Bürgermeisterin: Anderer Standort für Kita-Neubau „keine seriöse Option“

In der Folge flammte die Diskussion um den Standort wieder auf: In der Bürgeranhörung zum Kita-Neubau auf dem Festplatz im Mai (Foto) gab es nachdrückliche Kritik der direkten Anwohner. (Foto: P. Gräber -Emscherblog.de)

In der Folge flammte die Dis­kus­sion um den Standort wieder auf: In der Bür­ger­an­hö­rung zum Kita-Neubau auf dem Fest­platz im Mai (Foto) gab es nach­drück­liche Kritik der direkten Anwohner. (Foto: P. Gräber -Emscherblog.de)

Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel hat in der wieder auf­ge­flammten Dis­kus­sion um den Standort für die vier­zü­gige Kin­der­ta­ges­stätte auf dem süd­li­chen Fest­platz die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen auf­ge­rufen, „mit ein­deu­tigen Beschlüssen an der Ursprungs­pla­nung fest­zu­halten“ und für die neue Kita „eine posi­tive Grund­stim­mung zu schaffen“.

Keine seriöse Option wäre es“, so die Bür­ger­mei­sterin gegen­über dem Emscher­blog, „die gesamte bis­he­rige Pla­nung und betrof­fene Beschlüsse auf­zu­geben. Gemein­de­ver­wal­tung, Kreis­ju­gendamt, Kin­der­gar­ten­träger und Inve­stor haben im Ver­trauen auf diese Beschlüsse ein über­zeu­gendes Kon­zept für die neue Kin­der­ta­ges­stätte in der Holzwickeder Mitte, wo der Bedarf besteht, erar­beitet.“

Die Bür­ger­mei­sterin erin­nert daran, dass die Stand­ort­frage für die Kita „bereits vor 14 Monaten vom Rat der Gemeinde Holzwickede geklärt wurde“. Die betei­ligten Partner und die betrof­fenen Fami­lien könnten eine „kon­se­quente Gemein­de­po­litik erwarten“.

Nach der Bürger-Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung vom 29. Mai, in der nach­drück­lich Kritik von Anwoh­nern an dem Standort und einer Hol- und Bring­zone geäu­ßert wurde, seien trotzdem von zwei Rats­frak­tionen Anträge auf Ände­rung des Stand­ortes gestellt worden. Darin werde den mei­sten Ein­wen­dungen der Anwohner gefolgt. „Diese Anträge haben zum einen die Dis­kus­sion in Holzwickede um die Zukunft der Kin­der­be­treuung in der Gemeinde bestärkt, aber auch für Besorgnis beim Kin­der­gar­ten­träger, dem Inve­stor und dem Kreis Unna hin­sicht­lich einer ter­min­ge­rechten Fer­tig­stel­lung der neuen Kita gesorgt“, so die Bür­ger­mei­sterin weiter.

Verlässliche Beschlusslage wichtig

Mit dieser Planskizze verdeutlicht die Bürgermeisterin die Vorzüge des bereits vor 14 Monaten beschlossenen Kita-Standortes auf dem Festplatz. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Mit dieser Plan­skizze ver­deut­licht die Bür­ger­mei­sterin die Vor­züge des bereits vor 14 Monaten beschlos­senen Kita-Stand­ortes auf dem Fest­platz. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Die Eröff­nung der neuen Kita soll jedoch mög­lichst noch im Jahr 2019 erfolgen, um die unzu­rei­chenden Pro­vi­so­rien aus der Nut­zung nehmen und den Betreu­ungs­be­darf in Holzwickede sicher­stellen zu können. „Auf­grund der aus der Politik erneut gestellten Stand­ort­frage ist jedoch vom Inve­stor noch kein Bau­an­trag gestellt worden. Der Beschluss des Rates zur Bebau­ungs­plan­än­de­rung wird abge­wartet.“

Die Gemein­de­ver­wal­tung unter­streiche eben­falls die Wich­tig­keit einer ver­läss­li­chen Beschluss­lage, so die Ver­wal­tungs­chefin: „Bedenken von betrof­fenen Anwoh­nern werden im Rahmen einer detail­lierten Abwä­gung im Rahmen der Bebau­ungs­plan­än­de­rung berück­sich­tigt werden. Die Gemeinde ist bestrebt, keine unzu­mut­baren Ein­schrän­kungen durch den Kin­der­garten ent­stehen zu lassen.“ Aller­dings stellt die Bür­ger­mei­sterin auch klar, „dass sowohl eine Kin­der­ta­ges­stätte in der Nach­bar­schaft, als auch dadurch ent­ste­hende Geräu­sche keine unzu­mut­bare Bela­stung im Sinne des Bau­rechtes dar­stellen“.

Hol- und Bringzone nur ein „Planungsangebot“

Die Bür­ger­mei­sterin weist auf die Vor­züge des fest­ge­legten Kita-Stand­ortes hin: Er schließe in einer Linie an die vor­han­dene Bebauung an. Vor­han­dene alte Bäume müssen nicht ange­griffen werden und können als Schat­ten­spender dienen. Für die „groß­zü­gige kin­der­freund­liche Gar­ten­an­lage“ würde eine Ent­sie­ge­lung der Asphalt­fläche statt­finden. Auch das Schüt­zen­fest würde nicht beein­träch­tigt. „Recht­lich gesehen stehen der aktu­ellen Pla­nung der Kin­der­ta­ges­stätte und der damit ver­bun­denen Ände­rung des Bebau­ungs­planes keine Bedenken ent­gegen, dahin­ge­hend wären die vor­ge­schla­genen Alter­na­tiv­stand­orte mit erheb­li­chen Umset­zungs­pro­blemen bela­stet“, erklärt Ulrike Drossel weiter.

Soweit es die viel dis­ku­tierte Hol- und Bring­zone angeht, sei diese „fak­tisch zunächst nur ein Pla­nungs­an­gebot“. Eine „Umset­zung im Rahmen der Bau­aus­füh­rung“ sei „nicht zwangs­läufig“. Es gebe bereits zahl­reiche öffent­liche Park­plätze in der nähe der Kita. „Die Nicht-Inan­spruch­nahme der Hol- und Bring­zone wäre somit eine Option.“

Zum wei­teren Ver­fahren teilt die Bür­ger­mei­sterin mit: Bis Montag (9. Juli) können die Bürger noch Ein­wen­dungen gegen die Pla­nung ein­rei­chen. Im öffent­li­chen Pla­nungs- und Bau­aus­schuss am Dienstag (10. Juli) im Rat­haus sowie zwei Tage später in der eben­falls öffent­li­chen Rats­sit­zung (12. Juli) im Forum des Schul­zen­trums wird über die Ände­rungs­an­träge und den erfor­der­li­chen Bebau­ungs­plan abge­stimmt.

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