Besuch mit Stenz und Bündel im Kreishaus

 Besuch mit Stenz (Wanderstock) und Bündel (Gepäck): John Christian (links) und Maik Czepl holten sich bei Landrats-Referentin Sengül Ersan den Kreis-Stempel für ihr Wanderbuch ab. (Foto: B. Kalle  - Kreis Unna)

Besuch mit Stenz (Wanderstock) und Bündel (Gepäck): John Christian (links) und Maik Czepl holten sich bei Landrats-Referentin Sengül Ersan den Kreis-Stempel für ihr Wanderbuch ab. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)

(PK) Drei Jahre und einen Tag lang sind sie auf der Walz – am Freitag, 12. Juni machten die beiden Wandergesellen Maik Czepl (30) und John Christian (24) kurz im Kreishaus Station und holten sich den Kreis-Stempel fürs Wanderbuch ab.

In Kluft, mit Stenz und Bündel sprachen sie bei Landrats-Referentin Sengül Ersan vor und baten freundlich um eine kleine Reiseunterstützung – die ihnen selbstverständlich gewährt wurde. Außerdem berichteten die jungen Männer vom spannenden Leben auf der Walz. Zimmerer Maik Czepl kommt aus Potsdam und ist seit zweieinhalb Jahren auf Wanderschaft. Als so genannter „Exportgeselle“ holte er den jungen Gesellen John Christian vor zwei Wochen in dessen Heimatstadt Breuberg im Odenwald ab und wird ihn die ersten Monate begleiten.

Leider gibt es nicht sehr viele von uns, die an den alten Brauch anknüpfen. Ich empfehle es jedem jungen Kollegen, weil der Erfahrungsschatz, von dem man anschließend sein Leben lang profitiert, riesengroß ist.“

Maik Czepl

Kontakt knüpften sie über eine der uralten Gesellenvereinigungen, in denen reisende Handwerksgesellen zusammengeschlossen sind. „Leider gibt es nicht sehr viele von uns, die an den alten Brauch anknüpfen“, berichtet Maik Czepl und verweist auf rund 400 bis 500 Mitstreiter aus ganz Deutschland, die ihrem Heimatort in der Zeit ihrer Wanderschaft nicht näher als 50 Kilometer kommen dürfen. „Ich empfehle es jedem jungen Kollegen, weil der Erfahrungsschatz, von dem man anschließend sein Leben lang profitiert, riesengroß ist.“

Die jungen Leute leben von ihrer Arbeit und sind außerdem auf Gastfreundschaft angewiesen. Das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel und Übernachten in Hotels oder Pensionen ist tabu. Über Hagen wollen Czepl und Christian nach Hamburg weiterziehen. „Dort wartet Arbeit auf uns.“ Länger als drei Monate dürfen sie allerdings nicht an einem Ort verweilen.

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