Fledermäuse unter Schutz: NIcht nur beim Bauen auf seltene Tiere achten

 Die Fledermaus steht unter Schutz. (Foto: H. Knüwer - Kreis Unna)

Die heimis­che Fle­d­er­maus ste­ht unter Schutz. (Foto: H. Knüw­er — Kreis Unna)

(PK) Alle heimis­chen Fle­d­er­mausarten ste­hen unter beson­derem Arten­schutz. Darauf weist die Untere Land­schafts­be­hörde des Kreis­es Unna hin und appel­liert, die Quartiere der sel­ten gewor­de­nen Tiere zu erhal­ten.

Ins­beson­dere bei Bau­maß­nah­men und Sanierungsar­beit­en sollte man aufmerk­sam sein“, unter­stre­icht Chris­t­ian Makala aus der Unteren Land­schafts­be­hörde. So ist es geset­zlich ver­boten, die Wochen­stuben, in denen Fle­d­er­mäuse im Juni und Juli ihre Jun­gen zur Welt brin­gen, zu stören. „Mit gutem Willen lassen sich in aller Regel gute Lösun­gen find­en“, sagt Makala. Der Erhalt von Höh­len­bäu­men leiste eben­falls einen guten Beitrag zum Fle­d­er­mauss­chutz.

Wichtig sei auch die Förderung eines aus­re­ichen­den Nahrungsange­botes, das im Wesentlichen aus Insek­ten – von Mück­en bis zu Maikäfern — beste­ht. Deshalb soll­ten Gärt­ner auf den Ein­satz von Insek­tiziden verzicht­en, weil Fle­d­er­mäuse diese zusam­men mit den Insek­ten aufnehmen und daran ster­ben kön­nen. Makala: „Fle­d­er­mauss­chutz ist heute in unser­er stark belasteten Umwelt drin­gend erforder­lich, um das Über­leben dieser inter­es­san­ten Tier­gruppe zu gewährleis­ten und so ein­er weit­eren Ver­ar­mung der Arten­vielfalt ent­ge­gen­zuwirken.“

13 Fledermausarten leben in der näheren Umgebung

Von den deutsch­landweit nachgewiese­nen 24 Fle­d­er­mausarten kom­men 21 in Nor­drhein-West­falen vor. Nach den umfan­gre­ichen Recherchen der bei­den Fle­d­er­mau­s­ex­perten Irm­gard Devri­ent und Rein­hard Wohlge­muth aus Holzwickede sind bis­lang 13 Fle­d­er­mausarten im Kreis Unna und näher­er Umge­bung fest­gestellt wor­den.

Chris­t­ian Makala weiß: „Oft scheit­ern konkrete Schutz­maß­nah­men daran, dass die Vorkom­men von Fle­d­er­mäusen erst gar nicht bekan­nt sind.“ Die Holzwicked­er Fle­d­er­maus-Experten Irm­gard Devri­ent und Rein­hard Wohlge­muth  sowie die Untere Land­schafts­be­hörde bieten deshalb Beratung an. Zu erre­ichen sind die Untere Land­schafts­be­hörde unter T. 0 23 03 / 27–21 70 sowie die Fle­d­er­maus­fach­leute Irm­gard Devri­ent und Rein­hard Wohlge­muth unter T. 0 23 01 / 79 21.

Hin­ter­grund:

Die im Kreis Unna nachgewiese­nen Fle­d­er­maus-Arten lassen sich zwei großen Grup­pen zuord­nen: Zum einen gibt es hier Fle­d­er­mäuse, die sich schw­er­punk­t­mäßig im Sied­lungs­bere­ich aufhal­ten und zum anderen solche, die stärk­er an Wälder gebun­den sind.

Zwergfle­d­er­maus, Bre­it­flügelfle­d­er­maus und Kleine Bart­fle­d­er­maus sind vornehm­lich in Städten und Ortschaften anzutr­e­f­fen. Ihre Wochen­stuben befind­en sich in und an Gebäu­den, gele­gentlich auch in Baumhöhlen. Zur Nahrungssuche fre­quen­tieren sie Gärten, Parks und Gewäss­er.

Zu den Wald­fle­d­er­mäusen zählen Abend­segler, Braunes Lan­gohr, Fransen­fle­d­er­maus, Wasser­fle­d­er­maus und Rauhaut­fle­d­er­maus. Sie leben und jagen in Waldge­bi­eten und ziehen ihre Nachkom­men in Baumhöhlen (Buntspechthöhlen), hin­ter los­er Rinden­borke oder in Faulstellen von Bäu­men auf. Unter den Fle­d­er­mäusen gibt es Arten, die — ähn­lich wie Zugvögel — auf Wan­der­schaft gehen. So haben die heimis­chen Fle­d­er­mau­s­ex­perten Irm­gard Devri­ent und Rein­hard Wohlge­muth bere­its zahlre­iche Nach­weise von gekennze­ich­neten Abend­seglern, die aus den östlichen Bun­deslän­dern stam­men und im Kreis Unna nachgewiesen wer­den kon­nten — oder die hier markiert und dort wiederge­fun­den wur­den. Ein Klein­abend­segler schaffte es sog­ar vom Kreis Unna bis nach Zen­tralspanien in die Nähe von Madrid.

Übri­gens haben Fle­d­er­mäuse nichts mit Mäusen zu tun. Mäuse gehören zu den Nagetieren, die heimis­chen Fle­d­er­mäuse aber zu den Insek­ten fressenden Fled­ertieren. Der Schutz dieser sich mit Ultra­schall­rufen ori­en­tieren­den Nachtjäger ist ein wichtiger Beitrag zur Erhal­tung der Arten­vielfalt.

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