Fachbereichsleiter bestätigt im Rat: Vorfälle in Flüchtlingsunterkünften häufen sich

Die ersten Bewohner sind heute zur Mühlenstraße nach Opherdicke umgezogen. Weitere werden werden: Die Unterkünfte an der Bahnhofstraße 23 und 25 werden abgerissen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Gegen Ende der Ratssitzung heute (18. Mai) informierte Fachbereichsleiter Matthias Aufermann die Ratsmitglieder über die Festnahme eines Asylbewerbers am Montagmittag im Sozialamt. Der Fachbereichsleiter schilderte den Vorfall im Wesentlichen so wie auch im Emscherblog dargestellt, aber auch deutlich, dass die Gemeinde keinen Einfluss mehr auf das weitere Verfahren hat.

So wurde der junge Ägypter nach seiner Festnahme am Montagvormittag kurzfristig aus dem Polizeigewahrsam ins katholische Krankenhaus Unna eingeliefert, da er gesundheitliche Probleme hatte. Ob der 22-Jährige nach seiner Behandlung im Krankenhaus wieder der Polizei überstellt, in Abschiebehaft genommen oder möglicherweise sogar wieder nach Holzwickede zurückkehren würde, „haben wir auch nicht gewusst“, so Aufermann. Nach den Informationen der Gemeinde befindet sich der junge Ägypter derzeit in Abschiebehaft und soll am nächsten Dienstag von Frankfurt aus in seine Heimat zurückfliegen.

Wie der Fachbereichsleiter auf Nachfrage bestätigte, könnte eine erneute Erkrankung oder die Weigerung des Flüchtlings, freiwillig in das Flugzeug zu steigen, seine Ausreise noch verhindern. „Die letzte Entscheidung, ob er ihn mitnimmt, trifft der Pilot.“ Ob der junge Ägypter, der schon seit 2015 hätte abgeschoben werden können, für den Fall seines Nichtabfluges wieder in Haft oder nach Holzwickede zurückkehren würde, „wissen wir nicht“, bestätigt Aufermann. „Das versuchen wir gerade noch mit dem Ausländeramt zu klären.“

Mitarbeiterinnen fühlen sich nicht mehr sicher

Der zuständige Fachbereichsleiter bestätigte auch, dass der Zwischenfall von Montag dieser Woche kein Einzelfall ist. „In letzter Zeit häuften sich in den Flüchtlingsunterkünften die Vorfälle“, darunter Schlägereien, auch mit Verletzungen wie Nasenbeinbrüche, Alkoholexzesse und andere Zwischenfälle. „Vor allem unsere Mitarbeiterinnen fühlen sich nicht mehr sicher“, bestätigt Aufermann im Rat. Die Gemeinde habe ihre Hilfe angeboten und veranlasst, dass die Mitarbeiterinnen „möglichst nur noch mit männlicher Begleitung in die Unterkünfte“ gehen.

„Aus unserer Sicht kippt die Stimmung gerade sehr stark. Allein gestern hatten wir fünf ablehnende Bescheide“, nennt Aufermann den mutmaßlichen Grund. „Wir müssen wirklich zusehen, dass unsere Mitarbeiter gut geschützt sind. Es ist nur ein Glück gewesen, dass ein anderer Flüchtling so besonnen reagiert hat.“ Auf Nachfrage räumte Aufermann ein, dass die Gemeinde im Grunde keine Handhabe habe, selbst wenn es sich um Personen handelt, die unter Beobachtung stehen. „Dieser Situation stehen wir auch ein bisschen ratlos gegenüber“, räumt Aufermann ein.

Aufermann teilte darüber hinaus mit, dass heute die ersten drei Flüchtlinge die Unterkünfte an der Mühlenstraße in Opherdicke bezogen haben, die inzwischen auf Selbstversorgung umgestellt sind. Weitere Flüchtlinge werden in den nächsten Tagen folgen, vor allem aus den Notunterkünften an der Bahnhofstraße 23 und 25, die bald abgerissen werden, aber auch aus den Gebäuden an der Massener Straße.

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Dipl.-Journalist
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