Rückbau der Emscher Kaserne hat begonnen: Schriftzug bleibt als Erinnerung erhalten

Uwe Nettlenbusch, Andreas Häcker und Stefan Thiel (v.l.n.r.) am Eingang der ehemaligen Kaserne | Foto: Hanna Brand, mille-fiori.com für WILMA Wohnen
Der Rückbau hat heute begonnen. Der Schriftzug Emscher Kaserne bleibt erhalten: Uwe Nettlenbusch, Andreas Häcker und Stefan Thiel (v.l.) am Eingang der ehemaligen Kaserne  (Foto: Hanna Brand – Wilma Wohnen)

Zum Auftakt der Aktivitäten rund um den anstehenden Rückbau der Emscher Kaserne in Holzwickede trafen sich in dieser Woche vor Ort Vertreter der Gemeinde und des Projektentwicklers Wilma, um an die Ära von über 35 Jahren Bundeswehrgeschichte in Holzwickede zu erinnern. Die vorbereitenden Bauarbeiten für den mehrgenerationenfähigen „Wohnpark Emscherquelle“ haben begonnen.

Die Emscherkaserne in Holzwickede wurde am 28. Mai 2004 geschlossen. Über 14 Jahre später wird es nun wieder betriebsam auf dem brach liegenden 88.000 m² großen Areal. Am heutigen Nikolaustag (6. Dezember) haben die Entkernungsarbeiten der leer stehenden Gebäude begonnen. Damit hat der Rückbau der Gebäude begonnen, zu dem die Wilma Bau heute informierte: Danach sind auch die ersten maschinellen Abbrucharbeiten sind noch für 2018 geplant.

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Das betrifft zunächst Gebäude im nordwestlichen Teil des Geländes. Mit entsprechend schwerem Gerät ist frühestens ab kommenden Montag (10. Dezember) zu rechnen. Zwischen Freitag (21. Dezember ) und dem Montag (7. Januar) bleibt die Baustelle geschlossen. Im Januar 2019 beginnen Grünschnitt und Rodungen: Einzelne Bäume bleiben dabei erhalten, allerdings nicht im Bereich der angrenzenden Wohnbebauung im Westen. Die Erschließung des Geländes und der Rückbau sollen bis zum Sommer 2019 abgeschlossen sein.

Um allen gesetzlichen Anforderungen und Auflagen gerecht zu werden, werden die Rückbauarbeiten dauerhaft gutachterlich begleitet. Die entsprechenden Spezialisten wurden in Abstimmung zwischen dem Kreis Unna, der Gemeinde Holzwickede und dem Bauträger bestellt. Dabei steht der Umgang mit altem Baumaterial und möglichen Verunreinigungen des Bodens genauso im Fokus wie der Umwelt- und Artenschutz.

„Je früher wir mit dem Rückbau beginnen, umso weniger Probleme haben wir erfahrungsgemäß mit fortschreitendem Vandalismus.“

Wilma-Prokurist Andreas Häcker

Mit dem Beginn der Rückbauaktivitäten kommt der Ratinger Bauträger und Projektentwickler Wilma seiner Verkehrssicherungspflicht als Eigentümer des Geländes nach: „Je früher wir mit dem Rückbau beginnen, umso weniger Probleme haben wir erfahrungsgemäß mit fortschreitendem Vandalismus“, so Wilma-Prokurist Andreas Häcker. Auch soll die Nachbarschaft maximal von zugehörigen Verkehren entlastet werden, die aufgrund der vom Kreis Unna geplanten Umbaumaßnahmen der Landskroner Straße von April bis September 2019 in diesem Zeitraum teilweise über die Sölder Straße laufen müssten. „Umso besser, wenn wir bis zum Sommer 2019 fertig sind“, gibt Häcker zu bedenken.

Mit einem Investitionsvolumen von 65 Millionen Euro entsteht bis 2024 der „Wohnpark Emscherquelle“. Im neuen Quartier sind in aufgelockerter Wohnraumbebauung 15 freistehende Einfamilienhäuser, 114 Doppelhaushälften, sechs Reihenhäuser und sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 66 Wohnungen geplant, die den Förderrichtlinien für öffentlich geförderten Wohnungsbau des Landes Nordrhein-Westfalen entsprechen.

35 Jahre Miteinander von Bundeswehr und Gemeinde

Die Gemeinde Holzwickede möchte, dass der Schriftzug „Emscher Kaserne“ erhalten bleibt. Der Bauträger Wilma folgt diesem Wunsch und hat zugesichert die Original-Buchstaben, die derzeit an der Hauptzufahrt zum Areal an der Margaretenstraße prangen, an anderer Stelle und in neuer Form in den Wohnpark zu integrieren, voraussichtlich im zentralen Grünzug des neuen Quartiers.

„Uns kann nichts Besseres passieren, als dass ein Investor uns hier auf dem ausgedienten Gelände ein solches Wohngebiet im Grünen hinstellt“, freut sich Manfred Matysik, der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion.  „Allerdings ist es uns ein Anliegen, dass das Gedenken an das über 35-jährig währende freundschaftliche Miteinander zwischen Bundeswehr und Gemeinde nicht vergessen wird“, so Matysik weiter. Von ihm stammt die Idee zum Erhalt des Schriftzugs.  Er freut sich, dass sein Vorhaben vom Planungsausschuss mitgetragen und vom Investor umgesetzt wird.

Manfred Matysik hat guten Grund, sich für den Erhalt des Schriftzugs einzusetzen: Seit dem Ende der 70er Jahre hat er selbst in der Kaserne gedient, ist damals als Soldat Neu-Holzwickeder geworden und hat dort seither seine Heimat gefunden. Bevor er sich mehr und mehr in der kommunalen Politik engagierte, hatte er bis in die 90er Jahre die Geschicke der Emscher Kaserne als Stabsfeldwebel und Spieß maßgeblich mitgestaltet.

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