Erste Planungen für Mehrgenerationenspielplatz im Emscherpark

Lang ist’s her: Alt-Bür­ger­mei­ster Jenz Rother bei der Eröff­nung des Spiel­platzes im Emscher­park. Nach dem Umbau zum Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platz soll die Hän­ge­brücke als eines der wenigen Spiel­ge­räte erhalten bleiben. (Foto: Archiv)

Seine ersten Pla­nungen zum Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platz im Emscher­park stellte der Land­schafts­ar­chi­tekt Klaus Schulze vom Büro B.S.L. im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss diese Woche vor. Schulze ist in Holzwickede kein Unbe­kannter. Neben der Pla­nung für den Markt­platz hat der Land­schafts­ar­chi­tekt auch den Spiel­platz an der Villa Pfif­fikus gestaltet. Auch der große Spiel­platz am Phoe­nixsee in Dort­mund-Hörde wurde von seinem Büro ent­worfen und umge­setzt. 

Wäh­rend an der Villa die Grund­idee des Spiel­platzes das Thema Zeche war, schlägt Klaus Schulze für den neuen Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platz im Emscher­park das nahe­lie­gende Leit­thema Emscher (Wasser) vor. Unab­hängig von der spä­teren Gestal­tung emp­fiehlt der erfah­rene Land­schafts­ar­chi­tekt den Holzwicke­dern: „Ihr Emscher­park ist sehr außer­ge­wöhn­lich. Ich kann Sie nur dazu beglück­wün­schen. Wenn Sie dort mit­ten­rein einen Spiel­platz planen, muss der auch etwas Beson­deres.“ Ganz wichtig aus Sicht des Pla­ners: „Der Spiel­platz muss aus beiden Rich­tungen auch gut sichtbar sein!“ Die Blick­achse aus Rich­tung Markt­platz und aus der anderen Rich­tung sollte mög­lichst frei, der Emscher­park trotz der tren­nenden Kirch­straße als Ein­heit erkennbar sein.

Wich­tig­stes Merkmal eines Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platzes sind, so der Land­schafts­ar­chi­tekt, „ein rich­tiges, gut befe­stigtes Wege­sy­stem“. Die übli­chen was­ser­ge­bun­denen Wege­decken rei­chen nicht aus und sind „von Men­schen mit Geh­hilfen, Rol­la­toren oder Behin­de­rungen nicht zu benutzen“. Gerade die Senioren, die ihre Enkel­kinder auf einen Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platz begleiten, gehören zur Haupt­ziel­gruppe eines Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platzes.

Planer schlägt Emscher und Wasser als zentrales Thema vor

Auch den sehr gut ange­nom­menen Spiel­platz am Treff­punkt Villa hat der Land­schafts­ar­chi­tekt Klaus Schulze und sein Büro B.S.L. ent­worfen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Für den Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platz mit dem zen­tralen Thema Wasser schlägt der Planer ein Was­ser­spiel vor, zwei Stellen zum Wasser zapfen, wo Kinder Wehre und Dämme bauen und Mat­schen können. Für die Eltern, Groß­el­tern und andere Erwach­sene soll es Strand­räume geben. Alle Sitz­ge­le­gen­heiten müssen senio­ren­ge­recht mit bequemen Rücken- und Arm­lehnen und dreh­baren Sitz­flä­chen aus­ge­stattet sein, so dass bequemes Sitzen ermög­licht wird. Außerdem sind einige Tische vor­ge­sehen, an denen Brett- oder Kar­ten­spiele gespielt werden können.

Gegen­über den Was­ser­spielen sieht die erste Pla­nung einen Klet­ter­par­cours mit zwei Schau­keln und einem soge­nannten „Genera­tio­nen­schwinger“ vor. „Diese Geräte können alle gemeinsam von Kin­dern und Erwach­senen genutzt werden“, so Klaus Schulze im Aus­schuss. Außerdem soll die vor­han­dene Hän­ge­brücke als eines der wenigen schon vor­han­denen Spiel­ge­räte erhalten bleiben. Denkbar sei auch, so der Land­schafts­ar­chi­tekt, das Wege­sy­stem ähn­liche wie auf der Ska­ter­fläche an der Villa oder in Turn­hallen mit Mar­kie­rungen zu ver­sehen und so zur Bespiel­bar­keit der Wege auf­zu­for­dern.

Im Fach­aus­schuss stieß Klaus Schulze mit seinen Vor­schlägen aller­dings nicht auf unge­teilte Zustim­mung. Die Frak­tionen wünschten sich vor allem mehr wet­ter­feste Fit­ness­ge­räte für Erwach­sene. Davon riet der Spiel­platz­planer aller­dings drin­gend ab: „Natür­lich können wir solche Geräte auf­stellen. Das haben wir auch schon mehr­fach gemacht, etwa am Möh­nesee oder der Sor­pe­tal­sperre“, meinte Klaus Schulze. „Ich kenne aber keinen ein­zigen Fall, wo solche Geräte anschlie­ßend auch von Senioren oder älteren Erwach­senen ange­nommen worden sind.“

Die Gründe dafür seien auch wis­sen­schaft­lich unter­sucht worden. „Ent­weder haben #ältere Men­schen Angst sich zu ver­letzten oder sie wollen sich bla­mieren in der Öffent­lich­keit und schämen sich, solche Geräte zu benutzen.“

Die Frak­tionen wussten es trotzdem besser und gaben dem Planer mit ins wei­tere Plan­ver­fahren den Auf­trag, auch für die Ziel­gruppe zwi­schen den Kin­dern und Senioren einige Geräte vor­zu­sehen. „Schließ­lich heißt es ja Mehr­ge­nera­tio­nen­spiel­platz. Bisher ist uns die Pla­nung zu sehr auf Senioren abge­stellt“, so die Kritik im Fach­aus­schuss. Im nicht­öf­fent­li­chen Teil erteilten sie dann den Pla­nungs­auf­trag an Schulze und sein Büro B.S.L.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.