Kinder der Dudenrothschule gestalten Ausstellung zu Kinderrechten

In den zweiten Klassen der Dudenrothschule wurden im Religions- und Kunstunterricht Trommeln und Spielzeuge gebastelt. Die Trommeln wurden von den Kindern heute zugunsten der Partnerschule in Kenia verkauft. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

In den zwei­ten Klas­sen der Duden­roth­schu­le wur­den im Reli­gi­ons- und Kunst­un­ter­richt Trom­meln und Spiel­zeu­ge geba­stelt. Die Trom­meln wur­den von den Kin­dern heu­te zugun­sten der Part­ner­schu­le in Kenia ver­kauft. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

Die evan­ge­li­sche Duden­roth­schu­le hat eine beson­de­re Koope­ra­ti­on mit einem klei­nen Dorf in Ngong in Kenia. Seit 2016 unter­stützt die Holzwicke­der Grund­schu­le mit ihren rund 200 Schü­lern in acht Klas­sen inten­siv die Part­ner­schu­le und das ange­schlos­se­nes Kin­der­heim „Dreams Child­rens Home“ in Ngong. Ange­bahnt hat den Kon­takt die Toch­ter der stell­ver­tre­ten­den Schul­lei­te­rin, Brit­ta Schnei­de­reit, die nach ihrem Abitur in dem kenia­ni­schen Dorf für vier Mona­te einen Frei­wil­li­gen­dienst ablei­ste­te. Nach ihrer Rück­kehr berich­te­te sie beein­druckt von den Men­schen dort, erzähl­te von ihren Ein­drücken und es reif­te die Idee, die­ses Kin­der­heim durch die Duden­roth­schu­le zu unter­stüt­zen.

Seit­dem sam­meln das Kol­le­gi­um und die Kin­der der Duden­roth­schu­le über die unter­schied­lich­sten Pro­jek­te und Aktio­nen Geld für die Part­ner­schu­le und das Kin­der­heim, die jähr­li­che Kol­lek­te des Schul­weih­nachts­got­tes­dien­stes ist für die Kin­der in Ngong bestimmt und Brit­ta Schnei­de­reit und ihre Toch­ter Lena besu­chen regel­mä­ßig das Dorf, in ihrem Gepäck not­wen­di­ge Din­ge wie Medi­ka­men­te, Schreib­ma­te­ri­al, Klei­dung und Spiel­sa­chen.

Mit der Koope­ra­ti­on wur­de auch das glo­ba­le Ler­nen in das Schul­pro­gramm der Duden­roth­schu­le auf­ge­nom­men. „Glo­ba­les Ler­nen ist an unse­rer Schu­le ein fester Bestand­teil des Unter­richts und schlägt sich in allen Fächern nie­der“, erläu­tert Schul­lei­te­rin Kat­ja Busch­sie­we­ke. „Es ist uns beson­ders wich­tig, unse­re Schü­ler dafür zu sen­si­bi­li­sie­ren, dass es in unse­rer Welt nicht immer nur fair zugeht und es eini­ger Hil­fe bedarf, um die Ungleich­heit zu besie­gen. Unse­re Kin­der sol­len auch ler­nen, dass vie­le Din­ge, die für sie selbst­ver­ständ­lich sind, für ande­re Kin­der über­haupt nicht selbst­ver­ständ­lich sind.“

Unse­re Kin­der sol­len auch ler­nen, dass vie­le Din­ge, die für sie selbst­ver­ständ­lich sind, für ande­re Kin­der über­haupt nicht selbst­ver­ständ­lich sind.“

Kat­ja Busch­sie­we­ke, Schul­lei­te­rin Duden­roth­schu­le

Vor die­sem Hin­ter­grund hat sich die Duden­roth­schu­le in die­sem Jahr erst­mals auch mit einer Aus­stel­lung in einem Wett­be­werb („Sei welt­be­we­gend“) des Bun­des­mi­ni­ste­ri­ums für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit bewor­ben. „Schwer­punkt ist das The­ma Kin­der­rech­te, die wir mit die­ser Aus­stel­lung deut­lich machen wol­len“, erläu­tert Reli­gi­ons­leh­rer Jan Gün­ther. Das Beson­de­re dabei: Die Arbeits­er­geb­nis­se wur­den fächer­über­grei­fend von allen Kin­dern aller vier Jahr­gän­ge erar­bei­tet. Auch die Offe­ne Ganz­tags­schu­le (OGGS) wur­de ein­be­zo­gen und mach­te mit. Der Vor­schlag, die Arbeits­er­geb­nis­se in Form einer Aus­stel­lung zu prä­sen­tie­ren, kam übri­gens vom Schü­ler­par­la­ment, also den Kin­dern selbst.

Wettbewerbsbeitrag für Bundesministerium

In den ersten Klassen gestalteten die Kinder typische afrikanische Dörfer und Hütten nach. Dabei stellten sie schnell fest, woran es den Kindern in Afrika fehlt. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

In den ersten Klas­sen gestal­te­ten die Kin­der typi­sche afri­ka­ni­sche Dör­fer und Hüt­ten nach. Dabei stell­ten sie schnell fest, wor­an es den Kin­dern in Afri­ka fehlt. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

In den ersten Klas­sen lau­te­ten die Schwer­punkt „Recht auf Träu­me“ und „Recht auf Bil­dung“. Die Kin­der lern­ten Zuna und ihren Schul­weg ken­nen und bau­ten anhand von Bild­vor­la­gen auch ein typi­sches afri­ka­ni­sches Dorf nach. Dabei stell­ten sie schnell fest, wel­che Unter­schie­de es in der Lebens­wei­se gibt und wor­an es den Kin­dern in Afri­ka fehlt: flie­ßen­des Was­ser, Strom, Stra­ßen. „Die Kin­der waren sehr moti­viert und woll­ten wis­sen, wie man das ändern könn­te“, so Brit­ta Schnei­de­reit. „Sie mal­ten und schrie­ben außer­dem ihre Wün­sche und Träu­me für die Zukunft auf. Vie­le wünsch­ten sich, dass bei­spiels­wei­se jeder Mensch Zugang zu Was­ser haben soll­te.“ Im Kunst­un­ter­richt wur­den Traum­fän­ger von den Kin­dern geba­stelt, die in der Aus­stel­lung heu­te zugun­sten des Part­ner­dor­fes in Kenia ver­kauft wur­den.

Auch der zwei­te Jahr­gang beschäf­tig­te sich mit Zuna, leg­te aber den Schwer­punkt auf den Bereich Spiel­zeug. Alle Kin­der gemein­sam bastel­ten im Reli­gi­ons- und Kunst­un­ter­richt Trom­meln und Spiel­zeu­ge. Bei­des wur­de auch heu­te ver­kauft. „Eini­ge Spiel­zeu­ge woll­ten die Kin­der nicht ver­kau­fen“, sagt Brit­ta Schnei­de­reit. „Die neh­men wir bei unse­rem näch­sten Besuch direkt mit nach Ngong.“   Auch ein gro­ßes Tuch mit ihren Wün­schen, Gebe­ten und Ide­en zum The­ma Freund­schaft gestal­te­ten die Kin­der. Nach der Aus­stel­lung wird es als Freund­schafts­tuch und Aus­druck der Part­ner­schaft mit Dreams im Ein­gangs­be­reich der Schu­le auf­ge­hängt. Ein zwei­tes Tuch ist beim näch­sten Besuch als Geschenk für Dreams gedacht.

Fächerübergreifende Arbeit aller vier Jahrgänge

Lisa, Lena und Leo (v.l.) aus der Jahrgangsstufe 3 haben sich für ein Schattenspiel entscheiden. Damit stellen sie für ihr Publikum die Geschichte vom Streit zwischen Claudio und Pedro dar. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Lisa, Lena und Leo (v.l.) aus der Jahr­gangs­stu­fe 3 haben sich für ein Schat­ten­spiel ent­schie­den. Damit stel­len sie für ihr Publi­kum die Geschich­te vom Streit zwi­schen Clau­dio und Pedro dar. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

Die Dritt­käss­ler arbei­te­ten in einer frei­en Pro­jekt­ar­beit zum The­ma Kin­der­rech­te. Dazu sam­mel­ten die Schü­ler zunächst, was sie sich von den Erwach­se­nen wün­schen. Mit Hil­fe der Leh­rer wur­den die­se Wün­sche dann mit Kin­der­rech­ten und der Geschich­te von Pedro ver­bun­den. Her­aus kam der Schwer­punkt „Recht auf Bil­dung“. Die Kin­der konn­ten frei wäh­len: Gestal­tung eines Pla­ka­tes zu einem von ihnen gewähl­ten Kin­der­recht, der Dar­stel­lung des Streits von Clau­dio mit Pedro als Schat­ten­spiel, dem Schrei­ben eines Tex­tes zu einem bibli­schen Vers, eines Gedich­tes oder dem Recher­chie­ren und Erstel­len einer Kar­te zum The­ma Kin­der­ar­beit. Außer­dem konn­te zum „Recht auf gewalt­freie Erzie­hung“ eine Kör­per­kar­te erstellt wer­den.

Auch in den vier­ten Schul­jah­ren wur­de glo­bal zu den Kin­der­rech­ten gear­bei­tet. Hier beschäf­tig­ten sich die Kin­der mit spe­zi­el­len Rech­ten wie das „Recht auf Mit­be­stim­mung und Per­sön­lich­keit“. Dazu gestal­te­ten die Kin­der eine Col­la­ge mit Ide­en zum The­ma „Wenn ich König von Deutsch­land wäre, wür­de ich…“.  Zum „Recht auf Für­sor­ge“ bau­ten die Kin­der eine Ide­en-Schatz­ki­ste mit Tipps zur Frei­zeit­ge­stal­tung mit Eltern und Freun­den und bastel­ten ein Gefühls­ba­ro­me­ter für ihre Klas­se. Eine Ide­en­ki­ste wur­de auch zum „Recht auf Auf­merk­sam­keit und Inter­es­se“ gefüllt mit Ide­en, womit man ande­ren Men­schen Auf­merk­sam­keit schen­ken kann.

Das Ent­schei­den­de ist aber, dass wir auch vie­len Eltern und Erwach­se­nen durch die­se Aus­stel­lung gezeigt haben, dass es Kin­der­rech­te gibt und sie im Aus- sowie im Inland ein­zu­hal­ten sind.“

Brit­ta Schnei­de­reit, stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­te­rin

Unab­hän­gig davon, wie erfolg­reich die Bewer­bung der Duden­roth­schu­le beim Wett­be­werb des Mini­ste­ri­ums sein wird — die Aus­stel­lung sei schon jetzt ein gro­ßer Erfolg, meint Kat­ja Busch­sie­we­ke.  „Alle Eltern, aber auch unse­re Pasto­rin Clau­dia Brühl, die Schul­rä­tin und Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel sind dazu ein­ge­la­den wor­den und auch die Fair Tra­de-Grup­pe war mit einem Stand ver­tre­ten. Die Zusam­men­ar­beit mit der Grup­pe und auch das Glo­ba­le Ler­nen wol­len wir künf­tig noch aus­bau­en.“ Bereits in den ersten Stun­den der Aus­stel­lung konn­ten die Kin­der schon 200 Euro Spen­den für die Part­ner­schu­le ein­sam­meln.  „Das Ent­schei­den­de ist aber, dass wir auch vie­len Eltern und Erwach­se­nen durch die­se Aus­stel­lung gezeigt haben, dass es Kin­der­rech­te gibt und sie im Aus- sowie im Inland ein­zu­hal­ten sind“, fin­den Brit­ta Schnei­de­reit und ihre Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen. „Das ist noch viel mehr wert, als die gesam­mel­ten Spen­den.“

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visage

Dipl.-Journalist

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