Arztbesuch statt Schadensregulierung: Rentner wegen Fahrerflucht verurteilt

Beim Ein­parken mit seinem Pkw Ford in eine Park­bucht Am Markt in Holzwickede beschä­digte der 66-jäh­rige Dort­munder am 17. Juni vorigen Jahres ein par­kendes Fahr­zeug. Obwohl er den Schaden bemerkt haben musste, parkte der Rentner sein Fahr­zeug noch einmal um und ging dann zu seinem Haus­arzt, ohne sich um den ange­rich­teten Schaden zu küm­mern. Der war beträcht­lich und belief sich auf rund 2.400 Euro.

Als er von seinem Arzt­be­such zurückkam, war­tete schon der Geschä­digte am Fahr­zeug des Rent­ners Die zwi­schen­zeit­lich alar­mierte Polizei pro­to­kol­liert den Unfall – und das Ver­fahren wegen uner­laubten Ent­fer­nens vom Unfallort nahm seinen Lauf. Heute (31.3.) nun fand sich der Rentner auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richtes Unna wieder.

Hustenanfall als Entschuldigung

Er habe einen Husten­an­fall gehabt und des­halb den Unfall nicht bemerkt, erklärte er Richter Chri­stian Johann. Doch der hielt dem Rentner ein Gut­achten ent­gegen, wonach der 66-Jäh­rige den Unfall sehr wohl bemerkt haben musste. Seinen Füh­rer­schein hätte der Ange­klagte ohnehin längst abgeben müssen. Doch auch das hatte er ver­säumt. Immerhin war der 66-Jäh­rige so schlau, auf Befragen durch den Staats­an­walt anzu­geben, dass er sich nicht mehr hin­ters Steuer eines Autos gesetzt habe, seit er auf­ge­for­dert worden war, seinen Füh­rer­schein abzu­lie­fern. Sonst hätte er sich noch zusätz­lich strafbar gemacht.

Den Füh­rer­schein musste der Ange­klagte gleich an Ort und Stelle dem Richter über­geben. Pech: Durch sein eigenes Ver­säumnis bekommt er die Fahr­erlaubnis nun auch erst später wieder – wenn über­haupt noch einmal. Denn bei vor­sätz­li­cher Fah­rer­flucht sieht der Gesetz­geber den Entzug der Fahr­erlaubnis vor. Richter Chri­stian Johann konnte ange­sichts der Sach­lage auch keine mil­dernden Umstände erkennen und ver­hängte eine Sperre von ins­ge­samt neun Monaten bis zur Wie­derertei­lung einer Fahr­erlaubnis. Frü­he­stens in sechs Monaten kann der Rentner nun eine neue Fahr­erlaubnis bean­tragen. Ob er dazu noch andere Auf­lagen erfüllen muss oder sogar eine ganz neue Füh­rer­schein­prü­fung ablegen muss – dar­über ent­scheidet dann das Stra­ßen­ver­kehrsamt Dort­mund. Außerdem muss der Rentner, der von Grund­si­che­rung lebt, eine Geld­strafe in Höhe von 30 Tages­sätzen a‘ zehn Euro in Raten abstot­tern und die Kosten des Ver­fah­rens tragen.

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