Baumfrevler zerstören mutwillig große Linde in Goethestraße

Die Schäden an der großen Linde im Vordergrund sind bereits zu erkennen: die Krone ist deutlich sichtbar ausgelichtet. Ob der Baum noch gerettet werden kann, ist offen. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Offenbar gibt es Menschen in Holzwickede, die der Meinung sind, dass wir in der Gemeinde zu viele Bäume haben: Der oder die Täter haben einen großen Straßenbaum an der Goethestraße im Abschnitt zwischen Lübecker und Essener Weg mutwillig zerstört. Die Gemeinde Holzwickede hat Strafanzeige gegen bislang noch unbekannte Baumfrevler gestellt und eine Belohnung von 200 Euro für sachdienliche Hinweise auf den oder die Täter ausgelobt.

Die Verletzungen an der gemeindeeigenen Linde sind im Rahmen der routinemäßigen Baumkontrolle durch den Bauhof der Gemeinde aufgefallen. Im unteren Stammbereich sind drei kleine Bohrlöcher erkennbar, welche vermutlich mit einer chemischen Substanz befüllt wurden. Obwohl derartige Fälle zunehmend aus anderen Kommunen bekannt sind, blieb die Gemeinde Holzwickede bislang von ähnlichem Baumfrevel verschont. Die Auswirkungen der giftigen „Impfung“ sind bereits jetzt sichtbar: Die Baumkrone der ca. 50-jährigen Linde ist im Vergleich zu den angrenzenden Straßenbäumen deutlich lichter. Der vorzeitige Blattabwurf lässt auf eine abnehmende Vitalität schließen. Komplette Kronenbereiche sterben nach und nach ab und können eine Gefahr für die Verkehrssicherheit des Baumes darstellen.

Chemische Substanz in Bohrlöcher gefüllt

An mehreren Stellen des Baumes finden sich große Bohrlöcher in die von dem Täter eine chemische Flüssigkeit eingefüllt wurde. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Zunächst wird der Baubetriebshof mit seiner Baumpflegekolonne einen Kronensicherungsschnitt durchführen, damit von der Linde keine Gefahr für Anlieger und Nutzer der Goethestraße ausgehen kann. Die Prognose für die geschädigte Linde bleibt abzuwarten. In den nächsten Wochen steht der Straßenbaum in der Goethestraße verstärkt unter Beobachtung, um vermehrtes Totholzaufkommen und mögliche Astausbrüche frühzeitig zu erkennen. Im schlimmsten Fall führt die vorsätzliche Schädigung zum Absterben des Baumes und der Täter hätte den größtmöglichen Schaden erreicht.

Für die Gemeinde besteht dann nur noch die Möglichkeit der Fällung und Ersatzpflanzung. Neben dem Sachschaden in einer Höhe von mehreren Tausend Euro sind die Konsequenzen für die Umwelt viel weitreichender: Bäume erfüllen wertvolle ökologische Funktionen, regulieren das Stadtklima und sind hierdurch für das Wohlbefinden der Menschen von großer Bedeutung. Im Fall einer Neupflanzung braucht es viel Zeit bis der Jungbaum die Leistungsfähigkeit des Vorgängers in Bezug auf den ökologischen Nutzen erreicht. Neben der Produktion von Sauerstoff und dem Filtern von Luftschadstoffen dienen Bäume als Schattenspender und tragen zur Luftkühlung bei. In Anbetracht der immer deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels (u.a. Hitzewellen) spielt diese
Baumfunktion insbesondere für Kinder und ältere Menschen eine wesentliche Rolle. Nicht zuletzt wird das Leben im Gemeindegebiet durch Gehölze und Grünstrukturen deutlich attraktiver und lebenswerter.

Die Gemeindeverwaltung hat inzwischen Strafanzeige wegen  Sachbeschädigung gestellt und hofft auf die Unterstützung der Bevölkerung. Für sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Baumfrevels
hat die Gemeinde eine Belohnung in Höhe von 200 Euro ausgesetzt.

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visage

Dipl.-Journalist

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