Flüchtlingsinitiative “Willkommen in Holzwickede” dankt allen Unterstützern

Der Helfer­kreis bei seinem jüng­sten Tre­f­fen im Alois-Gem­meke-Haus. (Foto: P. Gräber — Emscherblog.de)

Die Flüchtlingsini­tia­tive “Willkom­men in Holzwickede” unter­stützt die in der Emscherge­meinde untergekomme­nen Asyl­be­wer­ber und Flüchtlinge mit großem Ein­satz. Bei allem Ide­al­is­mus und per­sön­lichen Engage­ment brauchen die ehre­namtlichen Helferin­nen und Helfer allerd­ings auch finanzielle Mit­tel, um helfen zu kön­nen. Deshalb sind die Ehre­namtlichen der Ini­tia­tive auf Spenden für ihre Arbeit angewiesen. 

Das begin­nt bei Kleinigkeit­en von Brief­marken, Fahrkarten, um zum Recht­san­walt zu kom­men oder Trans­portkosten bei Umzü­gen”, erläutert Roswitha Göbel-Wiemers, Sprecherin der Ini­tia­tive. “Viel Geld geben wir auch für Unter­richts­ma­te­ri­alien aus und zum Teil auch für Medika­menten­zuzahlung oder Rezept­ge­bühren.”

Diese Ausgaben finanziert die Initiative aus Spenden

Ver­wal­ter der Spenden­gelder ist Klaus Luc­ka, der zum Jahre­sende ein­mal die wichtig­sten Aus­gaben der Flüchtlingsini­tia­tive zusam­mengestellt hat, die seit März 2016 aus Spenden­geldern bezahlt wur­den. Danach hat die Ini­tia­tive seit März 2016 aus­gegeben für:

  Lern­mit­tel für Alpha­betisierungs- und Deutschkurse 310,00 Euro
Schüler­essen für Ganz­tags­grund­schulen 1.856,00 Euro
Trans­port- und Fahrtkosten 520,00 Euro
Über­set­zun­gen und Pass­ge­bühren 498,00 Euro
Anwalt­skosten 1.875,00 Euro
Zusät­zliche medi­zinis­che Maß­nah­men 653,00 Euro
Miet­zuschuss 512,00 Euro
Anschaf­fun­gen für das tägliche Leben der Flüchtlinge 1.223,00 Euro
Gemein­same Zusam­menkün­fte und Flüchtlingskaf­fee 89,00 Euro
Gegen­stände für die All­ge­mein­heit in den Unterkün­ften 749,00 Euro

Ins­ge­samt hat die Ini­tia­tive seit März 2015 aus Spenden und ver­schiede­nen Fördertöpfen für die Flüchtlingsar­beit 14.515,50 Euro aus­gegeben.

Dankschreiben zum Jahreswechsel

Soweit die Flüchtlingsini­tia­tive die Spender namentlich erre­ichen kon­nte, haben sich die Ehre­namtlichen zum Jahreswech­sel in einem per­sön­lichen Schreiben für die Unter­stützung bei ihnen bedankt. Da es jedoch auch etliche anonyme Unter­stützer gibt, veröf­fentlicht der Emscherblog das Dankschreiben der ehre­namtlichen Flüchtling­shelfer zum Ausklang des Jahres an dieser Stelle in Wort­laut:

Ein arbeit­sre­ich­es Jahr geht zu Ende. Für viele Flüchtlinge, die auf ihren Asylbescheid warteten, ist die lange Zeit des Wartens been­det.

Lei­der haben viele nur ‚sub­sidiären Schutz’ erhal­ten. Das ist ins­beson­dere für Flüchtlinge, die ihre Fam­i­lien noch in Syrien oder anderen Län­dern haben, eine sehr belas­tende Sit­u­a­tion. Denn nur mit der Anerken­nung der ‚Flüchtling­seigen­schaft’ kann die zurück­ge­lassene Fam­i­lie ein Ein­rei­se­vi­sum beantra­gen. Auch beim Fam­i­li­en­nachzug heißt es erneut ‚warten’, was die Fam­i­lien­väter und Ehemän­ner stark belastet.

Junge Män­ner, die geflo­hen sind, benöti­gen eben­falls den erweit­erten Schutz der ‚Flüchtling­seigen­schaft’, weil sie in ihrem Heimat­land als fah­nen­flüchtig gel­ten.

Diese bei­den Grup­pen sehen sich also genötigt, gegen den Bescheid Klage einzure­ichen. Das ist kost­spielig und bedeutet weit­er ban­gen und warten, denn bis das Urteil erge­ht, kann es erneut ca. ein Jahr dauern.

Lag im Jahr 2015 der Schw­er­punkt unser­er Ini­tia­tive darin, sich für die Verbesserung des Wohnum­feldes in der Massen­er Straße und die Begleitung und Beratung der Flüchtlinge bei den ersten Schrit­ten in der neuen All­t­agswelt einzuset­zen, so waren wir im Jahr 2016 beson­ders gefordert, den Flüchtlin­gen einen Weg durch den Bürokratie-Dschun­gel zu bah­nen (Papiere besor­gen, For­mu­la­re aus­füllen, zu Behör­den begleit­en, Anrufe täti­gen …) Aber auch viele prak­tis­che Fra­gen des All­t­ags, der Unter­bringung, Arztbe­suche … standen an.

Wohnungssuche gestaltet sich sehr aufwändig

Die Woh­nungssuche, die Woh­nung­sein­rich­tung, Trans­porte wur­den beson­ders in der zweit­en Jahreshälfte sehr aufwändig.

Dass die Sprachkurse auch in diesem Jahr kon­tinuier­lich ange­boten wer­den kon­nten, ist eine beacht­enswerte Leis­tung unser­er Sprach­lehrer und -lehrerin­nen.

Inzwis­chen haben alle Ein­rich­tun­gen Haus­be­treu­ung­steams als Ansprech­part­ner. Diese sind min­destens an einem Tag in der Ein­rich­tung, um ein offenes Ohr für die Bewohn­er zu haben und die notwendi­ge Unter­stützung zu leis­ten oder zu ver­mit­teln.

Das monatliche „Cafe der Begeg­nung“ und die Fahrrad­w­erk­statt sind fes­ter Bestand der Ange­bote der Ini­taitive. Das Fußball­train­ing der Flüchtlinge liegt inzwis­chen in der Hand der Flüchtlinge.

Eine Home­page ist in Arbeit und wir hof­fen, dass wir diese bald freis­chal­ten kön­nen.

Es gäbe sicher­lich noch von vie­len Einzel­heit­en zu bericht­en.

Spenden für ehrenamtliche Arbeit wichtig

Aber all dies war nur möglich, weil Mitar­beit­er und Mitar­bei­t­erin­nen der Ini­tia­tive mit großem Ein­satz und Aus­dauer auch 2016 segen­sre­ich gewirkt haben. Die Stun­den, die die Ehre­namtlichen geleis­tet haben, sind ungezählt und unbezahlbar.

Bei allem Auf und Ab, allen Hoff­nun­gen und Ent­täuschun­gen sind die Begeg­nun­gen miteinan­der und das Engage­ment füreinan­der erfüllt mit guten, inten­siv­en und bere­ich­ern­den Erfahrun­gen.

Vieles wurde erst möglich durch die einge­gan­genen Sach- und Geld­spenden. Auch von Seit­en der Kirchen durften wir Unter­stützung erfahren, z.B. Kollek­ten, Ein­ladun­gen zum Gemeind­fest, Mit­tel aus dem Flüchtlings­fonds in Pader­born, kosten­freie zur Ver­fü­gung Stel­lung von Räu­men.

Zwei Flüchtlings­fam­i­lien kon­nten sog­ar im Alois-Gem­meke-Haus wohnen.

Auch Flüchtlinge bringen sich ein

Aber nicht nur die Mitwirk­enden der Ini­tia­tive waren aktiv. Auch die Flüchtlinge bracht­en sich an ver­schiede­nen Stellen ein, z.B. bei der Papier­samm­lung ‚Pater Beda’, bei den Auße­nar­beit­en von St. Stephanus, bei Trans­porten und bei vie­len kleinen Dinge, wo Hil­fe von ihnen benötigt wurde.

Eine beson­dere Aktion war der ‚inter­re­ligiöse Pil­ger­weg für den Frieden’ von Holzwickede nach Opherdicke, der viele Flüchtlinge und Holzwicked­er zusam­men­führte.

Kindergärten und Schulen nah­men Flüchtlingskinder auf und leis­teten einen beachtlichen Beitrag zur Inte­gra­tion.

Die Woh­nungssuche für Flüchtlinge ist müh­sam und oft­mals ent­täuschend. Aber auch dort gab es zum Glück Holzwicked­er Bürg­er, die Woh­nun­gen an Flüchtlinge ver­mi­eten. Nach der Odysee der Flucht und der oft lan­gen Unter­bringung in Flüchtling­sun­terkün­ften sind die eige­nen vier Wände endlich ein kleines Stück Heimat. Manch net­ter Vermieter/ Ver­mi­eterin oder manche Nach­barn haben sich um die neuen Mit­be­wohn­er geküm­mert. Denn das Ein­leben und Zurechtfind­en in der neuer ‚Heimat’ ist sehr schw­er und kaum allein zu meis­tern.

Allen, die sich auf die eine oder andere Weise einge­bracht, um Flüchtlinge in Holzwickede willkom­men zu heißen, und ihnen behil­flich waren, gilt ein her­zlich­es Dankeschön!!!”

(Ver­schickt wurde das Dankschreiben mit vie­len gesam­melten Unter­schriften der Flüchtlinge)

Spendenkon­to Flüchtlingsini­tia­tive „Willkom­men in Holzwickede“ „Flüchtling­shil­fe”
Kon­to 1000248243
bei der Sparkasse Unna/Kamen
IBAN DE30443500601000248243

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Dipl.-Journalist

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