1,99 Gramm Marihuana bringen 20-Jährigen auf Anklagebank

Ver­mut­lich hat Amts­richter Chri­stian Johann schon ori­gi­nel­lere Aus­reden gehört als die, die der 20-jäh­rige Ange­klagte ihm heute auf­tischte: Am 14. Mai des Jahres war er in Dort­mund in eine Poli­zei­kon­trolle geraten und mit 1,99 Gramm Mari­huana erwischt worden. „Ich rauche nicht viel davon und nehme es haupt­säch­lich gegen Schmerzen“, so der junge Mann heute auf der Ankla­ge­bank.

Woher er das Mari­huana bezogen hat, wollte der Ange­klagte, der in Holzwickede bei seinem Groß­vater wohnt und über kein eigenes Ein­kommen ver­fügt, auch nicht mehr wissen. Schließ­lich habe er als Gele­gen­heits­kon­su­ment „auch keine übli­chen Quellen“, nach denen der Richter ihn fragte. Ohnehin scheint der junge Mann ein schlechtes Gedächtnis zu haben. So konnte er sich par­tout nicht mehr daran erin­nern, dass er in noch jün­geren Jahren schon zweimal mit dem Gesetz in Kon­flikt geraten war, wie die Ein­tra­gungen im Bun­des­zen­tral­re­gi­ster: wegen Dieb­stahls und fahr­läs­siger Trun­ken­heit. Nach­haltig beein­druckt haben ihn diese Erleb­nisse augen­schein­blich nicht.

Drogen „gegen Schmerzen“ geraucht

Der Mit­ar­beiter der Jugend­rechts­hilfe beschei­nigte dem 20-Jäh­rigen heute eine Rei­fe­ver­zö­ge­rung, wes­halb er die Anwen­dung des Jugend­straf­rechtes emp­fahl für den eigent­lich erwach­senen Ange­klagten.

Der Ankla­ge­ver­treter ermahnte den 20-Jäh­rigen, künftig doch besser zum Arzt zu gehen, wenn er Schmerzen hat, anstatt Mari­huana zu kon­su­mieren. Das Rau­chen von Rau­chen helfe ohnehin nicht gegen Schmerzen und sei oben­drein ver­boten. Außerdem stelle Mari­huana eine Ein­stiegs­droge für här­tere Drogen dar, so der Staats­an­walt. Er emp­fahl eine drei­mo­na­tige Betreu­ungs­be­glei­tung durch das Jugendamt für den Ange­klagten.

Ähn­lich sah es auch der Richter: Ob zur Selbst­me­di­ka­tion oder nicht – der 20-Jäh­rige habe gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz ver­stoßen. Dafür ver­ur­teilte er den Ange­klagten zu einer zwei­mo­na­tigen Beglei­tung durch einen Betreuer nach Maß­gabe des Jugend­amtes.

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