Ein ganz Großer ist von uns gegangen: Dieter „Hoppy“ Kurrat (75 J.) ist verstorben

Dieter "Hoppy" Kurrat vollendet heujt sein 75. Lebensjahr. (Foto: privat)

Dieter „Hoppy“ Kurrat wie ihn die Holzwickeder kennen: Dieter Kurrat ist heute im Alter von 75 Jahren verstorben. (Foto: privat)

Mit gerade einmal 1,62 m ist er der kleinste Spieler, der je in der Bundesliga gespielt hat, doch sein großes Kämpferherz hat ihn zu einem der bekanntesten und beliebtesten Sportler auf deutscher und internationaler Ebene gemacht.

Für die Dortmunder Borussia hat Dieter Kurrat, den alle nur „Hoppy“ rufen, von 1956 bis 1974 insgesamt 247 Bundesligaspiele bestritten und neun Tore in der höchsten deutschen Spielklasse. Neben Meistertitel und DFB-Pokal gewann „Hoppy“ mit dem BVB eine Trophäe, die ihn und den Verein unvergessen gemacht hat: Als erste deutsche Mannschaft gewannen die Dortmunder Borussia mit ihm 1966 im Glasgower Hampden Park durch ein 2:1 über den FC Liverpool den Europacup der Pokalsieger.

In Holzwickede, das seine Heimat werden sollte, ist der Name von „Hoppy“ Kurrat unauslöschlich mit dem größten sportlichen Erfolg in der Gemeinde verbunden: der Deutschen Amateurmeisterschaft, die der HSV 1976 mit seinem damaligen Spielertrainer Dieter Kurrat erringen konnte.

Unverbrüchliche Vereinstreue

Seine Fußballerkarriere startete „Hoppy“ beim FC Merkur 07 in der Dortmunder Nordstadt. Von dort wechselte er 1956 zum BVB, dem er auch in schweren Zeiten treu blieb. Bei den Borussen hatte er sogar zeitweise als Trainer Verantwortung übernommen. Auch dann noch, als ihn der damalige SV Holzwickede (HSV) als Spielertrainer fest verpflichten wollte, sprang er zeitweise als Coach beim BVB ein.

Mit seiner Frau Marga und seinen beiden Kindern Sandra und Jens übersiedelte „Hoppy“ 1967 ins Eigenheim am Rosenweg im Holzwickeder Ortsteil Opherdicke. In der Emschergemeinde wurde Hoppy sofort heimisch. Was vor allem auch daran lag, dass der berühmte BVB-Kicker nie Starallüren zeigte und trotz seines Stotterns, das er zeitlebens nicht los wurde, stets ein umgänglicher und geselliger Charakter blieb.

Diese Eigenschaften waren wohl auch die Basis dafür, dass die Gaststätte Haus Lähnemann, die zuvor jahrelang an der Rausinger Straße leer gestanden hatte, binnen kürzester Zeit wieder boomte, nachdem sie von Hoppy und seiner Frau Marga übernommen wurde. Als die Eheleute Kurrat dann ein paar Jahre später in die Gaststätte Schopp an der Ecke Rausinger-/Nordstraße wechselten und sie als „Hoppy’s Treff“ weiterführten, wurde diese Erfolgsstory fortgesetzt. Insgesamt waren Marga und Hoppy Kurrat drei Jahrzehnte lang eine gastronomische Institution in Holzwickede.

Holzwickede wurde seine Heimat

Wie für den BVB wurde Hoppy Kurrat auch für die Gemeinde Holzwickede zu einem Aushängeschild. Als Hoppy im Mai dieses Jahres seinen 75. Geburtstag feierte, gaben sich BVB-Legenden ebenso wie lokale Sportprominenz die Klinke in die Hand: Seine alten Mitspieler Hans Tillkowski, Willi Burgsmüller, Wolfgang Paul und Theo Redder überbrachten ihre Glückwünsche, auch im Namen des Ältestenrates des BVB. Aber auch lokale Sportgrößen wie HSC-Ehrenvorsitzender Rolf Unnerstall oder Herbert Bell aus der Meistermannschaft von 1976 und Rolf Weltmann, der Schütze des Endspieltores, reihten sich in die Schar der Gratulanten ein.

Hoppy Kurrat konnte,  bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, die Glückwünsche nur im Rollstuhl entgegennehmen. „Kämpfen war immer Deine Stärke“, sprach ihm sein alter BVB-Mitstreiter Wolfgang Paul Mut zu.

Am heutigen Morgen (27. Oktober) hat das große Kämpferherz von Dieter „Hoppy“ Kurrat für immer aufgehört zu schlagen. Leb wohl, Hoppy, Du warst als Spieler und als Mensch ein ganz Großer. Wir werden Dich nie vergessen!

  • Der BVB hat im Borusseum am Stadion ein Kondolenzbuch für Dieter „Hoppy“ Kurrat ausgelegt
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Dipl.-Journalist

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