74-Jährige kassierte zu Unrecht Wohngeld: Anklage wegen Betruges

Weil sie in der Zeit von Novem­ber 2006 bis Feb­ru­ar 2013 unberechtigt Wohn­geld von der Gemeinde Holzwickede bezo­gen hat, musste sich eine 74-Jährige Rent­ner­in aus Holzwickede heute wegen Betrugs vor dem Amts­gericht in Unna ver­ant­worten.

Die Holzwicked­erin hat­te im Novem­ber 2006 eine Erwerb­stätigkeit aufgenom­men und diese bei ihren Wohn­gel­danträ­gen gegenüber der Gemeinde nicht angegeben. Über ins­ge­samt fast sieben Jahre hin­weg bezog sie so fast 3.500 Euro Wohn­geld unberechtigt.

Vor Gericht zeigte sich die 74-Jährige heute voll geständig und reuig: „Ich weiß, dass ich etwas falsch gemacht habe und es tut mir auch leid“, entschuldigte sich die Rent­ner­in. Zur Begrün­dung, warum sie in ihren Wohn­gel­danträ­gen ver­schwiegen hat­te, dass sie wieder ein­er bezahlten Tätigkeit nachge­he, erk­lärte sie: „Mein Mann ist in dieser Zeit sehr krank gewor­den. Er hat­te eine Oper­a­tion an der Bauch­spe­ichel­drüse.- Ich musste immer für alles da sein. Und um die Zwill­inge meines Sohnes, der allein­erziehend ist, habe ich mich auch noch küm­mern müssen. Da habe ich ein­fach den Überblick ver­loren.“

Ich wollte mich auch bes­timmt nicht bere­ich­ern. Das ganze Geld ist für Medika­mente draufge­gan­gen.”

Die 74-jähri­gen Angeklagte vor Gericht

In dieser Zeit sei es ihr selb­st auch nicht gut gegan­gen, so die 74-Jährige weit­er. Sie habe auch einige Fre­und­schaften ver­loren, weil sie so einges­pan­nt gewe­sen sei. „Ich wollte mich auch bes­timmt nicht bere­ich­ern”, ver­sicherte die Rent­ner­in. “Das ganze Geld ist für Medika­mente draufge­gan­gen.“

Wohl auch auf­grund dieser beson­deren Umstände wollte die Staat­san­waltschaft das Ver­fahren gegen die 74-Jährige bere­its vor der Ver­hand­lung ein­stellen, wenn sie bere­it sei, gemein­nützige Arbeit abzuleis­ten. Einen entsprechen­den Vorschlag hat­te die Anklage­be­hörde der Rent­ner­in vor der Ver­hand­lung schriftlich gemacht – offen­bar aber in Juris­ten­deutsch. Denn die Rent­ner­in hat­te den Brief der Anklage­be­hörde nicht ver­standen und auch bei ihrer tele­fonis­chen Rück­frage keine erschöpfende Auskun­ft erhal­ten, wie sie heute vor Gericht erk­lärte. Son­st wäre es erst wohl gar nicht zu der Ver­hand­lung gegen sie gekom­men. Denn das von Richter Johann erneuerte Ange­bot, das Ver­fahren gegen sie einzustellen, wenn sie 80 Stun­den gemein­nützige Arbeit bei ein­er noch festzule­gen­den sozialen Insti­tu­tion in Holzwickede bin­nen der näch­sten drei Monate ableis­tet, nahm die 74-jährige Holzwicked­erin jeden­falls dank­end an.

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visage

Dipl.-Journalist

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