Bürgerblock sieht Natorper Mühle durch Ostumgehung gefährdet

Fraktion vor Ort: Mitglieder und Sympathisanten des des Unabhängigen Bürgerblocks besuchten am Montagabend die alte Natorper Mühle., um sich über das historische Kleinod zu informieren. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.)

Frak­tion vor Ort: Mit­glieder und Sym­pa­thisan­ten des des Unab­hängi­gen Bürg­erblocks besucht­en am Mon­tagabend die alte Nator­p­er Müh­le und ihre Besitzer, die Eheleute Ull­rich, um sich über das his­torische Klein­od zu informieren. (Foto: P. Gräber — Emscherblog.)

Die Frak­tion des Unab­hängi­gen Bürg­erblocks war wieder ein­mal „vor Ort“:  Am Mon­tagabend besucht­en die Mit­glieder des Bürg­erblocks die alte Nator­p­er Müh­le. Von den Eigen­tümern, den Eheleuten Ull­rich, emp­fan­gen, besichtigten die Besuch­er zunächst die alte denkmal­w­erte Wasser­müh­le, deren großen Riemen­scheiben und Mühlräder zulet­zt nicht mehr mit Wasserkraft, son­dern mit einem Elek­tro­mo­tor angetrieben wur­den.

Es gebe Über­legun­gen im His­torischen Vere­in, erfuhren die Besuch­er bei ihrem Rundgang, das alte Mühlrad zu reak­tivieren und wieder Wasser­raft als Antrieb zu nutzen. „Es war wirk­lich hochin­ter­es­sant diese his­torische Müh­le ein­mal von Innen besichti­gen zu kön­nen“, sagt Wil­fried Brinkmann. „In der Müh­le ist nahezu alles aus Holz gefer­tigt – bis hin zum Kornkanal.“

Allerd­ings kamen die Bürg­erblock-Mit­glieder nicht nur zum Bestaunen der alten Müh­le. Die Eigen­tümer treibt näm­lich auch die ern­ste Sorge um, dass durch den Bau der geplanten Ostumge­hung (L 677n)  die denkmal­w­erte alte Müh­le Schaden nehmen kön­nte.

Im Zuge der L 677n ist näm­lich ein Teil der neben der Müh­le liegen­den Fläche als Stan­dort für ein Regen­rück­hal­te­beck­en vorge­se­hen“, berichtet Wil­fried Brinkmann. Die Eigen­tümer befürcht­en, dass dann bei einem Rück­stau des Wassers ihre denkmalgeschützte alte Müh­le unter Wass­er ste­hen kön­nte und sehen sich durch die jüng­sten Starkre­gen­fälle bestätigt. „Das haben die Eigen­tümer auch in der ersten Anhörung vorge­bracht.“

Umweltschutz schlägt bisher Denkmalschutz

Bei einem daraufhin mit den Vertretern der Straßen­baube­hörde eigens anber­aumten Ort­ster­min, kon­nten die Behör­den­vertreter die Befürch­tun­gen der Eigen­tümer der Müh­le nachvol­lziehen und macht­en auch einen alter­na­tiv­en Vorschlag zur Lösung. „Dieser kon­struk­tive Lösungsansatz ist jet­zt aber wieder von der Unteren Land­schafts­be­hörde beim Kreis Unna zunichte gemacht wor­den“, bedauert Wil­fried Brinkmann. „Damit sind wir jet­zt wieder bei Sta­tus quo, der zwar der Umwelt gerecht wird, aber über­haupt keine Rück­sicht auf die his­torischen Müh­le und ihren Denkmal­w­ert nimmt.“

Die his­torische denkmalgeschützte Müh­le darf auf gar keinen Fall durch das Regen­rück­hal­te­beck­en oder den Bau der L 677n in Mitlei­den­schaft gezo­gen wer­den.“

Wil­fried Brinkmann, BBL-Rat­sherr und Pla­nungs- und Bauauss­chussvor­sitzen­der

Die Bedenken der Eheleute Ull­rich hält der Bürg­erblock für berechtigt und fordert: ” Die his­torische denkmalgeschützte Müh­le darf auf gar keinen Fall durch das Regen­rück­hal­te­beck­en oder den Bau der L 677n in Mitlei­den­schaft gezo­gen wer­den“, so Wil­fried Brinkmann, der ein erk­lärter Geg­n­er der Ostumge­hung ist. Auch bei den Denkmalpflegern in Mün­ster will der Bürg­erblock sich für die Müh­le ein­set­zen.

Der BBL-Rat­sherr räumt allerd­ings auch ein, dass das Regen­rück­hal­te­beck­en auch nur dann gebaut wird, wenn die Trasse der Ostumge­hung (L 677n) weit­er südlich ver­legt wird. „Ob das über­haupt jemals passieren wird, ist ganz offen“, meint Brinkmann. „Das Plan­fest­stel­lungsver­fahren ist ja noch nicht abgeschlossen. Und nach unseren bish­er vor­liegen­den Infor­ma­tio­nen ist es real­is­tis­ch­er, dass nur die Mon­tan­hy­draulik­straße und der Ölp­fad bis zum neuen Auto­bah­nan­schluss aus­ge­baut wer­den. Die Brücke dazwis­chen soll erhal­ten bleiben.“

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visage

Dipl.-Journalist

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