Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Unna-Massen ab 1. Juli startklar

Per Vertrag haben Land und Kreis die Kostenübernahme für die Erstaufnahmeeinrichtung in Unna-Massen geregelt. Für den Kreis unterschrieb Landrat Michael Makiolla (l.) stellvertretend für das Land Bernd Müller von der Bezirksregierung Arnsberg. Foto: C. Rauert – Kreis Unna

Per Ver­trag haben Land und Kreis die Kosten­über­nah­me für die Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung in Unna-Massen gere­gelt. Für den Kreis unter­schrieb Land­rat Micha­el Makiol­la (l.) stell­ver­tre­tend für das Land Bernd Mül­ler von der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg. (Foto: C. Rau­ert – Kreis Unna)

(PK) Der Ver­trag ist unter­schrie­ben, die Tin­te ist trocken. Damit steht der Eröff­nung einer Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung für Asyl­be­wer­ber im Kreis Unna nichts mehr ent­ge­gen. Ein­ge­rich­tet wird sie in der Lan­des­stel­le in Unna-Massen. Los geht es am 1. Juli.

Nach­dem der Kreis­tag zuge­stimmt hat, besie­gel­ten Land­rat Micha­el Makiol­la für den Kreis und Bernd Mül­ler, Abtei­lungs­lei­ter bei der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg, per Unter­schrift unter die zehn Jah­re lau­fen­de öffent­lich-recht­li­che Ver­ein­ba­rung die Erle­di­gung der Lan­des­auf­ga­be durch den Kreis.

Gere­gelt wur­de außer­dem die Über­nah­me der Kosten für die Her­rich­tung und Ein­rich­tung der Räum­lich­kei­ten sowie die Finan­zie­rung der Betriebs-, Sach- und Per­so­nal­ko­sten: Sie wer­den kom­plett vom Land über­nom­men.

Kosten werden vom Land übernommen

Die Kreis­ver­wal­tung über­nimmt ab 1. Juli die aus­län­der­recht­li­che Regi­strie­rung, die Orga­ni­sa­ti­on von medi­zi­ni­schen und radio­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen und den wei­te­ren Trans­fer der Asyl­be­wer­ber in ande­re Kom­mu­nen oder Bun­des­län­der.

Das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF), das über die gestell­ten Asyl­an­trä­ge ent­schei­det, wird dem­nächst eben­falls in Unna-Massen „vor Ort“ sein. Durch die Bün­de­lung bei­der Behör­den unter einem Dach ent­steht nach Mit­tei­lung von Bernd Mül­ler „eine Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung neu­en Typs“.

Außer­dem sol­len die Asyl­ver­fah­ren deut­lich beschleu­nigt wer­den. Ziel des Lan­des ist eine Ent­schei­dung inner­halb von 14 Tagen. Dass dies klappt, dafür sol­len rund 60 BAMF-Mit­ar­bei­ter sor­gen. Auch eine wei­te­re Infor­ma­ti­on ist Mül­ler wich­tig: „In Unna-Massen wer­den Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men, Abschie­bun­gen wird es von hier aus nicht geben.“

Deutliche Beschleunigung der Asylverfahren geplant

Die Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung ist wie ein Bür­ger­amt kon­zi­piert und unter­streicht die von Land­rat Micha­el Makiol­la beton­te Will­kom­mens­kul­tur. Ange­dockt ist sie in dem von Fer­di­nand Adam gelei­te­ten Fach­be­reich Öffent­li­che Sicher­heit und Ord­nung. Die Lei­tung vor Ort wird Frank Hoo­se über­neh­men. Das Team besteht aus zunächst 13 Mit­ar­bei­tern und soll nach bau­li­chen Erwei­te­run­gen auf 20 stei­gen.

Die Schaf­fung der Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung in der Lan­des­stel­le Unna-Massen setzt auf einen zwi­schen der Stadt Unna und dem Land geschlos­se­nen Ver­trag auf. Danach kann das Land das Gelän­de bis 2024 für die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen nut­zen, wobei eine Maxi­mal­be­le­gung von 800 Men­schen nicht über­schrit­ten wer­den darf.

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visage

Dipl.-Journalist

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