sundern die weitere interkommunale Zusammenarbeit. Foto: K. Schuon – Kreis Unna

Auch in der IKZ-Klausur der Bürg­er­meis­ter in Sun­dern in diesem Monat war die Zusam­me­nar­beit bei der Unter­bringung von Flüchtlin­gen ein The­ma. (Foto: K. Schuon – Kreis Unna)

Die interkom­mu­nale Zusam­me­nar­beit (IKZ) der Kom­munen des Kreis­es Unna zahlt sich auch bei der Unter­bringung von Flüchtlin­gen aus: Die Stadt Schw­erte hat in dieser Woche erst­mals Flüchtlinge aus Holzwickede über­nom­men, die in der Emscherge­meinde derzeit nicht mehr unterge­bracht wer­den kön­nen. Eine Zusam­me­nar­beit in dieser Form war bish­er nicht möglich. Holzwickede, Schw­erte sind damit auch auf Lan­desebene Vor­bild für andere Kom­munen und Präze­den­z­fall.

Mit dieser Maß­nahme sehen wir jet­zt endlich Licht am Ende des Tun­nels“, bestätigt Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel. „Wir ver­suchen ja alles, um die Flüchtlinge unterzubrin­gen und Notun­terkün­fte möglichst auch wieder frei zu ziehen. Ich kann es nicht anders sagen: Es gibt wirk­lich sehr viele kreative Ansätze und Ideen auf kom­mu­naler Ebene dazu. Derzeit über­schla­gen sich wirk­lich die Ereignisse und es gibt fast täglich Verän­derun­gen.“

Wir ver­suchen ja alles, um die Flüchtlinge unterzubrin­gen und Notun­terkün­fte möglichst auch wieder frei zu ziehen. Ich kann es nicht anders sagen: Es gibt wirk­lich sehr viele kreative Ansätze und Ideen auf kom­mu­naler Ebene dazu. Derzeit über­schla­gen sich wirk­lich die Ereignisse und es gibt fast täglich Verän­derun­gen.“

Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel

Der Ansatz der Interkom­mu­nalen Zusam­me­nar­beit (IKZ) ist schon älter und war in diesem Jahr auch schon The­ma in der Bürg­er­meis­terkon­ferenz und ein­er Klausur. Richtig Druck auf den Kessel kam durch Holzwickedes Ver­wal­tungsspitze um Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel durch eine im Grunde völ­lig absurde Sit­u­a­tion: Als in der Gemeinde Holzwickede auch noch der let­zte Unter­bringungsplatz für Flüchtlinge zum Jahre­sende 2015 belegt war und ern­sthaft über­legt wurde, auch noch die Hilgen­baumhalle zu sper­ren, wur­den zeit­gle­ich 1.300 freie Unterkun­ft­splätze für Flüchtlinge in anderen Kom­munen des Kreis­es gemeldet.

Schwerte übernimmt Flüchtlinge aus Holzwickede

Als eine Mitar­bei­t­erin von uns sich erkundigte, ob wir einige dieser Plätze nutzen kön­nten, wurde sie auf den Dienst­weg ver­wiesen“, erk­lärt Ulrike Drossel, die das nicht ruhen ließ. Die Holzwicked­er vere­in­barten einen Ter­min bei der Bezirk­sregierung Arns­berg. Auch für den Kreis Unna hat­te Lan­drat Michael Maki­ol­la mit Arns­berg in gle­ich­er Sache Kon­takt aufgenom­men nach den IKZ-Tre­f­fen in diesem Monat. Ergeb­nis der Gespräche: Es ist ab sofort möglich, dass Kom­munen auf frei­williger Basis Flüchtlinge aus anderen Kom­munen übernehmen. Wobei die abgebende Kom­mune für jeden einzel­nen Flüchtling, der in der der Nach­barkom­mune unterge­bracht wird, weit­er in vollem Umfang finanziell ver­ant­wortlich bleibt. Der bürokratis­che und rechtliche Hin­ter­grund für diese eigentlich nahe­liegende Maß­nahme zur Unter­bringung ist beträchtlich und auch für die über­ge­ord­neten Behör­den völ­liges Neu­land.

Umso erfreuter war Ulrike Drossel, als sie von der Kom­mu­nalauf­sicht in Arns­berg die Zus­tim­mung für die interkom­mu­nale Absprache erhielt. „Ich habe sofort alle Bürg­er­meis­ter im Kreis angeschrieben und nachge­fragt, ob man uns einige Flüchtlinge abnehmen kann“, so Ulrike Drossel. Die Stadt Schw­erte hat in dieser Woche als erste bere­its reagiert und einige Flüchtlinge aus Holzwickede über­nom­men. „Als ich das hörte, hat mich das sehr gefreut“, sagt auch Kreis­di­rek­tor Dr. Thomas Wilk. „Auch der Lan­drat hat ja auf Kreisebene mit Arns­berg  in dieser Frage in Verbindung ges­tanden.“

Da das Land und die Bezirk­sregierung bis Ende näch­ster Woche sowie auch über Karneval keine Flüchtlinge nach Holzwickede zuweisen wollen, hat sich die Unter­bringungssi­t­u­a­tion etwas entspan­nt. Anfang Feb­ru­ar soll dann auch die Raketen­sta­tion bezugs­fer­tig sein, mit der die Gemeinde Holzwickede dann ihrer­seits möglicher­weise ein­er Nach­barkom­mune aus der Unter­bringungs-Bre­douille helfen kann. „Das ist die Idee hin­ter der interkom­mu­nalen Zusam­me­nar­beit“, bestätigt Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel.

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Dipl.-Journalist

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