Allee zum früheren Hof Dudenroth: Über 20 Linden sollen verschwinden

Lumia (1) Umweltausschuss

Müssen alle 20 bis 25 Bäume gefällt werden? Die Mit­glieder des Umwelt­aus­schusses beim Orts­termin unter dichtem Blät­ter­dach in der kleinen Allee, die zur Opher­dicker Straße führt. (Foto: Peter Gräber)

Dass sich ein Umwelt­aus­schuss schwer mit dem Fällen von Bäumen tut, kann eigent­lich nie­manden über­ra­schen. Schließ­lich ver­stehen sich die Mit­glieder dieses Fach­aus­schusses quer durch alle Frak­tionen als Sach­walter der Umwelt – oder sollten sich zumin­dest so ver­stehen. In der ersten Sit­zung des Umwelt­aus­schusses nach den Ferien ging es heute (24.8.) gleich um eine ganze Lin­den­allee mit 20 bis 25 Bäumen, die gefällt werden sollte. Noch dazu ist diese Allee in Höhe der Ein­mün­dung in die Opher­dicker Straße ein histo­ri­sches Relikt: Lange bevor dort die Wohn­be­bauung erfolgte, führte dort ein langer Weg auf den Hof Duden­roth zu.

Ent­spre­chend groß waren die „Bauch­schmerzen“ der Mit­glieder, dem Antrag der SPD auf Fäl­lung der Bäume zu folgen. Aller­dings war auch für alle im Aus­schuss klar ersicht­lich, warum die stolzen Linden gefällt werden sollen: In den Häu­sern der unmit­tel­baren Anrainer feht das elek­tri­sche Licht prak­tisch zu keiner Tages­zeit mehr aus, weil die hohen, dichten Kronen der Bäume den Bewoh­nern das Licht nehmen. Vom enormen Laub­be­fall und hau­fen­weise kleb­rigen Lin­den­blüten ganz zu schweigen.

Im Jahr 2011 hatten der dama­lige Umwelt­aus­schuss und die Gemeinde ein letztes Mal ver­sucht, die unbe­streitbar unschöne Situa­tion für die Anlieger zu ent­schärfen und eine Auf­a­stung und Aus­dün­nung der Bäume vor­ge­nommen. Gebracht hat es wenig, wovon sich die Aus­schuss­mit­glieder heute bei einem Orts­termin über­zeugen konnten.

Noch mehr Äste können nicht ent­fernt werden, sonst werden die Bäume krank und stellen ein Sicher­heits­ri­siko dar, wie die Umwelt­be­auf­tragt Ulrike Hohen­dorff erläu­terte. Also galt es heute eine Ent­schei­dung „Alles oder nichts“ zu treffen. Wobei klar ist: Sollten Bäume gefällt werden müsste die Gemeinde, wie jeder andere Grund­ei­gen­tümer auch, in jedem Fall Ersatz­pflan­zungen vor­nehmen. Alle Frak­tionen spra­chen sich zudem dafür aus, den Allee-Cha­rakter erhalten zu wollen.

Entscheidung über Fällaktion zunächst vertagt

Darauf, wie das funk­tio­nieren soll, hatte aller­dings noch nie­mand im Aus­schuss eine Ant­wort. Immerhin siegte die Ver­nunft und die Bäume werden noch nicht abge­holzt. Der Antrag der SPD wurde nach län­gerer Dis­kus­sion ein­stimmig zunächst zurück­ge­stellt. Vor einer end­gül­tigen Ent­schei­dung soll die Ver­wal­tung nun die genauen Kosten ermit­teln für a) das Fällen und Auf­pflanzen aller Bäume b) das teil­weise Fällen und Pflanzen von Bäumen und somit ver­jüngen des vor­han­denen Bestandes. Statt Linden kommen kleiner wach­sende Bäume wie Feld­ahorn, Vogel­beeren oder Eber­eschen als Ersatz­pflan­zungen in Betracht. Auch hier soll die Ver­wal­tung Vor­schläge unter­breiten, wie der Allee-Cha­rakter ent­lang des kleinen Weges erhalten werden kann.

Letz­tere Vari­ante hätte zumin­dest den Charme, die Optik weniger radikal zu ver­än­dern. Denn ganz ohne Bäume, das machten die betrof­fenen Anwohner im Aus­schuss deut­lich, wollen sie auch nicht sein.

Nur über einen „uner­wünschten“ Baum, ein Ahorn, vor dem Haus Nord­straße 15 hatte der Aus­schuss einen Tages­ord­nungs­punkt weiter zu ent­scheiden. Anwohner wollen den Baum besei­tigen lassen, weil er von Läusen befallen ist. Ein­stimmig spra­chen sich die Frak­tionen für den Erhalt des Ahorns aus. Der Baum ist gesund, sieht schön aus und unter­scheidet sich in keiner Weise von den anderen Bäumen in der Nord­straße, hieß es in der Sit­zung heute. Schon um keinen Prä­ze­denz­fall zu schaffen, sollte der Ahorn nicht gefällt werden.

Parkplatz Kirchstraße: Container ziehen in oberen Bereich

Der Umweltausschuss beim Ortstermin auf dem Parkplatz Kirchstraße: Alle Container sollen in den oberen Bereich verlegt werden. (Foto: Peter Gräber)

Der Umwelt­aus­schuss beim Orts­termin auf dem Park­platz Kirch­straße: Alle Con­tainer sollen in den oberen Bereich ver­legt werden. (Foto: Peter Gräber)

Auf Antrag der SPD sprach sich der Umwelt­aus­schuss schließ­lich dafür aus, die Abfall­con­tainer auf dem Park­platz Kirch­straße in den oberen Bereich zu ver­legen und nicht, wie ursprüng­lich beab­sich­tigt, auf den Edeka-Park­platz zu ver­legen. Im oberen Bereich des Park­platzes Kirch­straße, wird es weniger Behin­de­rungen des Park­ver­kehrs durch Anlie­ferer von Müll oder durch Ent­sor­gungs­fahr­zeuge geben, die die Con­tainer leeren.

Schließ­lich infor­mierte die Ver­wal­tung dar­über, dass der Abfall­ka­lender im für 2016 im kom­menden Jahr normal an alle Haus­halte ver­teilt wird. Die Ent­schei­dung, den Abfall­ka­lender nur im Internet zum Down­load zu Ver­fü­gung zu stellen oder in schrift­li­cher Form nur noch an die Haus­ei­gen­tümer mit dem Grund­steu­er­be­scheiden zu ver­senden, wurde zunächst wieder zurück­ge­nommen, wie Fach­be­reichs­leiter Jens-Uwe Schmiedgen erläu­terte. Ob es auch in den Fol­ge­jahren wieder eine Ver­tei­lung andes Kalen­ders an alle Haus­halte geben wird, wie es die CDFU bean­tragt hatte, sei noch nicht klar. Dazu wird es noch einen neuen Vor­schlag der Ver­wal­tung geben.

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