Anwohner kündigen Klage gegen reaktivierten Kita-Standort auf Festplatz an

Mit dieser Skizze, die als Anlage dem Schreiben an die Fraktionen und Bürgermeisterin beigefügt war,  wollen die Anlieger verdeutlichen:  Auch beim Bau der Kita auf dem Festplatz müssten mindestens acht Bäume gefällt werden.
Mit dieser Skizze, die als Anlage dem Schreiben an die Fraktionen und Bürgermeisterin beigefügt war, wollen die Anlieger verdeutlichen: Auch beim Bau der Kita auf dem Festplatz müssten mindestens acht Bäume gefällt werden.

Anwohner des Festplatzes haben Bürgermeisterin Ulrike Drossel, die Fraktionsvorsitzenden und den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der UKBS angeschrieben und eine Klage für den Fall angekündigt, dass der vom Rat am 12. Juli abgelehnte und erneut von Bürgerblock und CDU beantragte Kita-Standort auf dem Festplatz wieder beschlossen werden sollte. Auch ohne die Hol- und Bringzone habe sich an ihren Bedenken gegen den konfliktbeladenen Standort nichts geändert, heißt es in dem Schreiben.

Unterzeichnet ist es von den Eheleuten Gerlings und Kleinjohann, die auch schon vor der ersten Abstimmung 60 Unterschriften von Anwohnern des Festplatzes gegen diesen Standort gesammelt hatten.

Was den Standort im Emscherpark angeht, heißt es in ihrem Schreiben weiter, sei von ihnen bei dem Ortstermin am 6. September mit der Drehung des geplanten Baukörpers um 90 Grad eine baumschonende und im Baufenster bleibende Lösung präsentiert worden, die aus „nicht nachvollziehbaren Gründen bisher leider nicht weiter verfolgt“ wurde. „Stattdessen wurden Hinderungsgründe aufgeführt, bei denen man sich fragt, welches Ziel eigentlich verfolgt wird.“

Spielfläche für Kinder zu klein

Die Anwohner des Festplatzes unterstützen deshalb den vom Rat zuletzt beschlossenen Standort im Emscherpark. Wohlwissend, dass selbst bei einer Verlegung der Baufenster (Alternativvorschlag der Grünen) keine Altlasten vorhanden sein können, wie vorliegende historische Fotodokumente belegen.

„Es bedarf lediglich guten Willens und einer bisher kläglich vermissten Moderation, um eine allen Seiten gerecht werdende Einigung herbeizuführen“, heißt es in dem Schreiben weiter. „Wird das Planverfahren für den Standort Platz von Louviers wieder aufgenommen, werden wir mit vielen Anwohnern und den uns zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln leider einen langen Klageweg beschreiten müssen. Für unsere Kinder ist es unser Ziel, die Kita an diesem unsäglichen Standort zu verhindern – wenn es sein muss, auch unter Einbeziehung von Konsequenzen, wie sie jüngst in Schwerte (Anm.: In der Nachstadt Schwerte muss ein Hausbesitzer sein Haus teilweise wieder abreißen, weil sein Nachbar gegen die von der Stadt erteilte Baugenehmigung geklagt und gewonnen hat.) zum Tragen kamen.“

Um die „Unsinnigkeit des Bauvorhabens an dieser Stelle“ noch einmal zu verdeutlichen, greifen die Anwohner „nur einen der schweren Planungsfehler heraus“ und stellen ihn abschließen dar: Um die Bäume an der Ostseite der Kita auf Festplatz erhalten zu können, was erklärter Wille der Befürworter dieses Standortes ist, „muss der Baukörper 6,5 Meter nach Westen gerückt werden“. Die Verwaltung habe das Baufeld unmittelbar nach der Bürgeranhörung am 29. Mai diesbezüglich neu vermessen lassen. „Dadurch dehnt sich der erforderliche Spielgrund von 960 m2 (80 Kinder x 12 m2/je Kind) westlich bis über die Allee hinaus aus.

Auch für alten Standort müssen acht Bäume fallen

Nach den veröffentlichten Plänen der  Firma Planquadrat erfordere das „die Fällung von fünf Bäumen  im Grünwall zwischen Rollschuhplatz und Allee sowie darüber hinaus die Fällung von mindestens drei weiteren Bäumen auf der Westseite des betreffenden Allee-Abschnitts.“ Passiert das nicht, könnten die Kinder die ihnen zustehende Außenspielfläche nicht erhalten.

„Wie stellt sich der Umweltausschuss zum jetzigen Zeitpunkt zu diesen notwendigen Baumfällungen oder sollen nach den neuen Planungen jetzt mindestens acht Bäume ohne Beteiligung des Umweltausschusses gefällt und damit der Allee-Charakter zerstört werden?“,  fragen die Unterzeichner.

Sie schließen ihr Schreiben mit dem Hinweis darauf, dass es mittlerweile so viele Vorschläge zur Einigung und Realisierung der Kita im Emscherpark gebe – „seien es Umpflanzungen von Bäumen, Entsiegelung, Ersatzpflanzungen oder Tafeln bzgl. des Hauses Dudenroth – dass es mutwillig erscheint, wenn dieser Standort scheitern sollte“.  

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Dipl.-Journalist

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