34-Jährige drängelt auf Autobahn: Geldstrafe und Entzug der Fahrerlaubnis

Wegen einer Gefähr­dung des Stra­ßen­ver­kehrs hatte sich eine 34-jäh­rige Düs­sel­dor­ferin heute (4. August) vor dem Amts­ge­richt in Unna zu ver­ant­worten.

Die Anklage warf ihr vor, am 19. Sep­tember vorigen Jahres auf der Auto­bahn 1 gegen 14.40 Uhr aus Rich­tung Köln kom­mend einen vor ihr fah­renden Auto­fahrer durch viel zu dichtes Auf­fahren und Ein­satz der Licht­hupe bedrängt zu haben. In Höhe Holzwickede kurz vor dem Unnaer Kreuz soll die 34-Jäh­rige schließ­lich mit ihrem Audi A1 den vor ihr fah­renden Pkw rechts über­holt und dabei fast mit einem Pkw kol­li­diert sein, der sich vor diesem vom linken Fahr­streifen auf den rechten ein­ordnen wollte. Durch dieses Fahr­ma­növer wäre es fast zu einem schweren Unfall mit unab­seh­baren Folgen gekommen.

Auf der Ankla­ge­bank gab sich die 34-Jäh­rige, der bereits für vier Monate die Fahr­erlaubnis ent­zogen wurde, heute schweigsam und sagte kein ein­ziges Wort. Im Zeu­gen­stand sagten der Fahrer und Bei­fahrer, die rechts über­holt wurden, aus. Beide hatten noch am Tattag Anzeige erstattet. Wie der 65-Jäh­rige Fahrer heute erklärte, habe an jenem Tag im Sep­tember auf der A 1 viel Ver­kehr geherrscht. Alle Fahr­spuren seien ziem­lich besetzt gewesen. Man sei Kolonne gefahren in einem „nor­malen Ver­kehrs­fluss“. Ein Über­holen sei kaum mög­lich gewesen.

Die Fah­rerin des Audi hinter ihm, so der Zeuge, habe schon über meh­rere Kilo­meter gedrän­gelt und ver­sucht, ihn rechts zu über­holen. Richtig heikel sei es dann aber geworden, als sie ihn kurz vor dem Unnaer Kreuz abrupt rechts über­holte und dabei fast mit einem Pkw, der vor ihm nach rechts in die mitt­lere Fahr­spur wech­seln wollte, zusam­men­ge­stoßen wäre.

Sein 62 Jahre alter Bei­fahrer bestä­tigte diese Aus­sage im Kern. Aller­dings gab es einige Unstim­mig­keiten zwi­schen beiden Aus­sagen, was die Farbe des Audi angeht oder die gefah­rene Geschwin­dig­keit. Auch konnten beiden Zeugen die Düs­sel­dor­ferin nicht direkt als Fah­rerin iden­ti­fi­zieren. Sie hatten ledig­lich eine junge Dame mit kurzen dunklen Haaren gesehen.

Anklage und Verteidigung plädierten auf Freispruch

Die Staats­an­wältin sah es darum nicht als erwiesen an, dass die Ange­klagte, die Hal­terin des Audi ist, auch tat­säch­lich gefahren sei und plä­dierte auf Frei­spruch. Dem schloss sich auch der Ver­tei­diger der Ange­klagten an.

Richter Chri­stian Johann sah das aller­dings anders. Er ver­ur­teilte die Ange­klagte wegen Gefähr­dung des Stra­ßen­ver­kehrs zu einer Geld­strafe von 40 Tages­sätzen a‘ 60 Euro und entzog ihr die Fahr­erlaubnis für wei­tere drei Monate: Wobei der Ange­klagten nach Anzei­ge­er­stat­tung bereits seit vier Monaten die Fahr­erlaubnis ent­zogen ist. Richter Johann begrün­dete sein nach den vor­an­ge­gan­genen Plä­doyers doch etwas über­ra­schendes Urteil damit, dass er im Gegen­satz zu den beiden anderen Juri­sten zur Über­zeu­gung gelangt sei, dass die Ange­klagte sehr wohl das auf sie zuge­las­sene Auto gefahren habe. Die 34-Jäh­rige sei in Eile gewesen, habe mehr­fach ver­geb­lich ver­sucht, rechts zu über­holen und schließ­lich eine sich bie­tende Mög­lich­keit genutzt. Schon dieses Über­holen auf der rechten Seite sei ver­boten und eine erheb­liche Ver­kehrs­ge­fähr­dung gewesen, die sehr schlimme Folgen hätte haben können.

Dieser Sach­ver­halt steht für mich nach den Aus­sagen hier fest“, so Richter Johann. Die Unstim­mig­keiten in den beiden Zeu­gen­aus­sagen seien nach fast einem Jahr erklär­lich. Mit ihren ersten Aus­sagen bei Anzei­ge­er­stat­tung kon­fron­tiert, hätten sich die Zeugen jedoch wieder erin­nern können. Vor allem die Aus­sage des 65-jäh­rigen Fah­rers und Zeugen sei „lebensnah, detail­reich und ohne Bela­stungs­ten­denz“ gewesen. Darum habe er keinen berech­tigten Zweifel, dass die Ange­klagte auch den auf sie zuge­las­senen Audi am frag­li­chen Tag gefahren habe.

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