Festplatz: Neuer Kindergarten soll nur noch fußläufig erreichbar sein

Die Fraktionen bei einem Ortstermin am künftigen Standort des neuen Kindergartens. Die Einrichtung soll für Eltern und Mitarbeiter nur fußläufig erreichbar sein. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Die Frak­tio­nen bei einem Ort­ster­min vor knapp einem Jahr am Stan­dort des geplanten neuen Kinder­gartens. Die Ein­rich­tung soll für Eltern und Mitar­beit­er nur noch fußläu­fig erre­ich­bar sein. (Foto: P. Gräber — Emscherblog.de)

Es war schon eine ziem­liche „Kröte“, die die Frak­tio­nen im Pla­nungs- und Bauauss­chuss am Dien­stagabend auf Vorschlag der Ver­wal­tung „schluck­en“ soll­ten: Ohne vorherige Infor­ma­tion an die Poli­tik will die Ver­wal­tung von der bish­er vere­in­barten Zufahrt­sregelung für den geplanten neuen Kinder­garten auf dem Fest­platz abwe­ichen und forderte dafür die Zus­tim­mung zur Änderung des Bebau­ungs­planes ein – ohne jedoch konkret darzule­gen, wie die neue Zufahrt denn geplant ist.

Stattdessen gab es lediglich den Hin­weis der Ver­wal­tung, dass der Hol- und Bringverkehr im östlichen Teil des Fest­platzes abgewick­elt wer­den soll mit Zufahrt über die Ham­burg­er Allee. Die erforder­lichen Stellplätze sollen nun­mehr im vorderen Bere­ich des Fest­platzes errichtet wer­den, von dort, wo die Schützen bis­lang ihren Fest­wa­gen aufge­baut haben bis hin­ter das Festzelt. Der Kinder­garten soll nur noch fußläu­fig erre­ich­bar sein für Eltern und Mitar­beit­er. Lediglich Handw­erk­er und der Müll­wa­gen sollen die Ein­rich­tung noch direkt über die vorhan­dene asphaltierte Zuwe­gung anfahren kön­nen. Vorge­se­hen sind an der Ein­rich­tung auch nur noch das bau­rechtliche Min­i­mum von vier Stellplätzen, darunter ein Behin­derten-Park­platz.

Dieser ganz neue Lösungsvorschlag sei mit allen Beteiligten abges­timmt wor­den und finde ins­beson­dere auch die Zus­tim­mung der Anwohn­er und Schützen, ver­sicherte Uwe Net­tlen­busch, Leit­er der Tech­nis­chen Dien­ste der Gemeinde.

Die Poli­tik nahm es mit großer Skep­sis zur Ken­nt­nis: „Wo sollen die Mitar­bei­t­erin­nen denn parken?“, „Haben die Schützen das wirk­lich so akzep­tiert?“, „Warum weichen wir denn von ein­er bere­its gefun­de­nen Regelung ab?“ —  Fra­gen wie diese hat­ten die Frak­tio­nen viele. Zudem wurde von den Frak­tio­nen die von der Ver­wal­tung mit­gelieferte schema­tis­che Darstel­lung der vorge­se­henen Stellplätze im neuen Bebau­ungs­plan als „äußerst dürftig“ emp­fun­den. Neun, etwas beschließen, was sie gar nicht ken­nen, wollte die Auss­chuss­mit­glieder nicht.  „Ich sehe darum keine Chance auf einen Beschluss heute“, erk­lärte Auss­chussvor­sitzen­der Wil­fried Brinkmann.

Gemeinde läuft die Zeit schon wieder davon

Diese per­spek­tivis­che Skizze des Pla­nungs­büros Weiss und Wes­sels zeigt, wie die neue Kita “Son­nen­schein” auf dem Fest­platz ein­fü­gen wird. (Foto: Weiss und Wes­sels)

Holzwickedes Beige­ord­neter Bernd Kasis­chke mühte sich nach Kräften, doch noch einen Beschluss her­beizuführen: „Wir bit­ten heute nur um die Zus­tim­mung zur Änderung des Bebau­ungs­planes.“ Noch nicht beschlossen werde damit die neue Regelung und Anord­nung der Stellplätze. „Dazu liefern wir auch noch eine detail­lierte Pla­nung nach, über sep­a­rat beschlossen wird.  Es wird auch noch eine Bekan­nt­machung und eine Bürg­er­beteili­gung geben“, so Bernd Kasis­chke weit­er.

Als Begrün­dung für die Neuregelung nan­nte die Ver­wal­tung: Es hät­ten 35 Poller geset­zt wer­den müssen, um zu ver­hin­dern, dass Eltern im Hol- und Bringverkehr die acht vorge­se­henen Stellplätze nicht nutzen kön­nen. Das wäre nicht nur optisch eine Zumu­tung gewe­sen. „Wir hät­ten auch den Unter­grund, der befahren wor­den wäre, auf eigene Kosten befes­ti­gen müssen.“

Allerd­ings ste­ht die Ver­wal­tung auch schon wieder unter erhe­blichem Zeit­druck. „Uns läuft die Zeit weg“, räumte der Beige­ord­nete ein. „Wenn wir heute nicht den Auf­trag zur Änderung des Bebau­ungs­planes bekom­men, kön­nen wir den Ter­min für den Bau des Kinder­gartens nicht hal­ten.“

Dafür woll­ten sich die Frak­tio­nen allerd­ings nicht ver­ant­wortlich machen lassen – gaben mit großen Bauch­schmerzen deshalb doch noch den Auf­trag zur Änderung des neuen Bebau­ungs­planes Gemeindliche Mitte. Die Ver­wal­tung ist jet­zt allerd­ings auch in der Pflicht eine planer­isch vernün­ftige und tragfähige Lösung bis zur näch­sten Son­der­sitzung des Auss­chuss­es zu liefern.

Politik gibt “grünes Licht” für größeren Aldi-Markt

Der Lebensmitteldiscounter Aldi an der Stehfenstraße will neu bauen und seine Verkaufsfläche verdoppeln. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Die Poli­tik stimmte den planer­ischen Änderun­gen für die Errich­tung des neuen Aldi-Mark­tes an der Ste­hfen­straße zu.  (Foto: P. Gräber — Emscherblog.de)

Im weit­eren Ver­lauf der Sitzung stand auch die Erweiterung des Einzel­han­dels­stan­dortes an der Ste­hfen­straße auf der Tage­sor­d­nung (Emscherblog berichtete). Konkret geht es darum, die planer­ischen Voraus­set­zun­gen dafür zu schaf­fen, dass der Lebens­mit­teld­is­counter Aldi den vorhan­de­nen Markt abreißt und mit dop­pel­ter Verkaufs­fläche neu erricht­en darf.

Unter der Voraus­set­zung, dass die Möglichkeit der von der Gemeinde angestrebten P+R-Anlage weit­er­hin möglich ist, stimmten die Frak­tio­nen der Berich­ti­gung der planer­ischen Voraus­set­zun­gen für das Bau­vorhaben zu. #

Grü­nen-Sprech­er Fried­helm Klemp regte an, bei Aldi nachzuifra­gen, ob es nicht auch möglich sei, zusät­zlichen Wohn­raums über dem neuen Markt zu schaf­fen. In anderen Städten wie Berlin sei das schon real­isiert wor­den. „Lei­der haben wir darauf wenig Ein­fluss“, stellte Auss­chussvor­sitzen­der Wil­fried Brinkmann dazu fest.

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visage

Dipl.-Journalist

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