Am Anfang stand die Zuversicht: Goldener Meisterbrief für Herbert Famulla

Von links: Innungs-Obermeister Christoph Knepper überreicht Herbert Famulla, hier mit seinem Sohn Björn und Enkelin Lucy, den Goldenen Meisterbrief. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Von links: Innungs-Obermeister Christoph Knepper überreicht Herbert Famulla, hier mit seinem Sohn Björn und Enkelin Lucy, den Goldenen Meisterbrief. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Als Herbert Famulla Anfang der 50er Jahre seine Schlosserlehre in einem kleinen Betrieb in Castrop-Rauxel machte, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass er einmal einen eigenen Betrieb mit vier Auszubildenden und drei Mitarbeitern in Holzwickede führen würde. Voraussetzung dafür war die Prüfung zum Schlossermeister, die der 78-Jährige vor gut 50 Jahren ablegte. Anlässlich dieses runden Jubiläums erhielt Herbert Famulla heute den Goldene Meisterbrief von Christoph Knepper, dem zuständigen Obermeister der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, überreicht.

Aus dem eigenen Betrieb an der Montanhydraulikstraße hat sich der 78-Jährige vor einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Bei seinem Sohn Björn weiß Herbert Famulla in guten Händen, was er aufgebaut hat. „Ab und zu helfe ich auch noch mal, wenn Not am Mann ist“, meint der 78-Jährige.

In seinem aktiven Berufsleben hat sich Herbert Famulla meist allein durchbeißen müssen: Nach seiner Lehre, Bundeswehr und Zwischenstationen bei O&K in Dortmund sah er schließlich als Reparaturschlosser bei den Deutschen Gasruß-Werken in Dortmund die Chance, seine Meisterprüfung zu machen. „Was dazu nötig war, habe ich mir damals in Abendkursen und meiner Freizeit beigebracht – zweieinhalb Jahren lang“, erzählt der Jubilar. Als fertiger Meister brachte er es bei E. Düllmann in Dortmund, seiner nächsten Station, dann sogar zu einem eigenen Büro und mit Führungsaufgaben wie Terminplanung und -steuerung.

Mitte der 70er Jahre war es dann vorbei mit der Herrlichkeit. „Da stand ich mit 2300 Kollegen auf der Straße.“ Düllmann hatte nicht genügend investiert und abgewirtschaftet. Da half auch eine Übernahme durch Phillips nichts mehr.

Vor 40 Jahren nach Holzwickede übersiedelt

Herbert Famulla machte das Beste aus der Situation – und sich selbstständig. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter übernahm er kleine Blecharbeiten. „Ich hatte nur eine Kantbank, eine Schere, eine Presse – und viel Zuversicht“, schmunzelt Herbert Famulla: „So bin ich angefangen.“

Ich hatte nur eine Kantbank, eine Schere, eine Presse – und viel Zuversicht. So bin ich angefangen.“

Herbert Famulla (78 Jahre)

Umgezogen ist die Zwei-Mann-Schlosserei anfangs mehrfach: von Unna nach Dorstfeld über Hemmerde bis Famulla schließlich eine kleine Halle an der Stehfenstraße neben Cramer mieten konnte.  „Vor 40 Jahren bin ich nach Holzwickede gekommen“, erzählt der 78-Jährige und erinnert sich. „Die ersten sieben Jahre als Selbstständiger waren die schwersten. Da haben wir viel Bauschlosserei gemacht. Im Sommer ging es ja, im Winter wurde es sehr knapp.“

Doch Herbert Famulla hielt durch – und investierte viel in seinen Betrieb. „Ich selbst habe mir nicht viel geleistet. Die Pleite von Düllmann damals war mir eine Lehre.  Die hatten nur immer herausgezogen und nie investiert. Ich wollte lieber moderne und gute Maschinen für den Betrieb haben.“

Vor elf Jahren, nach der Pleite von Rokado, eröffnete sich für Famulla dann die Chance, auf das Gelände an der Montanhydraulikstraße zu übersiedeln. „Hier machen wir Stahlbau, Blechverarbeitung, Gitter, Geländer, eigentliche jede Art von Schlosserarbeiten“, sagt der Firmengründer nicht ohne Stolz. Einer der größten Kunde ist die VDO Dortmund.

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Dipl.-Journalist

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