CDU will Gütesiegel „familienfreundlich“ für Holzwickede

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Den demo­gra­fi­schen Wandel in Holzwickede sieht die CDU als größte poli­ti­sche Her­aus­for­de­rung der Zukunft an. (Foto: Peter Gräber)

Die Holzwickeder werden immer weniger und immer älter – das stellt nach Ansicht der CDU die größte poli­ti­sche Her­aus­for­de­rung der Zukunft dar. „Wir sind schon seit einigen Jahren darauf bedacht, den sich abzeich­nenden Folgen des demo­gra­fi­schen Wan­dels mit flan­kie­renden Maß­nahmen zu begegnen“, erklärt der CDU-Vor­sit­zende Frank Laus­mann. Bei­spiele seien die Aus­wei­sung neuer Bau­ge­biete wie die Caro­line neu, der „Wohn­park Emscher­quelle“ auf dem Gelände der Emscher­ka­serne, aber auch die geplante Ost­um­ge­hung. Sol­chen Maß­nahmen sei es zu ver­danken, dass die Infra­struktur in der Gemeinde nicht zurück­ge­baut werden und Holzwickede keine großen Attrak­ti­vi­täts­ver­luste hin­nehmen musste. Jüng­stes Bei­spiel seien die Holzwickeder Grund­schulen, die weiter erhalten bleiben können, weil im Gebiet Caro­line neu inzwi­schen 65 Kinder mit ihren Fami­lien wohnen. „Das zeigt doch, dass diese Politik erfolg­reich ist“, meint auch der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zende Frank Mar­kowski. „Die CDU wird den Weg der fami­li­en­freund­li­chen Politik des­halb kon­se­quent wei­ter­gehen.“

In ihren Klau­sur­be­ra­tungen hat die CDU eine ganze Reihe von Anträgen ver­ab­redet, mit denen sie sich trotz knapper Kassen als fami­li­en­freund­liche Partei von den übrigen Frak­tionen unter­scheiden will: So wollen die Christ­de­mo­kraten einen Demo­grafie-Beauf­tragten im Rat­haus benennen, der künftig alle demo­gra­fi­schen Maß­nahmen koor­di­nieren soll. „Wichtig ist uns, dass hier keine neue Stelle im Stel­len­plan aus­ge­wiesen wird“, betont Frank Mar­kowski. „Wir wollen aber, dass diese Auf­gabe in die Stel­len­be­schrei­bung einer vor­han­denen Stelle auf­ge­nommen wird.“ Gut passen würde diese zusätz­liche Auf­gabe zum Wirt­schafts­för­derer der Gemeinde. Der Aus­schuss für Wirt­schafts­för­de­rung sei ja bereits nament­lich um die Zustän­dig­keit „Demo­grafie“ ergänzt worden. „Aber mehr ist auch nicht pas­siert“, mahnt Frank Laus­mann.

Wett­be­werb nach Vor­bild der Stadt Vel­bert

Frank Lausmann, CDU-Vorsitzender. (Foto: CDU Holzwickede)

Frank Laus­mann, CDU-Vor­sit­zender. (Foto: CDU Holzwickede)

Ferner schlägt die CDU vor, Holzwickede noch stärker als bisher zu einer „fami­li­en­freund­li­chen Gemeinde mit Güte­siegel“ zu ent­wickeln. Als Vor­bild könne hier die Stadt Vel­bert dienen, die das seit einigen Jahren schon prak­ti­ziert und jetzt mit dem Zer­ti­fikat „audit beru­f­und­fa­milie“ der Bun­des­re­gie­rung aus­ge­zeichnet worden sei. Ober­stes Ziel müsse es auch in Holzwickede sein, so die CDU-Spre­cher weiter, das Leben und die Arbeit gerade auch für junge Fami­lien so attraktiv wie mög­lich zu machen, for­dert Laus­mann. Dazu schlägt die CDU einen Wett­be­werb vor, in den sich Bürger, Unter­nehmen und natür­lich auch die Par­teien ein­bringen und Vor­schläge für fami­li­en­freund­liche Maß­nahmen und weiche Stand­ort­fak­toren machen können. Das können Maß­nahmen sein, wie Familie und Beruf noch har­mo­ni­scher abge­stimmt und Bar­rieren abge­baut werden können, Tele- und Teil­zeit­ar­beit, fle­xible Gestal­tung von Arbeits­zeiten, betrieb­liche Gesund­heits­vor­sorge usw. Auch für Unter­nehmen, die qua­li­fi­zierte Mit­ar­beiter gewinnen oder halten möchten, lohnen sich solche Maß­nahmen. Laus­mann: „Es gibt Güte­siegel für Fairtrade und Schule ohne Ras­sismus in der Gemeinde. Wir möchten auch ein Siegel für Fami­li­en­freund­lich­keit. Wenn diese Ziel­set­zung dabei von anderen über­prüft wird, kann das nur hilf­reich sein.“

Großes Bür­ger­fest zum 100. Geburtstag des Rat­hauses

Vor diesem Hin­ter­grund sieht will die CDU auch 10.000 Euro für ein großes Bür­ger­fest zum 100. Geburtstag des Rat­hauses bereit­stellen. Dabei könne dann auch eine Gedenk­tafel am Rat­haus ent­hüllt werden. „Das halten wir für sinn­voller, als den Vor­schlag der Grünen, Bäume zu pflanzen“, so Frank Mar­kowski.

Das Ehrenamt will die CDU eben­falls stärker wür­digen. Ohne das Ehrenamt und Enga­ge­ment der Bürger, die gemein­nüt­zige, unent­gelt­liche Arbeit lei­sten, wäre das kul­tu­relle und gesell­schaft­liche Leben sicher ärmer. Nachdem ihr Vor­schlag einer Ehren­amts­karte im vorigen Jahr noch abge­lehnt worden ist, unter­nimmt die CDU jetzt einen neuen Vor­stoß: „Wir regen eine Ide­en­of­fen­sive an, in der Ehren­amt­li­chen und Ver­eine selbst Vor­schläge machen, wie ehren­amt­liche Arbeit gewür­digt werden könnte.“

Keine Finan­zie­rung der Schul­so­zi­al­ar­beit an Grund­schulen durch die Gemeinde

In der Schul­po­litik hält sich die CDU-Frak­tion zugute, die ein­zige Partei zu sein, die ihre Hal­tung zu den vier Grund­schulen nicht ver­än­dert hat. „Wir haben immer gesagt, dass wir die vier Grund­schulen erhalten wollen.“ Durch die jüng­sten guten Anmel­de­zahlen sehen sich die Christ­de­mo­kraten in ihrer Politik bestä­tigt.

Doch bei aller Fami­li­en­freund­lich­keit ist die CDU die ein­zige Partei, die die Stelle der Schul­so­zi­al­ar­beit an den Grund­schulen aus­laufen lassen will. Zwar hakte man die Schul­so­zi­al­ar­beit an Grund­schulen grund­sätz­lich für sinn­voll. „Doch Bil­dungs­po­litik ist Sache des Landes“, betont Frank Laus­mann. „Und es kann nicht sein, dass das Land sich auf Kosten der Kom­munen aus der Ver­ant­wor­tung stiehlt und die Finan­zie­rung der Schul­so­zi­al­ar­beit den ohnehin finan­ziell über­la­steten Kom­munen auf­bürden will.“ Es sei absehbar gewesen, dass die Finan­zie­rung der Schul­so­zi­al­ar­beit Ende 2015 aus­läuft. Dass die Gemeinde dann ein­fach die Finan­zie­rung für das Land über­nimmt, lehnt die CDU strikt ab.

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