Deutsche Amateurmeister von 1976 feiern Wiedersehen im Ballhaus

Die Spieler und Verantwortlichen der Deutschen Amateurmeistermannschaft des HSV von 1976 trafen sich zum 40-Jährigen im "Ballhaus" im Montanhydraulik-Stadion. In der ersten Reihe 3. von rechts der damalige Spielertrainer Dieter ("Hoppi") Kurrat. Die Laudatoren waren der HSC-Ehrenvorsitzende Rolf Unnerstall (ganz links) und der Aufsichtsratsvorsitzende Jenz Rother (2. von links) (Foto: privat)

Die Spie­ler und Ver­ant­wort­li­chen der Deut­schen Ama­teur­mei­ster-Mann­schaft des HSV von 1976 tra­fen sich zum 40-Jäh­ri­gen im „Ball­haus“ im Mon­tan­hy­drau­lik-Sta­di­on. In der ersten Rei­he 3. v.r. der dama­li­ge Spie­ler­trai­ner Die­ter („Hop­pi“) Kur­rat. Die Lau­da­to­ren waren der HSC-Ehren­vor­sit­zen­de Rolf Unner­stall (l.) und der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Jenz Rother (2. v.l.) (Foto: pri­vat)

Mit dem Gewinn der Deut­schen Ama­teur­mei­ster­schaft haben die Spie­ler und Ver­ant­wort­li­chen der dama­li­gen Mann­schaft etwas erreicht, das nicht nur den sport­li­chen Höhe­punkt im Ver­eins­le­ben des frü­he­ren HSV dar­stellt. Es ist auch nach der Fusi­on mit der SGH zum Holzwicke­der Sport­club (HSC) das über­ra­gen­de High­light in der nun über 104jährigen Geschich­te des Fuß­ball­sports, ja, des Spor­tes schlecht­hin in der Emscher­ge­mein­de.

So skiz­zier­te der Ehren­vor­sit­zen­de des HSC, Rolf Unner­stall, den schon sen­sa­tio­nell zu nen­nen­den Titel­ge­winn, der sich jetzt am 27. Juni zum 40. Male jähr­te und folg­lich Anlass genug für ein Wie­der­se­hen­s­tref­fen der Mei­ster­mann­schaft am und im „Ball­haus“ im Mon­tan­hy­drau­lik-Sta­di­on war.
Und die Spie­ler waren mit ihren Part­ne­rin­nen nahe­zu kom­plett zu die­sem Tref­fen gekom­men, um in gemüt­li­cher Run­de die Erin­ne­run­gen an das Jahr 1976 genau­so auf­zuz­fri­schen wie die freund­schaft­li­chen Ver­bin­dun­gen unter­ein­an­der.

Rolf Unner­stall begrüß­te die Anwe­sen­den und konn­te über jeden etwas zumeist Amü­san­tes aus des­sen Fuß­bal­ler­kar­rie­re vor allem beim HSV berich­ten. Als klei­nes Dan­ke­schön erhiel­ten die Mei­ster­spie­ler und das „Team dahin­ter“ neben dem obli­ga­ro­ri­schen Ver­eins­wim­pel und -schal die neue HSC-Ehren­nas­del in Sil­ber.

Die Grü­ße und Glück­wün­sche des HSC-Auf­sichts­ra­tes über­brach­te des­sen Vor­sit­zen­der Jenz Rother, der zugleich als ehe­ma­li­ger Bür­ger­mei­ster auf die gro­ßen Lei­stun­gen der Gemein­de Holzwicke­de für den Sport und die Sport­stät­ten hin­wies. Im „Ball­haus“ wur­de danach der Jubi­lä­ums­film zum 100-Jäh­ri­gen des HSV gezeigt, der auch die Deut­sche Ama­teur­mei­ster­schaft zum Inhalt hat­te. Was dann einen Tag nach dem Titel­ge­winn in Holzwicke­de los war, zeig­ten schon histo­risch zu nen­nen­de Film­auf­nah­men, die die Spie­ler­frau Inge Bell zusam­men­ge­stellt hat­te. Und immer wie­der erklang dazu der Jubi­lä­ums­song des Ver­eins.

Viele Erinnerungen an 1976 geweckt

Im Mit­tel­punkt der har­mo­ni­schen Ver­an­stal­tung stan­den natür­lich die Erin­ne­run­gen an die Zeit vor vier Jahr­zehn­ten. In einem dra­masti­schen Kampf um die Mei­ster­schaft der Ver­bands­li­ga 2 mit Rot-Weiß Lüden­scheid und lan­ge Zeit auch dem Lüner SV schie­nen die vom Ex-Borus­sen Die­ter („Hop­pi“) Kur­rat als Spie­ler­trai­ner ange­führ­ten Holzwicke­der schon aus dem Ren­nen zu sein, als sie beim VfB Alte­na mit 0:1 unter­la­gen. Wegen eines Regel­ver­sto­ßes des Schieds­rich­ters setz­te die Spruch­kam­mer die­se Par­tie jedoch neu an, und nach dem 0:0 im Wie­der­ho­lungs­spiel setz­ten sich die Holzwicke­der im letz­ten Mei­ster­schafts­spiel mit 3:2 in Lüden­scheid durch und erzwan­gen dadurch ein Ent­schei­dungs­spiel um den Titel. Vor schät­zungs­wei­se 15.000 Zuschau­ern im Hage­ner Ische­land­sta­di­on lag der HSV zur Pau­se fast hoff­nungs­los mit 0:2 hin­ten, aber zwei Tore von Klaus Lorenz sowie ein Tref­fer von Franz-Josef Ser­ges lie­ßen die Kur­rat-Schütz­lin­ge aber­mals 3:2 tri­um­phie­ren und den Titel gewin­nen.

Weil der Ver­ein vor allem aus finan­zi­el­len Grün­den auf die mög­li­che Teil­nah­me an den Auf­stiegs­spie­len zur 2. Liga ver­zich­te­te, war bei den fol­gen­den Spie­len um die West­fa­len­mei­ster­schaft gegen den Mei­ster der Ver­bands­li­ga 1, den SC Her­ford, zwar etwas „die Luft raus“, so dass die Par­ti­en mit 1:3 und 1:2 ver­lo­ren wur­den, aber als West­fa­len-Vize nahm der HSV an der Deut­schen Ama­teur­mei­ster­schaft teil. Und das dann mit dem bekann­ten Erfolg.
In der ersten Vor­run­den­be­geg­nung bei den „Stör­chen“ von Hol­stein Kiel wur­de nach Toren von Die­ter Kur­rat und Heinz Wulf mit 2:0 gewon­nen, das Rück­spiel am Her­tin­ger Tor in Unna, wohin der HSV in Erman­ge­lung eines eige­nen Rasen­plat­zes (das dama­li­ge Emscher­sta­di­on war ein Aschen­platz) aus­wei­chen muss­te, ende­te 2:2 (Tore: Franz-Josef Ser­ges und Klaus Wald­schmidt). Näch­ster Geg­ner war der TuS Neu­en­dorf. Der schien im Hin­spiel in Unna durch das 0:0 die bes­se­ren Kar­ten zu besit­zen, doch bei der Hit­ze­schlacht in Koblenz schoss Jupp Ser­ges sei­ne Elf in der Ver­län­ge­rung mit dem 1:0 in die End­run­de vom 25. bis 27. Juni 1976 in Del­men­horst und Olden­burg.

Subtropische Temperatruren in der Endrunde

Apro­pos Hit­ze. Auch bei der End­run­de herrsch­ten sub­tro­pi­sche Tem­pe­ra­tu­ren. In der ersten Halb­fi­nal­be­geg­nung in Del­men­horst gegen den VfB Olden­burg mach­te der an die­sem Tage über­ra­gen­de Rai­ner Backs die Füh­rung der VfBler wett und brach­te den HSV in die Ver­län­ge­rung und ins Elf­me­ter­schie­ßen. Hier ver­schoss der nor­ma­ler­wei­se vom Punkt aus siche­re, jün­ge­re Kur­rat-Bru­der Hans-Jür­gen („Lie­ne“) zwar den ersten Elfer, aber da Kee­per Hel­mut Scholz gleich zwei Olden­bur­ger Elf­me­ter parier­te und Her­bert Bell, Gerd Kuhl­hü­ser und Ingo Peter für den HSV tra­fen, war das Fina­le gegen Titel­ver­tei­di­ger VfR Oli Bür­stadt erreicht.

Beim End­spiel in Olden­burg stand die Par­tie lan­ge Zeit auf das Mes­sers Schnei­de, und alle rich­te­ten sich schon auf eine ange­sichts der Hit­ze kräf­te­zeh­ren­de Ver­län­ge­rung ein, da war aus­ge­rech­net der als „Not­na­gel“ im Sturm ein­ge­wech­sel­te, eigent­li­che Reser­ve­tor­wart Rolf („Otto“) Welt­mann zur Stel­le, als Bür­stadts Schluss­mann Neuwin­ger in der Schluss­mi­nu­te einen Frei­stoß von Ingo Peter nicht fest­hal­ten konn­te — 1:0! Schieds­rich­ter Picker (Ham­burg) pfiff die Par­tie gar nicht mehr an, und Spiel­füh­rer Die­ter Eiler nahm unter dem Jubel der mit­ge­rei­sten Fans die Carl-Rie­gel-Tro­phäe für den Deut­schen Ama­teur­mei­ster 1976 in Emp­fang.

Und das war die Mei­ster­mann­schaft: Hel­mut Scholz, Her­bert Bell, Die­ter Eiler, Hans-Joa­chim Woköck, Rai­ner Backs, Ingo Peter, Die­ter Kur­rat, Heinz Wulf, Klaus Wald­schmidt (Rolf Welt­mann), Gerd Kuhl­hü­ser, Hans-Jür­gen Kur­rat. Wegen einer im Halb­fi­na­le erlit­te­nen Ver­let­zung fehl­te Franz-Josef Ser­ges, nicht ein­ge­setzt wur­de Jochen Las­ke.

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