Ausbau der B1 zur sechsspurigen A40: Planungen im Ausschuss vorgestellt

Aufgrund der Lage zwischen zwei Autobahnen und der Verkehrsbelastung halten es Die Grünen für notwendig, einen Luftreinhalteplan für Holzwickede aufzustellen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Die B1 wird zwi­schen Dort­mund-Söl­de und dem Unna­er Kreuz sechs­spu­rig zur Auto­bahn A40 aus­ge­baut. Die Pla­nun­gen wur­den jetzt im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss vor­ge­stellt.  (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

Die Pla­nun­gen zum sechs­spu­ri­gen Aus­bau der Bun­des­stra­ße B1 zur Auto­bahn 40 zwi­schen der Anschluss­stel­le Dort­mund-Ost und dem Auto­bahn­kreuz Dort­mund-Unna stan­den im Mit­tel­punkt des Pla­nungs- und Bau­aus­schus­ses am Diens­tag­abend. Karl-Heinz Auk­schun, Pro­jekt­lei­ter der vom Land beauf­trag­ten  Pro­jekt­ma­nage­ment­ge­sell­schaft DEGES, stell­te die  Aus­bau­plä­ne aus­führ­lich vor und beant­wor­te­te auch Fra­gen. 

Welcher Bereich wird zur künftigen A40 ausgebaut?

Wie der zustän­di­ge Pro­jekt­lei­ter im Fach­aus­schuss erklär­te, soll die B1 nun etwa ab Höhe B 236 in Dort­mund bis zum Unna­er Kreuz auf einer Län­ge von cir­ca 9,5 Kilo­me­tern sechs­spu­rig zur A40 aus­ge­baut wer­den. Zu die­sem Abschnitt gehö­ren ins­ge­samt fünf Anschlus­stel­len, ein­schließ­lich des geplan­ten neu­en Anschlus­ses der Ost­um­ge­hung (L 677n) in Höhe Oel­pfad sowie ins­ge­samt zwölf Brücken­bau­wer­ke.

Wir sind in ein bis zwei Jah­ren dicht und erfah­ren nichts. Auch Stra­ßen NRW weiß angeb­lich noch nichts.“

Der Eigen­tü­mer der West­fa­len-Tank­stel­le an der B1

Für die drei Tank­stel­len, die sich eben­falls in die­sem Abschnitt befin­den, ist nicht nur die jah­re­lan­ge Bau­stel­le, son­dern vor allem die Umwid­mung der B1 zur Auto­bahn fatal: Sie sind nach Fer­tig­stel­lung nicht mehr an die A40 ange­bun­den und ent­fal­len kom­plett nach bis­he­ri­gen Über­le­gun­gen. Aller­dings weh­ren der Holzwicke­der Eigen­tü­mer der West­fa­len-Tank­stel­le und noch ein wei­te­rer Grund­ei­gen­tü­mer juri­stisch gegen das Vor­ha­ben.

Ein­zel­hei­ten ken­ne er nicht, so der DEGES-Abtei­lungs­lei­ter, und ver­wies auf den zustän­di­gen Lan­des­be­trieb. „Wir sind in ein bis zwei Jah­ren dicht und erfah­ren nichts“, schimpf­te der Inha­ber der West­fa­len-Tan­ke im Aus­schuss. „Auch Stra­ßen NRW weiß angeb­lich noch nichts.“

Ausbau in drei Teilabschnitten

Mit dem Neubau der Brücke der Anschlusstelle Sölde beginnt der Ausbau 2018. Die alte Brücke (Bild) bleibt in der Bauzeit erhakten. Die Fahrbahn wird nördlich verschwenkt. (Foto: DEGES)

Mit dem Neu­bau der Brücke der Anschlus­stel­le Söl­de beginnt der Aus­bau 2018. Die alte Brücke (Bild) bleibt in der Bau­zeit erhak­ten. Die Fahr­bahn wird nörd­lich ver­schwenkt. (Foto: DEGES)

Der erste etwa 6,5 Kilo­me­ter lan­ge Bau­ab­schnitt wird der mitt­le­re Teil ab Mars­bruch­stra­ße bis kurz hin­ter der Nord­stra­ße sein. Gear­bei­tet wird unter lau­fen­dem Ver­kehr: Wäh­rend des Aus­baus wird eine Rich­tungs­fahr­bahn mit drei Fahr­bahn­strei­fen ange­legt. „Die­ser erste Bau­ab­schnitt wird uns zwei­ein­halb bis drei Jah­re beschäf­ti­gen“, schätzt Pro­jekt­lei­ter Auk­schun. Wesent­li­che Ver­zö­ge­run­gen durch die dro­hen­den Kla­gen erwar­tet er nicht: Grund­sätz­lich sei mit dem Plan­fest­stel­lungs­be­schluss die Recht­mä­ßig­keit der Maß­nah­me bestä­tigt. Kommt es zu kei­ner Eini­gung, dau­er­ten mög­li­che Ent­eig­nungs­ver­fah­ren danach erfah­rungs­ge­mäß maxi­mal noch drei bis fünf Mona­te.

Eine Brücke fällt ersatzlos weg

Begon­nen wird im ersten Bau­ab­schnitt mit dem Neu­bau der Brücke an der Anschluss­stel­le Söl­de. Dazu wird die neue Brücke etwas ver­setzt neben der alten gebaut. Um Platz für den drit­ten Fahr­strei­fen zu bekom­men, wird der Mit­tel­pfei­ler der alten Brücke ent­fernt und die Fahr­bahn etwas in nörd­li­che Rich­tung gedrückt. Der Ver­kehr läuft zunächst unver­än­dert wei­ter.

In glei­cher Wei­se wer­den dann auch die ande­ren Brücken­bau­wer­ke geän­dert, wobei die Brücke für den klei­nen Wirt­schafts­weg (zwi­schen Vin­cenz-Wie­der­holt- und Nord­stra­ße) ersatz­los weg­fal­len wird.

Mit dem sechs­spu­ri­gen Aus­bau ein­her­ge­hen Lärm­schutz­maß­nah­men auf der gan­zen Strecke in einer Höhe von drei bis zwölf Metern. Auch an den Brücken unter­wegs ist tem­po­rä­ren Lärm­schutz vor­ge­se­hen. Lärm­schutz­wän­de sol­len auf Anlie­ger­sei­te teil­wei­se auch begrünt wer­den. In Holzwicke­de sind die Lärm­schutz­wän­de im Bereich Nord- und Kur­ze Stra­ße vor­ge­se­hen.

Ostumgehung und Lärmschutz: Noch Abstimmungsbedarf

Diese Skizze zeigt die geplanten Lärmschutzmaßnahmen im Abschnitt Holzwickede. (Skizze: DEGES)

Die­se Skiz­ze zeigt die geplan­ten Lärm­schutz­maß­nah­men im Abschnitt Holzwicke­de. (Skiz­ze: DEGES)

Dass es da noch Abstim­mungs­be­darf gibt, mach­te die Nach­fra­ge eines betrof­fe­nen Anlie­gers deut­lich, der wis­sen woll­te, in wel­cher Höhe und wo genau der an sei­nem Grund­stück geplant sei. „Die Lärm­schutz­wän­de wer­den in 2,5 Meter Abstand zur Fahr­bahn auf­ge­stellt und 6 bis 6,5 Meter hoch sein.“ Ant­wort der DEGES-Tech­ni­ker über­rasch­te den Anlie­ger sicht­lich: „Da wäre ja nied­ri­ger als mei­ne eige­ne Mau­er auf dem Grund­stück. Im Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren hieß es doch immer, dass die Wän­de acht bis 13 Meter hoch wer­den“, ärger­te sich der Anlie­ger.

Erheb­li­chen Abstim­mungs­be­darf gibt es auch noch beim Anschluss Nord­stra­ße und vor allem im zwei­ten Bau­ab­schnitt ab Höhe Nord­stra­ße bis zum Unna­er Kreuz.  So zeig­te sich der DEGES-Pro­jekt­lei­ter auf Nach­fra­ge im Aus­schuss über­rascht davon, dass der Anschluss Nord­stra­ße halb­sei­tig gesperrt wer­den soll, wenn erst der neue Anschluss der Ost­um­ge­hung an die A40 erfolgt ist. „Davon weiß ich nichts“, räum­te Karl-Heinz Auk­schun ein. „Des­halb kön­nen wir eine geplan­te Schlie­ßung auch nicht beach­ten.“

Davon weiß ich nichts. Des­halb kön­nen wir eine geplan­te Schlie­ßung auch nicht beach­ten.“

Karl-Heinz Auk­schun, DEGES-Pro­jekt­lei­ter, zur Teil­schlie­ßung der Anschlus­stel­le Nord­stra­ße

Anders sieht das im fol­gen­den zwei­ten Bau­ab­schnitt aus. Hier ste­he nach Infor­ma­tio­nen der DEGES für die L 667n/Anschlussstelle Oel­pfad ein Plan­fest­stel­lungs­be­schluss kurz bevor. „Der genaue Zeit­plan des zustän­di­gen Lan­des­be­triebs ist uns nicht bekannt. Wir ste­hen aber in Gesprä­chen mit dem Lan­des­be­trieb.“  Wie beim Lärm­schutz und der Anschluss­stel­le Nord­stra­ße gebe es auch beim geplan­ten Anschluss für die Ost­um­ge­hung „noch eini­gen Abstim­mungs­be­darf.“ Soviel konn­te Pro­jekt­lei­ter Karl-Heinz Auk­schun aber schon sagen: „Wir begin­nen an der neu­en Anschluss­stel­le Oel­pfad erst mit dem sechs­spu­ri­gen Aus­bau, wenn die neue Stra­ße auch da ist.“

Zeitplan

Diese Planskizze zeiugt, wie die Brücke in Sölde nach dem Ausbau aussehen wird. (Skitte: DEGES)

Die­se Plan­skiz­ze zeigt, wie die Brücke in Söl­de nach dem Aus­bau aus­se­hen wird. (Skiz­ze: DEGES)

Der­zeit arbei­tet die DEGES an der Aus­schrei­bung der Bau­lei­stun­gen. Die Arbei­ten am ersten Bau­ab­schnitt begin­nen dann, so der DEGES-Abtei­lungs­lei­ter, mit dem Neu­bau der Brücke an der Anschlus­stel­le Söl­de. „Wir gehen davon aus, dass dann im 3. Quar­tal der Abschnitt mit dem gro­ßen Bau­los beginnt.“ Vor­aus­sicht­li­che Bau­zeit:  zwei­ein­halb bis drei Jah­re. „Vie­le Din­ge, vor allem der Lärm­schutz, sind noch in der Kon­zep­ti­ons­pha­se“, räumt Akschun ein. „Geschätzt in der 2. Okto­ber­hälf­te wer­den wir noch ein­mal auf Sie zukom­men und berich­ten“, erklär­te er an die Aus­schuss­mit­glie­der gewandt.

Ohne­hin will die DEGES trans­pa­rent arbei­ten und auch fort­lau­fend über das Bau­vor­ha­ben infor­mie­ren. Die betrof­fe­nen Anlie­ger sol­len part­ner­schaft­li­che in die Pro­jekt­ent­wick­lung ein­be­zo­gen wer­den. Kon­kre­te Fra­gen kön­nen über ein Bür­ger­te­le­fon gestellt wer­den.

Das Bür­gertel­fon ist mon­tags bis sonn­tags von 8 bis 20 Uhr kosten­los unter Tel. 0800 58 95 24 79 erreich­bar. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt auf der Pro­jekt­web­sei­te der DEGES

Vorteile des sechsspurigen Ausbaus

Durch den Aus­bau von vier auf sechs Fahr­strei­fen wer­de es weni­ger Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen wie Stau und stocken­den Ver­kehr geben, so Karl-Heinz Auk­schun. Über­re­gio­na­le wie die A1 und A2 wer­den bes­ser erreich­bar sein. Aber auch die loka­le Ver­net­zung zwi­schen Dort­mund, dem Flug­ha­fen und Holzwicke­de wer­de ver­bes­sert. Die Fahr­zei­ten für Berufs­pend­ler und Wirt­schafts­ver­keh­re ver­kür­zen sich. Die Anwoh­ner wür­den spür­bar von Abgas- und Lärm­im­mis­sio­nen durch moder­ne Lärm­schutz­maß­nah­men und weni­ger Stau­bil­dung ent­la­stet.

INFO zur DEGES
Die DEGES ist eine pri­va­te GmbH, die im Auf­trag des Lan­des NRW das Pro­jekt­ma­nage­ment für die­ses Vor­ha­ben über­nom­men hat und auch für Pla­nung und Kosten­steue­rung der Aus­bau­maß­nah­me ver­ant­wort­lich ist. Die DEGES tritt damit bei die­sem Pro­jekt an die Stel­le des Lan­des­be­triebs Stra­ßen NRW, baut aber nicht selbst, son­dern über­nimmt als Pro­jekt­ma­nage­ment­ge­sell­schaft die Funk­ti­on als Bau­herr. Die DEGES gibt es seit 25 Jah­ren. In die­ser Zeit hat sie rund 1300 Kilo­me­ter Auto­bah­nen, Bun­des­fern­stra­ßen und Lan­des­stra­ßen in Deutsch­land gebaut. Für das Land NRW hat die DEGES ins­ge­samt neun Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­pro­jek­te mit einem Gesamt­vo­lu­men von 640 Mio. Euro über­nom­men, dar­un­ter Brücken­bau­pro­jek­te an der A1 und die Moder­ni­sie­rung des Auto­bahn­drei­ecks Heu­mar.

 

 

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visage

Dipl.-Journalist

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