Einzigartig in Westfalen: Ortsheimatpfleger im Dreierpack gefunden

Amtseinführung der neuen Ortsheimatpfleger, v. l.: Bürgermeisterin Ulrike Drossel, Kreisheimatpfleger Dr. Peter Kracht mit Bernd Busemann und Miriam Franke. Nicht im Bild ist Christian Vorspohl, der erst am 31. Juli ins Amt eingeführt wird. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Amt­se­in­führung der neuen Ortsheimatpfleger, v. l.: Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel, Kreisheimatpfleger Dr. Peter Kracht mit Bernd Buse­mann und Miri­am Franke. Nicht im Bild ist Chris­t­ian Vor­spohl, der erst am 31. Juli ins Amt einge­führt wird. (Foto: P. Gräber — Emscherblog.de)

Kreisheimatpfleger Dr. Peter Kracht war die Freude anzuse­hen: „Es ist schon sehr bemerkenswert, dass hier in Holzwickede gle­ich drei neue Ortsheimatpfleger gefun­den wer­den kon­nten. Das ist in ganz West­falen einzi­gar­tig“, bestätigte Dr. Peter Kracht heute bei der Ernen­nung von Miri­am Kracht und Bernd Buse­mann zu Ortsheimatpflegern. 

Miri­am Kracht dürfte zudem die Ortsheimatpflegerin West­falens sein. Drit­ter im Bunde der Ortsheimatpfleger Holzwickedes ist Chris­t­ian Vor­spohl, der aus Urlaub­s­grün­den erst Ende Juli vom Kreisheimatpfleger in sein neues Amt einge­führt wer­den kann.

Alle drei Ortsheimatpfleger haben nach den ersten Vorge­sprächen schon ein Team gebildet, das sich regelmäßig jeden ersten Dien­stag im Monat im Kreiseck in Hengsen trifft.  „Erste Tre­f­fen hat es auch schon gegeben“, bestätigt Miri­am Franke. Wenn sich die drei Ortsheimatpfleger weit­er in ihre neue Auf­gabe einge­fun­den und abges­timmt haben, sollen die Tre­f­fen später auch öffentlich stat­tfind­en.

Erster Ansprech­part­ner für die Holzwicked­er Ortsheimatpfleger ist – neben Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel – Kreisheimatpfleger Dr. Peter Kracht, der die bei­den heute auch ins Amt ein­führte. „Wenn man sich beim West­fälis­chen Heimat­bund die Auf­gabenbeschrei­bung für Ortsheimatpfleger ansieht, kann man leicht den Ein­druck gewin­nen, dass es sich bei diesem Ehre­namt um eine 40-Stun­den-Woche han­delt“, meint Dr., Peter Kracht. „Tat­säch­lich sind Ortsheimatpfleger aber darin völ­lig frei, wie sie ihr Amt aus­gestal­ten.“

Jed­er, der möchte, kann sich gerne mit mir aus­tauschen. Ich bin auch gerne bere­it, bei der Fam­i­lien­forschung zu helfen.“

Miri­am Franke, Ortsheimatpflegerin mit Faible für Ahnen­forschung

Bei den neuen Amtsin­hab­ern in Holzwickede sind die Schw­er­punk­te klar: Miri­am Franke, die in Opherdicke aufgewach­sen ist und ger­ade wieder dor­thin umzieht, studiert Geschichte und hat ein beson­deres Faible für Ahnen­forschung, Archivwe­sen und Schulen. „Jed­er, der möchte, kann sich gerne mit mir aus­tauschen“, bietet die neue Ortsheimatpflegerin an. „Ich bin auch gerne bere­it, bei der Fam­i­lien­forschung zu helfen.“

Bernd Buse­mann ist haupt­beru­flich­er Architekt und Sachver­ständi­ger für Tun­nel­sicher­heit und Brand­schutz. Sein beson­deres Inter­esse gilt dem ökol­o­gis­chem Bauen, alten Gebäu­den und Bautech­niken sowie dem Denkmalschutz.

Team der Ortsheimatpfleger trifft sich regelmäßig

Wir haben auch schon damit begonnen, eine Agen­da zu erstellen, was wir als näch­stes ange­hen wollen“, sagt Bernd Buse­mann. Der all­ge­meine Denkmalschutz gehöre eben­so dazu wie das Auf­stellen von Panora­ma-Tafeln an Aus­sicht­spunk­ten in der Gemeinde. „Das Kellerkopf-Denkmal ist schon sehr ver­wit­tert und unansehn­lich“, war Bernd Buse­mann bei seinem Besuch vor weni­gen Wochen aufge­fall­en. „Der Sand­stein dort müsste wohl mal sandges­trahlt wer­den. Und auch die ural­ten Han­dläufe müssen erset­zt wer­den.“ Dem Fördervere­in fehle das Geld dafür.

An ein oder zwei Stellen, etwa mit Blick ins Ruhrtal, kön­nten große Panora­ma-Tafeln aufgestellt wer­den, die Hin­weise auf Land­marken und Sehenswürdigkeit­en enthal­ten. „Für so etwas reichen ein­fache Blechtafeln, die gelasert wer­den“, meint Buse­mann. „Das ist rel­a­tiv gün­stig zu machen und lan­glebig.“

Es ist ganz wichtig, dass sich jemand solch­er The­men der Heimatpflege annimmt und auch mal den Fin­ger in die Wunde legt.“

Ulrike Drossel, Bürg­er­meis­terin

Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel, die sich sehr um eine Nach­folge in der Ortsheimatpflege bemüht hat, ste­ht solchen Vorschlä­gen pos­i­tiv gegenüber­ste­ht. „Es ist ganz wichtig, dass sich jemand solch­er The­men der Heimatpflege annimmt und auch mal den Fin­ger in die Wunde legt.“ Die Bürg­er­meis­terin emp­fahl den bei­den Ortsheimatpflegern, Anträge und Vorschläge, die Geld kosten, kün­ftig möglichst frühzeit­ig zu stellen. „Damit wir die Mit­tel dafür auch in den Haushalt ein­stellen kön­nen. Wenn eine Maß­nahme zum Beispiel näch­stes Jahr umge­set­zt wer­den soll, müssen die Mit­tel dafür möglichst noch im August beantragt wer­den“, rät die Bürg­er­meis­terin. „Son­st kann da früh­estens 2019 etwas passieren. So lang sind die Vor­läufe bei uns.“

Aber auch die Bürg­er­meis­terin regte heute schon zwei The­men an, mit denen sich das Team der Ortsheimatpfleger beschäfti­gen kön­nte: 1. Den Erhalt und Schutz der Nator­p­er Müh­le, deren Eigen­tümer dieses älteste Gebäude der Gemeinde durch ein Regen­rück­hal­te­beck­en gefährdet sehen, das im Zuge der Ostumge­hung (L 677n) in direk­ter Nach­barschaft geplant ist. 2. Die Doku­men­ta­tion von Bericht­en älter­er Zeitzeu­gen für die Nach­welt, die, wie der Ex-BSV-Vor­sitzende Fritz Hoff­mann beim jüng­sten Schützen­fest, authen­tisch erzählen kön­nen, wie sie in ihrer Kind­heit das Holzwicked­er Schützen­we­sen erlebt haben und wie sich dieses imma­terielle Kul­turgut seit­dem verän­dert hat.

Die drei neuen Ortsheimatpfleger sind zunächst für die Dauer von fünf Jahren ernan­nt. Die Amtsin­hab­er kön­nen danach unbe­gren­zt wiederbestellt wer­den.

Print Friendly, PDF & Email
visage

Dipl.-Journalist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.