Bürgerblock lehnt Fällen der Bäume ab – auch wenn Kita sich weiter verzögert

Die Bür­ger­block-Frak­tion, hier ihr Mit­glied Wil­fried Brink­mann (li.) mit einigen Mit­glie­dern des Histo­ri­schen Ver­eins bei einem Orts­termin, lehnt das Fällen der Bäume im Hin­ter­grund für den Kita-Neubau ab. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Der Holzwickeder Bür­ger­block wird der Fäl­lung der Bäume auf dem Grund­stück im Emscher­park, das für den Kita-Neubau vor­ge­sehen ist, im näch­sten Umwelt­aus­schuss (17. Sep­tember) nicht zustimmen. Das erklärte BBL-Frak­ti­ons­vor­sit­zender Michael Laux heute im Gespräch mit dem Emscher­blog. „Unsere Ent­schei­dung ist auch unab­hängig davon, dass der Kin­der­gar­tenbau ins Stocken kommt, wenn die Bäume nicht gefällt werden dürfen.“

Der Bür­ger­block hat außerdem bean­tragt, die Tages­ord­nung des Umwelt­aus­schusses um eine Orts­be­ge­hung zu erwei­tern. Für den Bau der Kita sei vor­ge­sehen, „min­de­stens acht Bäume“ zu fällen. „Dieser gewal­tige Ein­griff in die Natur war bei der Beschluss­fas­sung über den Kita­standort in der Rats­sit­zung am 12. Juli nicht absehbar“, so die Begrün­dung. Für die Orts­be­ge­hung sollte das geplante Gebäude in der Ört­lich­keit grob abge­steckt werden, bittet den BBL den Umwelt­aus­schuss-Vor­sit­zenden, Uli Ban­gert (Die Grünen). 

BBL fordert Ortstermin vor Abstimmung

Fraktionsvorsitzender des Bürgerblocks: Michael Laux. (Foto: privat)
Frak­ti­ons­vor­sit­zender des Bür­ger­blocks: Michael Laux. (Foto: privat)

Wir sind der Mei­nung, dass kein Aus­schuss­mit­glied abstimmen sollte, ohne vorher die Situa­tion vor Ort gesehen zu haben“, meint Michael Laux. Die Frak­tion des Bür­ger­blocks war diese Woche auch selbst schon vor Ort, um sich ein Bild zu machen. „Es ist schon erschreckend: Da soll ein kleiner Wald ver­nichtet werden und wenn man sich umdreht, gibt es 20 Meter weiter eine asphal­tierte Frei­fläche, die nicht genutzt werden soll.“ Nach dem Orts­termin sei klar, dass der Bür­ger­block der Fäl­lung der Bäume nicht zustimmen kann – auch wenn der Kita-Neubau dadurch ver­zö­gert werden sollte.

Der Vor­schlag der Grünen, den Bebau­ungs­plan zu ändern und den Bau­körper der Kita auf die unmit­telbar angren­zende Frei­fläche zu ver­setzen, sei „Unsinn“, find et Laux: „Wenn wir diese Frei­fläche nutzen, würden wir ja den Fußweg Allee unter­bre­chen.“

NABU Ortsgruppe hält Fläche für geeignet 

Diese Skizze der Gemeinde zeigt die von der Verwaltung vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen für den Kita-Neubau.
Diese Skizze der Gemeinde zeigt die Situa­tion der aktu­ellen Pla­nung für den Kita-Neubau im Emscher­park aus der Vogel­per­spek­tive. 

Dieser Kritik unge­achtet halten die Grünen, die die Baum­fäl­lung eben­falls ablehnen wollen, an ihrem Vor­schlag fest. Unter­stützt sehen sie sich darin von der NABU Orts­gruppe Holzwickede, die ihr Frak­ti­ons­vor­sit­zender Fried­helm Klemp um eine Stel­lung­nahme zum Bau der Kita im Emscher­park gebeten hatte. Nach einer Orts­be­sich­ti­gung, an der unter anderem Dr. Götz Loos vom Lan­des­fach­aus­schuss Botanik und Beirat im Kreis­ver­band Unna sowie Grup­pen­leiter Jörn Raffel teil­nahmen, spricht sich die NABU Orts­gruppe „grund­sätz­lich für den Standort aus“, wie es in ihrer Stel­lung­nahme heißt: „Das Gelände ist durchaus, unter Berück­sich­ti­gung einiger Aspekte, für den Bau der Kin­der­ta­ges­stätte geeignet.“

Aller­dings lehnt die NABU Orts­gruppe „die vor­ge­se­hene Besei­ti­gung von mehr als einem halben Dut­zend Bäume“ ab. „Durch den Bau des Gebäudes, haupt­säch­lich auf der Asphalt­fläche, kann der Baum­be­stand wei­test­ge­hend geschont werden“, heißt es in der Stel­lung­nahme weiter.

Die NABU Orts­gruppe emp­fiehlt außerdem, „die Baum- und Strauch-Kul­turen wei­test­ge­hend zu belassen, damit den Kin­dern das Bild von unbe­las­sener Natur dar­ge­boten wird“. Even­tuell könnte noch ein Sand­ka­sten und Holz­spiel­ge­räte ins Ambi­ente passen und inte­griert werden.

Historischer Verein übergibt Protestnote

Von rechts: Birgit Skupch, Monika Blen­ne­mann und Dieter Nie­der­stadt vom Vor­stand des Histo­ri­schen Ver­eins über­rei­chen ihre Pro­test­note Ver­eins an Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel. (Foto: privat)

Aus einem wei­teren Grund spricht sich auch der Histo­ri­sche Verein gegen die Bebauung der Fläche im Emscher­park aus: Der Vor­stand um die Vor­sit­zende Monika Blen­ne­mann über­reichte gestern ein Pro­test­schreiben an Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel: Der Bau­platz im süd­li­chen Teil des Emscher­parks liege auf dem Standort des Hauses Duden­roth, an wel­ches nach dem Abriss im Jahr 1976 mit einer Maß­nahme aus dem Inte­grierten Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept (ISEK) erin­nert werden sollte. Dies sei bei Errich­tung der Kita an genau dieser Stelle nicht mehr mög­lich.

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