Eckdaten Kreis-Haushalt 2017: Steigende LWL-Umlage ist finanzielle Herausforderung

Kreisdirektor und Kämmerer: Dr. Thomas Wilk. (Foto: Kreis Unna)

Stell­te die Eck­da­ten des Kreis-Haus­hak­tes 2016 vor: Kreis­di­rek­tor und Käm­me­rer: Dr. Tho­mas Wilk. (Foto: Kreis Unna)

(PK) Der Kreis-Haus­halt 2015 schloss mit einem Plus ab, für 2016 wird ein Über­schuss erwar­tet, Steu­er­kraft und Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen der Städ­te und Gemein­den stei­gen 2017 – allein: Es reicht nicht. Kreis­di­rek­tor und Käm­me­rer Dr. Tho­mas Wilk skiz­zier­te bei der Vor­stel­lung der Eck­da­ten für den Haus­halt 2017 eine wei­ter ange­spann­te Haus­halts­si­tua­ti­on.

Ein zen­tra­ler Grund für die eher ver­hal­te­ne Freu­de über posi­ti­ve Finanz­ent­wick­lun­gen ist die an den Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe (LWL) ins­be­son­de­re zur Finan­zie­rung der Ein­glie­de­rungs­hil­fe für Behin­der­te zu zah­len­de Umla­ge. Sie wird nach einer Mit­tei­lung des LWL von Ende August gegen­über 2016 noch­mals spür­bar um rund 8,9 Mil­lio­nen Euro stei­gen.

Mehr noch: Damit über­springt die LWL-Umla­ge die 100 Mil­lio­nen Euro-Gren­ze, pen­delt sich mit 105 Mil­lio­nen Euro 2017 sogar deut­lich dar­über ein. Die seit 2012 um fast 24 Mil­lio­nen Euro (+30 Pro­zent) gestie­ge­ne Umla­ge läuft gleich­zei­tig dem bis dato größ­ten Ein­zel­aus­ga­be­po­sten im Kreis-Etat – den Kosten der Unter­kunft (KdU) für Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld II – den Rang ab.

Die­se Kosten stei­gen zwar über alles gerech­net gegen­über 2016 um rund 540.000 Euro auf 97,15 Mil­lio­nen Euro. Aller­dings über­nimmt der Bund neben sei­nem übli­chen Anteil von 26,4 Pro­zent 2017 erst­mals zu 100 Pro­zent die soge­nann­ten flücht­lings­be­ding­ten Mehr­auf­wen­dun­gen. Unterm Strich wird der Kreis damit gegen­über 2016 bei den Kosten der Unter­kunft (KdU) um rund 4,2 Mil­lio­nen Euro ent­la­stet.

Entlastung bei Kosten der Unterkunft um rd. 4,2 Mio. Euro

Die­ses zusätz­li­che Bun­des­geld und der für 2017 zuge­sag­te Kreis­an­teil an der soge­nann­ten „Über­gangs­mil­li­ar­de“ in Höhe von rund 3,5 Mil­lio­nen Euro ver­schaf­fen dem Kreis trotz stei­gen­der sozia­ler Trans­fer­lei­stun­gen (181,88 Mil­lio­nen gegen­über 177,12 Mil­lio­nen Euro im lau­fen­den Jahr) spür­bar Luft.

Am Gesamt­bild ändert das aller­dings nichts: Die Auf­wen­dun­gen im Sozi­al­be­reich (inklu­si­ve LWL-Umla­ge) machen mit ins­ge­samt rund 286,7 Mil­lio­nen Euro wei­ter knapp 60 Pro­zent der zur Finan­zie­rung aller Auf­ga­ben not­wen­di­gen Auf­wen­dun­gen aus. Sie prä­gen den Haus­halt damit wie schon in den Vor­jah­ren deut­lich.

Größ­te Aus­ga­be­po­sten neben der KdU blei­ben im Sozi­al­etat nach den Eck­da­ten übri­gens wei­ter die sta­tio­nä­re Hil­fe zur Pfle­ge (31,25 Mil­lio­nen Euro / +17 Pro­zent) und die Grund­si­che­rung im Alter, die jedoch kom­plett vom Bund gezahlt wird (27,78 Mil­lio­nen Euro / +15 Pro­zent).

Die selbst finan­zi­ell ange­schla­ge­nen Städ­te und Gemein­den finan­zie­ren den Haus­halt bekannt­lich über die All­ge­mei­ne Kreis­um­la­ge zum gro­ßen Teil. Nach dem Eck­da­ten­pa­pier wird ihre Zahl­last gegen­über 2016 um knapp zwei Mil­lio­nen Euro auf 264,76 Mil­lio­nen Euro stei­gen (der Hebe­satz der all­ge­mei­nen Kreis­um­la­ge sinkt par­al­lel um 0,7 v.H. auf 45,97 v.H.).

Hebesatz allgemeine Kreisumlage sinkt leicht um 0,7 v.H.

Der Kreis­di­rek­tor ging bei der Vor­stel­lung der Eck­da­ten für 2017 aber nicht nur auf die Bela­stung der Städ­te und Gemein­den ein, son­dern nann­te auch Ent­la­stungs­ef­fek­te. „Allein die mit Beginn des Schul­jah­res 2016/2017 erfolg­te Über­nah­me der För­der­schu­len durch den Kreis ent­la­stet die Kom­mu­nen um fast 1,6 Mil­lio­nen Euro.“

Für Kreis­di­rek­tor und Käm­me­rer Dr. Tho­mas Wilk lau­tet das Gebot der Stun­de gleich­wohl wei­ter: „Maxi­ma­le Umset­zung des Rück­sicht­nah­me­ge­bo­tes“. Aus die­sem Grund plant er nach 2016 zum zwei­ten Mal hin­ter­ein­an­der nur einen fik­ti­ven Haus­halts­aus­gleich. Dafür wird die Aus­gleichs­rück­la­ge von 4,3 Mil­lio­nen Euro kom­plett ein­ge­setzt. Außer­dem wird ein finan­zi­el­ler Ein­mal­ef­fekt genutzt.

Unterm Strich sind das rund 7, 7 Mil­lio­nen Euro, die der Kreis zur Ent­la­stung der Kom­mu­nen ein­setzt und damit die Mehr­be­la­stung durch die Erhö­hung der LWL-Umla­ge spür­bar abfe­dert.

Details zu den Etat-Eck­da­ten 2017 fin­den sich im Inter­net unter www.kreis-unna.de (Kreis & Regi­on, Kreis­haus­halt).

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