Ausstellung Josef Scharl: „Maler und Grafiker des Expressionismus“

Josef Scharl, Albert Ein­stein, 1944, Öl auf Lein­wand. (Foto: Thomas Ker­sten)

Die Werke des expres­sio­ni­sti­schen Malers und Gra­fi­kers Josef Scharl (1896 – 1954) zählen zu den her­aus­ra­genden Kunst­werken, die seit den 1920er Jahren ent­standen sind. Fast 100 Arbeiten des Künst­lers prä­sen­tiert der Kreis Unna vom 9. April bis zum 23. Juni 2017 im kreis­ei­genen Haus Opher­dicke, Dorf­straße 29 in Holzwickede.

Nach einer Aus­bil­dung zum Deko­ra­ti­ons­maler wurde Josef Scharl 1915 zum Ersten Welt­krieg ein­be­rufen und ver­wundet, bevor er 1918 an der Kunst­aka­demie Mün­chen sein Stu­dium begann. Seine sozi­al­kri­ti­schen Sujets und seine rea­li­sti­sche Mal­weise unter­scheiden ihn von den mei­sten Künst­lern seiner Genera­tion. Nach dem vor­sätz­li­chen, früh­zei­tigen Aus­scheiden aus der Aka­demie und seiner auto­di­dak­ti­schen Aus­bil­dung ließen ihn erste erfolg­reiche Aus­stel­lungen auf eine gesi­cherte Exi­stenz hoffen.

Albert Einstein zeitlebens ein wichtiger Freund

Mit der Macht­über­nahme der Natio­nal­so­zia­li­sten 1933 wurde er jedoch mit einem Aus­stel­lungs- und Mal­verbot belegt und als „ent­artet“ gebrand­markt. Seiner künst­le­ri­schen Exi­stenz beraubt, ging Scharl 1938, wie bereits viele Künstler und Intel­lek­tu­elle vor ihm, ins ame­ri­ka­ni­sche Exil, wo er bis zu seinem Tode lebte. Neben dem Gale­ri­sten Karl Nie­ren­dorf war der Nobel­preis­träger Albert Ein­stein einer der Für­spre­cher Josef Scharls bei den Ein­rei­se­be­hörden in New York. Albert Ein­stein wurde zeit­le­bens zu einem engen und wich­tigen Freund des Künst­lers.

Scharl zehrte vom aus­klin­genden Expres­sio­nismus, zu spüren ist auch die Zeit­ge­nos­sen­schaft mit der Neuen Sach­lich­keit – und doch besticht der Rea­list mit seiner ein­zig­ar­tigen Ein­fach­heit. Die Eigen­stän­dig­keit seines Werkes ent­wickelte sich nach der Emi­gra­tion aus Deutsch­land in die USA end­gültig in eine Rich­tung, zu der sich kaum Par­al­lelen bieten.

Mit bedeu­tenden Leih­gaben aus der Samm­lung Karsch/​Nierendorf, den Samm­lungen Bra­bant, Bronner und Fiegel, dem Gustav-Lübcke-Museum Hamm wie auch von pri­vaten Leih­ge­bern gibt die Schau einen viel­sei­tigen Ein­blick in das außer­ge­wöhn­liche male­ri­sche und gra­fi­sche Schaffen Josef Scharls.

  • Termin:  9. April bis zum 23. Juni 2017, Haus Opher­dicke, Dorfstr. 29
Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.