Betrug beim Wohngeld: Verfahren gegen Rentner eingestellt

Mit­ge­hangen, mit­ge­fangen heißt es im Volks­mund. Das gilt natür­lich erst recht für Ehe­partner. Weil er gemeinsam mit seiner Ehe­frau von März 2006 bis März 2013 unbe­rech­tigt Wohn­geld in Höhe von knapp 3.500 Euro von der Gemeinde Holzwickede kas­sierte, fand sich der 70-jäh­rige Rentner Peter V. gestern auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richtes in Unna wieder. Die Ehe­frau des Holzwicke­ders war wäh­rend dieser Zeit einer bezahlten Tätig­keit nach­ge­gangen und hatte diese gegen­über der Gemeinde nicht ange­zeigt hatte. Darum lau­tete die Anklage auf Betrug.

Im Vor­feld der Ver­hand­lung gestern hatte die Ankla­ge­be­hörde den Rentner ange­schrieben und die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ange­boten, wenn der 70-Jäh­rige dafür soziale Arbeit oder eine Geld­strafe akzep­tiert hätte. „Ich höre schlecht und seit man mir teil­weise die Bauch­spei­chel­drüse weg­ge­nommen hat, geht es mir gesund­heit­lich auch immer schlechter“, so der Rentner gestern zum Richter. „Was könnte ich da wohl noch arbeiten?“

Zum Vor­wurf, unbe­rech­tigt Wohn­geld kas­siert zu haben, konnte sich der Rentner über­haupt nicht äußern. „Das Finan­zi­elle macht alles meine Frau. Ich bin seit Jahren nicht mehr bei der Spar­kasse oder auf dem Amt gewesen.“ Der gelernte Betriebs­schlosser konnte sich auch nicht erin­nern, dass er oder seine Frau über­haupt einen Wohn­geld­an­trag aus­ge­füllt hatten, geschweige denn welche Angaben dabei gemacht wurden. Da bei dem Rentner auch finan­ziell nichts zu holen wäre, stellte der Richter das Ver­fahren ohne Kosten für den Ange­klagten ein. Gegen die Ehe­frau des Holzwicke­ders, die inzwi­schen keiner bezahlten Tätig­keit mehr nach­geht, wird dagegen noch geson­dert ver­han­delt.

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