Diebstahl von Pharma-Ware: Sechs Monate zur Bewährung und 2.000 Euro Geldstrafe

Weil er sich in finan­zi­ellen Schwie­rig­keiten befand, kam der 26-jäh­rige D. aus Holzwickede auf die Idee, seinen Arbeit­geber, einen Pharma-Betrieb in Unna, zu beklauen und die gestoh­lenen Medi­ka­mente im Wert von 1.722 Euro auf dem Schwarz­markt zu ver­kaufen. Eine dumme Idee, die den Holzwickeder nicht nur seinen Arbeits­platz kostete. Vor dem Amts­ge­richt Unna brachte sie ihm heute (17. Dezember) auch eine Haft­strafe von sechs Monaten, aus­ge­setzt auf zwei Jahre zur Bewäh­rung, ein. Außerdem muss D. als wei­tere Auf­lage 2.000 Euro an die Sucht­hilfe in Unna zahlen.

Zu Beginn der Ver­hand­lung hatte der Ange­klagte den Tat­vor­wurf des gewerbs­mä­ßigen Dieb­stahls von 70 Ver­packungs­ein­heiten phar­ma­zeu­ti­scher Artikel am 17. November vorigen Jahres über seinen Ver­tei­diger ein­ge­räumt. Leugnen hätte auch wenig Zweck gehabt. Schließ­lich haben die Ermittler der Kripo seine Ver­kaufs­ver­hand­lungen im Internet-Chat umfang­reich doku­men­tiert.

Verkaufsverhandlungen im Internet-Chat dokumentiert

Für einen gewerbs­mä­ßigen beson­ders schweren Dieb­stahl, wie im vor­lie­genden Fall, sieht der Gesetz­geber eine Haft­strafe von drei bis fünf Jahren vor. Da der Holzwickeder bis­lang unbe­scholten durchs Leben gegangen und auch geständig ist, for­derte die Ankla­ge­ver­tre­tern für ihn eine Strafe von sechs Monaten zur Bewäh­rung auf zwei Jahre aus­ge­setzt.
Dass sein Man­dant nicht ohne eine Haft­strafe davon­kommen kann, war auch der Ver­tei­di­gung klar.

Aller­dings hielt der Ver­tei­diger sechs Monate für zu hoch ange­setzt, zumal sich D. bis­lang völlig straf­frei gelebt habe: Zwar hat der Ange­klagte inzwi­schen wieder einen neuen Job gefunden. Doch seine wei­tere beruf­liche Ent­wick­lung würde durch eine sechs­mo­na­tige Haft­strafe, auch wenn sie zur Bewäh­rung aus­ge­setzt wird, für die näch­sten Jahre sehr erschwert.

Rich­terin Sarah Schlier­kamp folgte mit ihrem Urteil von sechs Monaten Haft zur Bewäh­rung den­noch dem Plä­doyer der Staats­an­wältin und machte dem Ange­klagten zudem die Zah­lung von 2.000 Euro an die Sucht­hilfe Unna zur Auf­lage. Die Rich­terin begrün­dete ihr Urteil damit, dass es „kein uner­heb­li­cher Schaden“ sei, den D. ange­richtet habe.

Hinzu kommt, dass die 70 Ver­packungs­ein­heiten, die er gestohlen und wei­ter­kaufen wollte, „Wirk­stoffe mit einem erheb­li­chen Gefähr­dungs­po­ten­zial“ ent­hielten für die Ver­brau­cher. „Das war Ihnen aber egal“, hielt die Rich­terin dem Holzwickeder vor. „Sie wollten nur zu Geld kommen.“ Auch bei seinem ehe­ma­ligen Arbeit­geber hat sich D. noch nicht um Wie­der­gut­ma­chung bemüht. Die Auf­lage zur Zah­lung von 2.000 Euro in monat­li­chen Raten a‘ 100 Euro machte die Rich­terin, weil die Kon­se­quenzen für sein Fehl­ver­halten „auch spürbar sein sollen für den Ange­klagten“.

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